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25.08.2026
05:34 Uhr
KI-generiert

Wahlprogramm-Eklat: Linke stellt fromme Christen neben Dschihadisten

Wahlprogramm-Eklat: Linke stellt fromme Christen neben Dschihadisten
Symbolbild: KI-generiert

Zwölf Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sorgt ein Satz aus dem Wahlprogramm der Linkspartei fĂŒr Empörung. Darin werden christlich-evangelikale GlĂ€ubige und islamistische Dschihadisten in einem Atemzug genannt – beide Formen des „Fundamentalismus“ sollen laut Programm „entschieden bekĂ€mpft“ werden. GewĂ€hlt wird am 6. September.

Ein Satz, zwei Welten – und ein Gleichheitszeichen

In der PrĂ€ambel des Programms, das die Linke Mitte MĂ€rz auf einem Landesparteitag beschlossen hat, heißt es wörtlich:

„Die Linke setzt sich dafĂŒr ein, dass religiöser Fundamentalismus, sei er christlich-evangelikaler oder jihadistischer PrĂ€gung, durch Intervention, AufklĂ€rungsarbeit, PrĂ€vention und zivilgesellschaftliche Initiativen entschieden bekĂ€mpft wird.“

Man muss diesen Satz zweimal lesen. Auf der einen Seite stehen Menschen, die sonntags singen, beten und ein traditionelles Familienbild vertreten. Auf der anderen Seite Terroristen, die im Namen ihrer Ideologie morden. Die Linke packt beide in dieselbe Schublade.

Wer sind die „Evangelikalen“ ĂŒberhaupt?

Der Begriff bezeichnet keine eigene Konfession, sondern konservative Protestanten aus ganz unterschiedlichen Traditionen – Pietisten, Methodisten, Puritaner, in Deutschland, England, den USA und anderswo. Ihr Markenzeichen: die persönliche Beziehung zu Jesus Christus als Erlöser.

Sie verstehen die Bibel als unfehlbares Wort Gottes und als Maßstab fĂŒr den Alltag. Daraus folgen Positionen, die im Berliner Politbetrieb aus der Mode gekommen sind: Ehe als lebenslanger Bund von Mann und Frau, Ablehnung von Abtreibung, Skepsis gegenĂŒber der Lehre von den vielen Geschlechtern.

Gewalt? AnschlĂ€ge? Davon steht in dem Programmsatz nichts – bekĂ€mpft werden soll offenbar die Gesinnung.

Religionsfreiheit – aber bitte nur mit der richtigen Haltung

Pikant: Im selben Abschnitt, ĂŒberschrieben mit „FĂŒr eine freie ReligionsausĂŒbung in Sachsen-Anhalt“, lobt die Partei Kirchen sowie jĂŒdische und muslimische Gemeinden als „unverzichtbaren Bestandteil der Zivilgesellschaft“. Und beklagt, die Kirchen wĂŒrden „massiv von Rechten und nationalistischen KrĂ€ften angegriffen“, wenn sie sich fĂŒr SolidaritĂ€t und Weltoffenheit einsetzten.

Aus Sicht unserer Redaktion drĂ€ngt sich der Eindruck auf: Religionsfreiheit ja – aber nur, solange die Predigt zum Parteiprogramm passt. Passend dazu tritt der evangelische Pfarrer Andreas Tschurn als parteiloser Direktkandidat fĂŒr die Linke im Wahlkreis Querfurt an. GegenĂŒber dem Domradio sagte er, er habe das GefĂŒhl, Sachsen-Anhalt sei „vor allem durch die Rechten“ in Gefahr.

Kein Einzelfall: Auch Berlin schaut auf die Frommen

Neu ist dieser Reflex nicht. Bereits 2016 warf die damalige Linken-Chefin Katja Kipping der AfD vor, „die Partei der sozialen Arroganz und des christlichen Fundamentalismus“ zu sein, in der ein Familienbild „aus dem 19. Jahrhundert“ gepredigt werde.

Und Ende Mai reichte die GrĂŒnen-Bundestagsfraktion eine Kleine Anfrage zu möglichen Verbindungen zwischen christlichem Fundamentalismus und Rechtsextremismus ein. Gefragt wurde unter anderem nach dem „GefĂ€hrdungspotenzial“ und nach sicherheitspolitischen sowie legislativen Konsequenzen. Der Frankfurter Pastor Tobias Riemenschneider, der dort namentlich auftaucht, sprach in einem Interview von „öffentlicher Bloßstellung und Diffamierung“.

Warum das mehr ist als ein Wahlkampf-Aufreger

Millionen BĂŒrger in diesem Land halten an traditionellen Werten fest – an Familie, Leistung, Eigenverantwortung, am Glauben. Wenn ihre Überzeugungen im Programm einer RegierungsanwĂ€rterin neben Terror-Ideologien landen, ist das fĂŒr viele von ihnen ein Alarmsignal.

Die WĂ€hler in Sachsen-Anhalt haben am 6. September das letzte Wort. Es dĂŒrfte ein interessanter Abend werden.

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