
Siemens-Kahlschlag in Franken: 900 ArbeitsplÀtze fallen dem Rotstift zum Opfer
WĂ€hrend die Siemens-FĂŒhrungsetage sich ĂŒber Milliardengewinne freut, mĂŒssen fast tausend frĂ€nkische Familien um ihre Existenz bangen. Der MĂŒnchner Technologiekonzern macht ernst mit seinem angekĂŒndigten Stellenabbau â und die Region blutet aus. Was fĂŒr ein bitterer Kontrast: 2,4 Milliarden Euro Gewinn im zweiten Quartal, aber gleichzeitig werden 900 ArbeitsplĂ€tze allein im GroĂraum NĂŒrnberg vernichtet.
Die nackte Wahrheit hinter den Zahlen
Nach 14 Wochen zĂ€her Verhandlungen steht das Ergebnis fest: NĂŒrnberg verliert 240 Stellen, Erlangen 400 und FĂŒrth 280. Insgesamt fallen deutschlandweit 2.500 ArbeitsplĂ€tze dem Rotstift zum Opfer. Die Arbeitnehmervertreter, die sich noch vor Kurzem optimistisch zeigten, wurden eines Besseren belehrt. Ihre Hoffnungen auf eine deutliche Reduzierung der Stellenstreichungen zerplatzten wie Seifenblasen.
Besonders perfide erscheint die BegrĂŒndung des Konzerns: Man mĂŒsse sich auf "WachstumsmĂ€rkte" fokussieren und die "Kundenorientierung stĂ€rken". Ăbersetzt heiĂt das wohl: Deutsche ArbeitsplĂ€tze sind zu teuer, die Produktion wandert dorthin, wo die Löhne niedriger sind. Ein Schelm, wer dabei an Standorte in Fernost denkt.
Das MĂ€rchen vom sozialen Gewissen
NatĂŒrlich versucht Siemens, die bittere Pille zu versĂŒĂen. Man spreche von "guten Konditionen" im Sozialplan, von Vorruhestandsregelungen und Abfindungen. FĂŒr etwa ein Drittel der Betroffenen habe man bereits "konzerninterne Lösungen" gefunden. Doch was bedeutet das konkret? Werden hier hochqualifizierte FachkrĂ€fte zu schlechteren Konditionen in andere Bereiche abgeschoben? MĂŒssen Familien ihre Heimat verlassen, um einem Job hinterherzuziehen?
"Wir richten unsere Organisation neu aus fĂŒr nachhaltiges Wachstum", erklĂ€rt Unternehmenssprecher Bernhard Lott.
Nachhaltig? FĂŒr wen denn bitte? Sicherlich nicht fĂŒr die 900 frĂ€nkischen Familien, deren Zukunft nun ungewiss ist. Und auch nicht fĂŒr eine Region, die seit Jahren unter dem Strukturwandel leidet.
Die wahren Schuldigen sitzen in Berlin
Doch die eigentliche Verantwortung fĂŒr dieses Desaster trĂ€gt nicht allein Siemens. Die katastrophale Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre hat deutsche Unternehmen systematisch geschwĂ€cht. Höchste Energiepreise Europas, ausufernde BĂŒrokratie, ideologiegetriebene Klimapolitik â all das macht den Standort Deutschland zunehmend unattraktiv.
Wenn Siemens von einer "schwachen Nachfrage in China" und der "krankenden Autoindustrie" spricht, dann sind das nur die Symptome einer viel tieferen Krise. Die deutsche Automobilindustrie wurde durch ĂŒberzogene CO2-Vorgaben und das Verbot des Verbrennungsmotors systematisch an die Wand gefahren. Kein Wunder, dass die Zulieferer nun die Zeche zahlen mĂŒssen.
Ein Transformationsfonds als Feigenblatt
50 Millionen Euro will Siemens bis 2030 in einen "Transformationsfonds" stecken. Das klingt nach viel, ist aber bei genauerer Betrachtung nicht mehr als ein Tropfen auf den heiĂen Stein. Umgerechnet auf die 2.500 gestrichenen Stellen sind das gerade einmal 20.000 Euro pro betroffenem Mitarbeiter ĂŒber fĂŒnf Jahre verteilt. Davon kann niemand eine Familie ernĂ€hren oder eine neue berufliche Existenz aufbauen.
Die Rede ist von Weiterbildung in "neuen Technologien" wie KĂŒnstlicher Intelligenz. Doch was nĂŒtzt dem 55-jĂ€hrigen Facharbeiter eine KI-Schulung, wenn es fĂŒr ihn keine adĂ€quaten Stellen mehr gibt? Hier wird mit Schlagworten um sich geworfen, wĂ€hrend Menschen ihre Lebensgrundlage verlieren.
Franken blutet aus â und niemand stoppt die Wunde
Was wir hier erleben, ist nichts anderes als die schleichende Deindustrialisierung einer ganzen Region. Franken, einst stolzes Zentrum deutscher Ingenieurskunst, wird StĂŒck fĂŒr StĂŒck seiner industriellen Basis beraubt. Und die Politik? Die schaut tatenlos zu oder feiert sich fĂŒr "Transformationsprozesse", die in Wahrheit nichts anderes sind als der Ausverkauf deutscher ArbeitsplĂ€tze.
Es ist höchste Zeit, dass wir uns wieder auf unsere StĂ€rken besinnen: QualitĂ€t, Innovation und der Schutz heimischer ArbeitsplĂ€tze mĂŒssen wieder PrioritĂ€t haben. Statt Milliarden in fragwĂŒrdige Klimaprojekte zu pumpen, sollte die Politik endlich Rahmenbedingungen schaffen, die es Unternehmen wie Siemens ermöglichen, profitabel in Deutschland zu produzieren.
Denn eines ist sicher: Wenn wir so weitermachen, wird der Siemens-Stellenabbau nur der Anfang sein. Die nĂ€chsten Hiobsbotschaften stehen bereits vor der TĂŒr. Und wieder werden es die fleiĂigen Arbeiter und Angestellten sein, die den Preis fĂŒr eine verfehlte Politik zahlen mĂŒssen.
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