
Trumps Machtspiel um die Fed: Der PrÀsident will Powell loswerden und hat bereits seinen Nachfolger im Visier
Die amerikanische Notenbank steht vor einem historischen Umbruch, und Donald Trump macht keinen Hehl daraus, dass er den amtierenden Fed-Chef Jerome Powell am liebsten sofort vor die TĂŒr setzen wĂŒrde. In einer bemerkenswert offenen Attacke gegen die UnabhĂ€ngigkeit der Zentralbank verkĂŒndete der US-PrĂ€sident am Dienstag im Oval Office, er wisse bereits, wer die Federal Reserve kĂŒnftig fĂŒhren solle. Gleichzeitig beklagte er sich bitter darĂŒber, dass ihn "andere" daran hinderten, Powell umgehend zu entlassen.
Ein PrÀsident auf Konfrontationskurs
"Ich wĂŒrde den Mann, der derzeit im Amt ist, am liebsten sofort rauswerfen, aber man hĂ€lt mich zurĂŒck", polterte Trump vor versammelter Presse. Diese unverhohlene Drohung gegen die UnabhĂ€ngigkeit der Notenbank dĂŒrfte an den FinanzmĂ€rkten fĂŒr erhebliche Unruhe sorgen. SchlieĂlich gilt die Fed traditionell als politisch unabhĂ€ngige Institution â ein Prinzip, das Trump offenbar wenig schert.
Der Grund fĂŒr Trumps Zorn auf Powell liegt auf der Hand: Der Fed-Chef senke die Zinsen nach Ansicht des PrĂ€sidenten zu langsam. Trump, der niedrige Zinsen als Treibstoff fĂŒr die Wirtschaft und seine Wiederwahl-Chancen betrachtet, sieht in Powell einen Bremsklotz seiner wirtschaftspolitischen Ambitionen.
Das hochpolitische Casting lÀuft auf Hochtouren
Hinter den Kulissen orchestriert Finanzminister Scott Bessent bereits die Suche nach Powells Nachfolger. Die Kandidatenliste sei auf fĂŒnf Namen geschrumpft, darunter die amtierenden Fed-Gouverneure Christopher Waller und Michelle Bowman sowie der frĂŒhere Gouverneur Kevin Warsh. Auch Kevin Hassett, Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats des WeiĂen Hauses, und Rick Rieder vom Vermögensverwalter BlackRock seien noch im Rennen.
"Wir haben einige ĂŒberraschende Namen und einige bekannte Namen, ĂŒber die jeder spricht. Und vielleicht gehen wir den normalen Weg. Es ist schön, hin und wieder politisch korrekt zu handeln."
Diese kryptische ĂuĂerung Trumps lĂ€sst tief blicken: Der PrĂ€sident scheint zwischen seinem Wunsch nach einem loyalen Gefolgsmann und der Notwendigkeit zu schwanken, das Vertrauen der FinanzmĂ€rkte nicht vollends zu verspielen.
Der Zeitplan steht fest â die Entscheidung naht
Bessent kĂŒndigte gegenĂŒber Fox News an, der Auswahlprozess solle noch vor Weihnachten abgeschlossen werden. Nach einer weiteren Interviewrunde wĂŒrden die Kandidaten direkt nach Thanksgiving im WeiĂen Haus vorsprechen. Mitte Dezember werde Trump dann die letzten drei Bewerber persönlich treffen und seine Entscheidung fĂ€llen.
Besonders pikant: Trump hĂ€tte eigentlich seinen Finanzminister Bessent selbst gerne an der Spitze der Fed gesehen. Doch dieser genieĂe seine derzeitige Rolle zu sehr, um das Finanzministerium zu verlassen â eine diplomatische Umschreibung dafĂŒr, dass Bessent offenbar klug genug ist, sich nicht in die Schusslinie zwischen Trump und den FinanzmĂ€rkten zu begeben.
Ein gefĂ€hrlicher Balanceakt fĂŒr den Nachfolger
Wer auch immer Powells Nachfolge antritt, wird vor einer Herkulesaufgabe stehen: Er muss Trumps Forderungen nach niedrigeren Zinsen nachkommen, ohne dabei die GlaubwĂŒrdigkeit der Fed zu ruinieren. Ein zu willfĂ€hriger Fed-Chef könnte das Vertrauen der Anleger in die UnabhĂ€ngigkeit der Notenbank nachhaltig erschĂŒttern â mit unabsehbaren Folgen fĂŒr den Dollar und die US-Wirtschaft.
Powells Amtszeit als Fed-Vorsitzender endet zwar erst im Mai, doch Trump macht bereits jetzt unmissverstĂ€ndlich klar, dass er die Tage zĂ€hlt. Die Berufung als Gouverneur lĂ€uft sogar noch bis 2028, was Powell theoretisch einen gewissen Schutz bietet. Doch gegen einen PrĂ€sidenten, der sich offen ĂŒber institutionelle Schranken hinwegsetzt, dĂŒrfte auch das nur begrenzten Schutz bieten.
Die MÀrkte schauen nervös zu
WĂ€hrend Trump seine Machtspiele treibt, beobachten die FinanzmĂ€rkte das Spektakel mit wachsender Sorge. Die UnabhĂ€ngigkeit der Zentralbank ist kein abstraktes Prinzip, sondern die Grundlage fĂŒr stabiles Geld und verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen. Sollte Trump tatsĂ€chlich einen willfĂ€hrigen Jasager an die Fed-Spitze hieven, könnte dies das Ende der geldpolitischen GlaubwĂŒrdigkeit bedeuten â mit katastrophalen Folgen fĂŒr Sparer und Anleger.
In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, warum physische Edelmetalle wie Gold und Silber als krisensichere Anlage unverzichtbar sind. WĂ€hrend Papiergeld durch politische Einflussnahme entwertet werden kann, behalten Edelmetalle ihren inneren Wert. Sie sind der ultimative Schutz gegen geldpolitische Experimente und politische WillkĂŒr â eine Versicherung, die in Trumps Amerika wichtiger denn je erscheint.










