
Vetternwirtschaft im Hause Merz: Wenn Steuergelder in die eigenen Taschen flieĂen
Die neue GroĂe Koalition unter Friedrich Merz scheint die alten Untugenden der deutschen Politik nahtlos fortzusetzen. WĂ€hrend der Kanzler noch von Erneuerung und Verantwortung schwadroniert, bedienen sich seine Minister bereits schamlos aus der Staatskasse. Der jĂŒngste Fall: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lĂ€sst knapp 300.000 Euro Steuergeld an ein Unternehmen flieĂen, an dem ausgerechnet ihr LebensgefĂ€hrte Karl-Theodor zu Guttenberg beteiligt ist.
Der Plagiator als Profiteur
Es mutet wie ein schlechter Scherz an: Ausgerechnet zu Guttenberg, der wegen seiner komplett abgeschriebenen Doktorarbeit 2011 als Verteidigungsminister zurĂŒcktreten musste, profitiert nun erneut von staatlichen Geldern. Sein Ein-Prozent-Anteil an der GovRadar GmbH mag auf den ersten Blick bescheiden wirken, doch bei einem Unternehmen mit gerade einmal 900.000 Euro Jahresumsatz könnten die 287.236 Euro Förderung den Wert seiner Beteiligung erheblich steigern.
Die Dreistigkeit, mit der hier vorgegangen wird, verschlĂ€gt einem die Sprache. Das Wirtschaftsministerium will uns allen Ernstes weismachen, die Vergabe sei rein zufĂ€llig und nach objektiven Kriterien erfolgt. Man habe sogar "eigenstĂ€ndig" Kontakt zur Firma aufgenommen - welch glĂŒcklicher Zufall fĂŒr den Herrn zu Guttenberg!
Ein System der Selbstbedienung
Doch Reiche steht mit ihrer fragwĂŒrdigen Förderpolitik keineswegs allein da. Auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer lĂ€sst seine eigene Firma, die Weimer Media Group, mit satten 700.000 Euro fördern. Im Gegensatz zu Guttenbergs mickrigem Ein-Prozent-Anteil hĂ€lt Weimer sogar 50 Prozent der Anteile - die andere HĂ€lfte gehört praktischerweise seiner Ehefrau.
Was wir hier erleben, ist nichts anderes als die systematische PlĂŒnderung der Staatskasse durch die politische Elite. WĂ€hrend der deutsche Mittelstand unter Rekordsteuern Ă€chzt und Rentner ihre Heizung herunterdrehen mĂŒssen, bedienen sich Minister und ihre Lebenspartner schamlos am Steuertopf.
Die Kunst des Wegduckens
Besonders perfide ist die Art und Weise, wie mit kritischen Nachfragen umgegangen wird. Auf die Frage nach möglichen Interessenkonflikten reagiert Reiches Ministerium mit beredtem Schweigen. Man versteckt sich hinter Förderrichtlinien und ProjekttrĂ€gern, als ob formale Korrektheit moralische Verkommenheit rechtfertigen wĂŒrde.
Guttenberg selbst bestreitet natĂŒrlich jede Einflussnahme. Er wĂŒrde niemals seine LebensgefĂ€hrtin fĂŒr geschĂ€ftliche Zwecke "befassen" - das sei "aus privaten GrĂŒnden undenkbar". Welch rĂŒhrende RĂŒcksichtnahme! Als ob die Tatsache, dass man nicht aktiv Lobbyarbeit betreibt, die offensichtliche Vetternwirtschaft weniger anrĂŒchig machen wĂŒrde.
Das Versagen der Kontrollmechanismen
Wo bleibt eigentlich die Empörung der Opposition? Wo sind die kritischen Nachfragen der Medien? Stattdessen erleben wir ein System, in dem sich verschiedene Ministerien gegenseitig die BÀlle zuspielen. Nicht nur das Wirtschaftsministerium, auch das Finanzministerium hat GovRadar bereits mit 70.000 bis 80.000 Euro gefördert. Das Bayerische Landwirtschaftsministerium legte noch einmal 50.000 bis 60.000 Euro drauf.
Man fragt sich unwillkĂŒrlich: Wie viele solcher FĂ€lle gibt es noch, von denen wir nichts wissen? Wie viele Minister und StaatssekretĂ€re lassen Steuergelder in die Taschen ihrer Freunde, Verwandten und GeschĂ€ftspartner flieĂen?
Die Erosion des Vertrauens
Diese VorfĂ€lle sind mehr als nur einzelne Skandale. Sie sind Symptome eines maroden Systems, in dem sich eine abgehobene politische Klasse die Taschen vollstopft, wĂ€hrend sie dem Volk Sparsamkeit und Verzicht predigt. Jeder dieser FĂ€lle untergrĂ€bt das ohnehin schon angeschlagene Vertrauen der BĂŒrger in ihre gewĂ€hlten Vertreter weiter.
Es ist höchste Zeit fĂŒr eine grundlegende Reform. Wir brauchen strikte Regeln gegen Vetternwirtschaft, unabhĂ€ngige Kontrollinstanzen und vor allem: Politiker mit Anstand und RĂŒckgrat, die sich nicht am Volksvermögen bereichern. Doch von der aktuellen Regierung ist das wohl kaum zu erwarten. Zu tief sitzt offenbar die Ăberzeugung, dass einem als Minister die Staatskasse wie ein privater Selbstbedienungsladen zur VerfĂŒgung steht.
Die BĂŒrger dieses Landes haben bessere Politiker verdient - Politiker, die dem Land dienen, statt sich zu bedienen. Bis dahin bleibt uns nur, diese Machenschaften schonungslos ans Licht zu zerren und bei der nĂ€chsten Wahl die Quittung zu prĂ€sentieren.










