
Viktor OrbĂĄn fordert radikale Reformen: Tumulte im EU-Parlament
Im EuropĂ€ischen Parlament kam es zu tumultartigen Szenen, als Ungarns MinisterprĂ€sident Viktor OrbĂĄn eine grundlegende Neuausrichtung der EU-Politik forderte. In seiner Rede betonte OrbĂĄn, dass die EuropĂ€ische Union vor der âschwersten Zeitâ ihrer neueren Geschichte stehe und dringend reformiert werden mĂŒsse. âDie EU muss sich Ă€ndern, ich will Sie davon ĂŒberzeugenâ, erklĂ€rte OrbĂĄn eindringlich.
Spaltung im Parlament
WĂ€hrend OrbĂĄns Rede kam es zu heftigen Auseinandersetzungen im Plenum. Sozialdemokratische Abgeordnete schwenkten Schilder mit der Aufschrift âDemokraten gegen Autokratenâ, wĂ€hrend das linke Lager die antifaschistische Hymne âBella Ciaoâ anstimmte. Im Gegensatz dazu applaudierten rechte Abgeordnete stehend und unterstĂŒtzten OrbĂĄns Forderungen.
Migrationspolitik im Fokus
Ein zentrales Thema der Rede war die Migrationspolitik. OrbĂĄn erklĂ€rte, dass das europĂ€ische Asylsystem nicht mehr funktioniere und die EU eine Migrationskrise erlebe, wie sie seit 2015 nicht mehr vorgekommen sei. Seine Lösung: âAsylverfahren sollten kĂŒnftig ausschlieĂlich auĂerhalb der EU durchgefĂŒhrt werden.â Er betonte, dass nur diejenigen in die EU hineingelassen werden sollten, die vorab eine entsprechende Erlaubnis erhalten haben. Andernfalls drohe der Zusammenbruch des grenzkontrollfreien Schengen-Raums.
Kritik an der EU-Klimapolitik
OrbĂĄn Ă€uĂerte sich auch kritisch zur EU-Klimapolitik. Er warnte davor, sich der Illusion hinzugeben, dass die grĂŒne Transformation allein die Probleme lösen werde. Laut seinen Prognosen werde die Nutzung fossiler Brennstoffe nicht wesentlich zurĂŒckgehen. âWir mĂŒssen die Quintessenz des Green Deal ĂŒberdenken,â forderte er. Zudem kritisierte er die Abkopplung der EU von russischem Ăl und Gas, was das Wachstum in Europa bedrohe. Ungarn habe seine GasbezĂŒge aus Russland seit dem Ukraine-Konflikt sogar noch ausgebaut.
WettbewerbsfÀhigkeit und Erweiterung der EU
In Bezug auf die WettbewerbsfĂ€higkeit der EU plĂ€dierte OrbĂĄn fĂŒr eine Verringerung des Verwaltungsaufwands, weniger Regulierung, Energiesicherheit, grĂŒne Industriepolitik, StĂ€rkung des Binnenmarktes und eine Ausweitung der Handelspolitik. Er sprach sich zudem fĂŒr einen raschen EU-Beitritt Serbiens sowie eine Vollmitgliedschaft RumĂ€niens und Bulgariens im Schengen-Raum aus.
OrbĂĄn beendete seine Rede mit dem Aufruf: âLassen Sie uns Europa wieder groĂ machenâ, eine deutliche Anspielung auf Donald Trumps Wahlkampfmotto. Es bleibt abzuwarten, wie die EU auf diese provokanten Forderungen reagieren wird und ob tatsĂ€chlich ein Kurswechsel eingeleitet wird.










