
Von der Leyen scheitert mit Forderung nach GeschlechterparitÀt
Die EU-KommissionsprÀsidentin Ursula von der Leyen steht vor einem erheblichen Problem: Die Mitgliedsstaaten der EuropÀischen Union haben bisher 17 MÀnner und lediglich sieben Frauen als mögliche Kommissionskandidaten vorgeschlagen. Dies steht im klaren Widerspruch zu von der Leyens erklÀrtem Ziel der GeschlechterparitÀt.
Ein RĂŒckschritt fĂŒr die Gleichstellung
Von der Leyen, die im Juli erneut zur EU-KommissionsprĂ€sidentin gewĂ€hlt wurde, wollte eine ausgewogene Vertretung von MĂ€nnern und Frauen in der neuen BrĂŒsseler Kommission erreichen. Doch die bisherige Bilanz ist ernĂŒchternd: 17 MĂ€nner und nur sieben Frauen wurden von den Mitgliedsstaaten vorgeschlagen, was mehr als doppelt so viele MĂ€nner wie Frauen bedeutet.
Die Frist zur Einreichung der Kandidaten lĂ€uft am Freitag ab. Italien wird laut Medienberichten ebenfalls einen Mann nominieren, wĂ€hrend Belgien und Bulgarien aufgrund fehlender Regierungen möglicherweise Aufschub erhalten. Somit könnte die neue Kommission âVon der Leyen IIâ mit lediglich sieben Frauen besetzt sein, was der niedrigste Stand seit 20 Jahren wĂ€re.
Kritik aus verschiedenen Lagern
Die EuropĂ€ische Frauenlobby (EWL) zeigt sich entsetzt ĂŒber die aktuelle Situation. âMehr als peinlichâ sei der sich abzeichnende âOld Boys' Clubâ, so EWL-Sprecherin Mirta Baselovic. Auch aus dem Europaparlament kommt scharfe Kritik. Lina GĂĄlvez Muñoz, Vorsitzende des Gleichstellungs-Ausschusses, spricht von einem âsehr schlechten Signal, insbesondere an jĂŒngere Frauen und MĂ€dchenâ und wirft den MitgliedslĂ€ndern mangelnden politischen Willen vor.
Ein Machtspiel zwischen den Institutionen?
Ein BrĂŒsseler Diplomat, der anonym bleiben möchte, sieht in der aktuellen Situation ein typisches Machtspiel zwischen den Institutionen. âWir MitgliedslĂ€nder erwarten, dass von der Leyen fĂŒr Gleichstellung eintritt. Zugleich sehen wir es als unser Hoheitsrecht an, einen geeigneten Kommissar vorzuschlagenâ, erklĂ€rte er. Von der Leyen habe jedoch starke Hebel, um Druck auszuĂŒben. Sie könne die Liste der MitgliedslĂ€nder komplett zurĂŒckweisen oder Verhandlungsmasse in Form von Ressortverteilungen nutzen.
Ungewisse Zukunft der neuen Kommission
Ob die neue Kommission bereits zum 1. November ihr Amt antreten kann, ist ungewiss. Das Europaparlament hat in der Vergangenheit bereits erfolgreich auf Ersatz fĂŒr missliebige Kandidaten gedrĂ€ngt. Von der Leyens Sprecher Eric Mamer bleibt vage: âDie PrĂ€sidentin tut alles in ihrer Macht, um zu einem ausgeglichenen Kollegium zu kommen.â
Die aktuelle Situation zeigt einmal mehr, dass die Forderung nach GeschlechterparitÀt in der europÀischen Politik noch lange nicht selbstverstÀndlich ist. Es bleibt abzuwarten, wie von der Leyen und die MitgliedslÀnder diesen Konflikt lösen werden und ob die neuen Kommissionsmitglieder letztlich eine ausgewogene Geschlechterverteilung aufweisen werden.
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