Kettner Edelmetalle
13.07.2026
18:54 Uhr

Steuersenkung als Etikettenschwindel: Wie Merz mit der einen Hand gibt und mit der anderen dreifach kassiert

Es ist ein altes Spiel, das die Berliner Politik immer wieder mit Bravour beherrscht: Man verspricht dem BĂŒrger Erleichterung, wĂ€hrend man ihm still und heimlich tiefer in die Tasche greift. Was Friedrich Merz und seine schwarz-rote Koalition derzeit unter dem Deckmantel der „steuerlichen Entlastung“ verkaufen, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als eine der raffiniertesten Umverteilungsmaschinen der jĂŒngeren Geschichte. Die versprochene Erleichterung? FĂŒr Millionen Haushalte existiert sie nur auf dem Papier.

Ein Kanzlerwort, das sich in Luft auflöst

Man erinnere sich: Im ZDF-Sommerinterview gab sich der Kanzler noch staatstragend und eindeutig. Der Koalitionsvertrag gelte, die Steuern wĂŒrden nicht erhöht, so das feierliche Versprechen. Ein klarer Satz, der wenig Interpretationsspielraum ließ. Doch kaum sind die Kameras aus, sprießen die AbgabenplĂ€ne an allen Ecken und Enden empor wie Unkraut nach dem Sommerregen.

„Wir haben uns in diesem Koalitionsvertrag darauf verstĂ€ndigt, dass die Steuern nicht erhöht werden. Und dieser Koalitionsvertrag gilt.“ – Ein Satz, der offenbar ein kĂŒrzeres Haltbarkeitsdatum hatte als so mancher Joghurt im Supermarktregal.

Die Wahrheit ist bitter: Wer wenig oder gar keine Einkommensteuer zahlt, dem nĂŒtzen höhere FreibetrĂ€ge, mehr Kindergeld oder ein spĂ€ter greifender Spitzensteuersatz herzlich wenig. Man kann eben nichts zurĂŒckbekommen, was man nie eingezahlt hat. Und genau hier offenbart sich die zynische Mechanik dieser Politik.

Zucker, Plastik, Alkohol – die Melkkuh BĂŒrger unter dem Gesundheitslabel

Besonders dreist inszeniert wird die geplante Zuckerabgabe. Offiziell geht es natĂŒrlich – wie könnte es anders sein – um die Volksgesundheit. Doch die Finanzkommission rechnet ganz nĂŒchtern mit rund 450 Millionen Euro jĂ€hrlich. Wer glaubt, die Hersteller wĂŒrden diese Kosten aus reiner NĂ€chstenliebe schlucken, der glaubt vermutlich auch noch an die Steuersenkung. Bezahlt wird an der Supermarktkasse – vom kleinen Mann.

Das Muster wiederholt sich

Bei der Plastiksteuer ab 2027 dasselbe Spiel: Rund eine Milliarde Euro sollen hier in die Staatskassen fließen. Verkauft wird das Ganze als Beitrag zu Umwelt und Verantwortung. In Wahrheit betrachtet der Staat Verpackungen lĂ€ngst nicht mehr ökologisch, sondern rein fiskalisch als sprudelnde Einnahmequelle. Und wenn Alkohol- und Tabaksteuern steigen, dann heißt es wieder brav „Lenkung“ – wĂ€hrend das Geld doch nur in einem Haushalt versickert, der ein Loch nach dem anderen aufweist.

Sozial schief: Wer wirklich die Zeche zahlt

Das eigentlich Empörende an dieser Politik ist ihre soziale Schieflage. Ein Gutverdiener zuckt bei höheren Verbrauchsteuern allenfalls mit den Schultern. FĂŒr den Geringverdiener aber, der ohnehin einen weitaus grĂ¶ĂŸeren Anteil seines Einkommens fĂŒr den tĂ€glichen Bedarf ausgeben muss, wird jede Preiserhöhung an der Kasse zur echten Belastung. Ausgerechnet jene, die man angeblich entlasten wollte, trifft es am hĂ€rtesten.

  • Wer kaum Einkommensteuer zahlt, profitiert von der „Entlastung“ nicht.
  • Verbrauchsteuern hingegen werden sofort und von allen fĂ€llig.
  • Kleine Budgets tragen die Hauptlast dieser verfehlten Politik.

Die Mehrwertsteuer verrÀt den wahren Kurs

Am aufschlussreichsten aber ist die Debatte ĂŒber eine Anhebung der Mehrwertsteuer auf satte 22 Prozent. Beschlossen ist das noch nicht – doch allein, dass darĂŒber ĂŒberhaupt laut nachgedacht wird, entlarvt die gesamte Denkweise dieser Regierung. Man sucht nicht zuerst nach Einsparungen, nicht nach einem schlankeren Staatsapparat, nicht nach dem Abbau der wuchernden BĂŒrokratie. Nein, man sucht nach neuen Einnahmen. Der Griff in die Taschen der BĂŒrger ist eben bequemer als jede echte Reform.

In einer Zeit tiefer wirtschaftlicher Verunsicherung ist dies der denkbar schlechteste Weg. Höhere Verbrauchsteuern zerstören Kaufkraft, wĂŒrgen den Konsum ab und belasten Betriebe, die ohnehin schon unter schwacher Nachfrage Ă€chzen. Das Signal an die BĂŒrger ist verheerend: Der Staat denkt gar nicht daran, seine ausufernden Ausgaben ernsthaft zu begrenzen.

Was Deutschland wirklich brÀuchte

Friedrich Merz war einst mit dem Versprechen wirtschaftlicher Vernunft angetreten. Herausgekommen ist eine Politik, die Entlastung verspricht und Belastung organisiert. Was dieses Land tatsĂ€chlich benötigt, sind niedrigere Kosten, weniger BĂŒrokratie und ein deutlich schlankerer Staat. Der Bund muss endlich den Mut aufbringen, seine Ausgaben drastisch zu reduzieren, statt immer neue Abgaben zu erfinden. Neue Steuern sind kein Ersatz fĂŒr dringend nötige Reformen – sie sind lediglich der bequeme Griff in fremde Portemonnaies.

In einem Umfeld, in dem der Staat den Wert des Ersparten durch immer neue Abgaben und eine schleichende Geldentwertung untergrĂ€bt, gewinnt eines an Bedeutung: die Frage nach echter Vermögenssicherung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben ĂŒber Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie sich dem Zugriff und der WillkĂŒr staatlicher Umverteilung entziehen. Als solide Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen können sie ein Fundament der StabilitĂ€t bilden, wenn die Politik das Vertrauen der BĂŒrger zunehmend verspielt.

Wichtiger Hinweis

Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die dargestellten Inhalte geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. FĂŒr steuerliche oder rechtliche Fragestellungen wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Steuerberater oder Rechtsanwalt. Ebenso stellt dieser Artikel keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenstĂ€ndig zu recherchieren und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst.

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