
Traditioneller Stahlkonzern vor dem Aus: Thyssenkrupp plant drastischen Stellenabbau
Die einstige Erfolgsgeschichte des deutschen Traditionsunternehmens Thyssenkrupp steht möglicherweise vor ihrem Ende. Der Konzern, der maĂgeblich zum Ruf des QualitĂ€tssiegels "Made in Germany" beigetragen hat, plant einen massiven Stellenabbau in Deutschland. Innerhalb der nĂ€chsten fĂŒnf Jahre sollen rund 20 Prozent der ArbeitsplĂ€tze wegfallen.
Dramatische Einschnitte in der Stahlsparte
Die KonzernfĂŒhrung hat weitreichende RestrukturierungsmaĂnahmen angekĂŒndigt. Bis zum Jahr 2030 soll die Zahl der BeschĂ€ftigten in der Stahlsparte von derzeit 27.000 auf etwa 16.000 reduziert werden. Der Standort Kreuztal-Eichen steht vor der kompletten SchlieĂung. Insgesamt plant das Management den Abbau von 5.000 ArbeitsplĂ€tzen, wĂ€hrend weitere 6.000 Stellen durch Auslagerungen oder VerkĂ€ufe betroffen sein könnten.
Ideologische "GrĂŒne Transformation" als Kostentreiber
Ein wesentlicher Grund fĂŒr die prekĂ€re Situation des Konzerns scheint die politisch forcierte "grĂŒne Transformation" zu sein. Der Plan, die Stahlproduktion auf Wasserstoff umzustellen und damit klimaneutral zu werden, erweist sich als kostspielige Fehlkalkulation. Die ohnehin durch hohe Energiekosten belastete Stahlproduktion in Deutschland wĂŒrde durch diese Umstellung noch weiter verteuert.
"Um uns zukunftsfest aufzustellen, ist eine umfassende Optimierung und Verschlankung unseres Produktionsnetzwerkes und unserer Prozesse notwendig", erklĂ€rt Thyssenkrupps Stahlchef Dennis Grimm die drastischen MaĂnahmen.
Interne FĂŒhrungskrise verschĂ€rft die Situation
Die Situation wird durch einen internen Machtkampf zusĂ€tzlich verschĂ€rft. Der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Sigmar Gabriel trat vor etwa drei Monaten zusammen mit weiteren FĂŒhrungskrĂ€ften zurĂŒck. Er warf Konzernchef Miguel Ăngel LĂłpez vor, eine aggressive Kampagne gegen die Stahlsparte-FĂŒhrung zu fĂŒhren und das StahlgeschĂ€ft praktisch aufgegeben zu haben.
Wirtschaftsminister Habecks gescheiterte Visionen
Besonders kritisch erscheint die Rolle der Politik. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hatte die "grĂŒne Transformation" der Stahlindustrie zu einem seiner Vorzeigeprojekte erklĂ€rt. Seine Vision, dass es "2050 nur noch grĂŒnen Stahl geben werde", droht nun zum Sargnagel fĂŒr einen der bedeutendsten deutschen Industriekonzerne zu werden. Trotz zugesagter staatlicher Förderungen in Höhe von 2 Milliarden Euro scheinen die Transformationskosten fĂŒr den Konzern nicht tragbar zu sein.
Dramatische ProduktionskĂŒrzungen
Die ProduktionskapazitĂ€ten sollen von aktuell 11,5 Millionen Tonnen auf 8,7 bis 9 Millionen Tonnen reduziert werden - ein RĂŒckgang von bis zu 22 Prozent. Diese drastische Reduzierung könnte weitreichende Folgen fĂŒr die gesamte deutsche Industrie haben, insbesondere fĂŒr die bereits angeschlagene Automobilbranche als wichtigen Abnehmer.
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