Kettner Edelmetalle
23.04.2026
15:55 Uhr

Schah-Sohn in Berlin: Pahlavi fordert das Ende der Mullah-Kumpanei – und Merz-Regierung duckt sich weg

Schah-Sohn in Berlin: Pahlavi fordert das Ende der Mullah-Kumpanei – und Merz-Regierung duckt sich weg

Es hĂ€tte ein diplomatischer Paukenschlag werden können. Stattdessen wurde es ein weiteres peinliches Kapitel deutscher Außenpolitik: Als Reza Pahlavi, der Sohn des letzten iranischen Schahs, am 23. April in Berlin eintraf, fand er zwar tausende jubelnde AnhĂ€nger auf der Straße – aber kein offenes Ohr im Kanzleramt. Die Bundesregierung zog es vor, den prominenten OppositionsfĂŒhrer wie einen lĂ€stigen Verwandten zu behandeln, den man lieber nicht zum Abendessen einlĂ€dt. Derweil demonstrierten mehr als 9.000 Menschen am ReichstagsgebĂ€ude fĂŒr einen Machtwechsel in Teheran. 800 Polizisten waren im Einsatz. Ein Bild, das BĂ€nde spricht.

Ein klarer Appell – und deutsche Ohren, die sich verschließen

Pahlavi wĂ€hlte im Haus der Bundespressekonferenz klare Worte. Die europĂ€ischen Regierungen, so seine Forderung, sollten endlich aufhören, das Mullah-Regime zu beschwichtigen oder gar mit ihm zu verhandeln. Die LegitimitĂ€t dieses Systems mĂŒsse ihm entzogen werden. „Wo LegitimitĂ€t stirbt, beginnt Macht zu bröckeln“ – ein Satz, der sich nicht nur in Teheran, sondern ebenso in manch westlicher Hauptstadt unbequem anhören dĂŒrfte.

Der 60-JĂ€hrige zeichnete ein erschĂŒtterndes Bild der Lage im Iran. Von zehntausenden Toten sprach er, von 40.000 Menschen, die seit Beginn der Proteste in unbeschrifteten LeichensĂ€cken verscharrt worden seien. Von Regimeschergen, die in KrankenhĂ€user eindrĂ€ngen, um verletzte Demonstranten zu ermorden. Von Krankenschwestern und Pflegern, die getötet wurden, weil sie Regimegegner heimlich behandelten. Allein in den vergangenen beiden Wochen seien 19 Menschen wegen kritischer Äußerungen hingerichtet worden.

Scharfe Kritik am deutschen Medienbetrieb

Besonders bemerkenswert: Pahlavi nahm die deutschen Medien frontal ins Visier. Diese berichteten mittlerweile nahezu ausschließlich ĂŒber die Tragödien des Krieges, wĂ€hrend die GrĂ€ueltaten des Regimes weitgehend unter den Tisch fielen. Regimevertreter kĂ€men ausfĂŒhrlich zu Wort, wenn sie sich ĂŒber Angriffe der USA und Israels beschwerten. Die iranische Protestbewegung hingegen sei aus den Schlagzeilen verschwunden. Stattdessen bemĂŒhten sich deutsche Redaktionen, angebliche „Pragmatiker“ im Mullah-Apparat herbeizuschreiben. Dabei existierten, so Pahlavi, weder Reformer noch Pragmatiker – sondern nur „unterschiedliche Gesichter der gleichen Maschinerie“.

Eine Watsche, die sitzt. Und die man in den deutschen Leitmedien vermutlich wieder aussitzen wird, wie so vieles.

Laschet stellt sich an die Seite – Wadephul kneift

Immerhin: Mit Armin Laschet fand sich ein prominenter CDU-Politiker, der Pahlavi den RĂŒcken stĂ€rkte. Der frĂŒhere Parteivorsitzende erklĂ€rte, er sei ĂŒberzeugt, dass der Schah-Sohn eine Person sein könne, die einen Übergang leite. Viele Iraner sĂ€hen in ihm eine echte Alternative, ihr Name werde bei Protesten immer wieder gerufen.

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hingegen zog es vor, aus sicherer Distanz in Dublin zu verkĂŒnden, Pahlavi reise als Privatperson. Es sei „nicht die Aufgabe der Bundesregierung, derartige GesprĂ€che zu fĂŒhren“. Regierungssprecher Stefan Kornelius legte nach: Die Mullah-FĂŒhrung sei nach wie vor ein Ansprechpartner. Man reibt sich verwundert die Augen: Ein Regime, das Krankenschwestern umbringen lĂ€sst, bleibt also ein legitimer GesprĂ€chspartner – wĂ€hrend ein OppositionsfĂŒhrer, der fĂŒr eine sĂ€kulare Demokratie wirbt, nicht einmal einen Termin im Kanzleramt bekommt. Willkommen in der Außenpolitik von Friedrich Merz, die von der seiner VorgĂ€ngerin nicht allzu weit entfernt zu sein scheint.

Tomatensoße statt Argumente

Wie tief die politische Debattenkultur mittlerweile gesunken ist, zeigte sich nach dem Pressetermin: Ein junger Mann bespritzte Pahlavi mit roter FlĂŒssigkeit – mutmaßlich Tomatensoße – und beschmierte ihm Hals und Schultern. Die Polizei nahm den TĂ€ter fest. Es wird wegen Körperverletzung, SachbeschĂ€digung und Beleidigung von Personen des politischen Lebens ermittelt. Man kennt diese Methoden mittlerweile von der linksextremen Szene, die politische Debatten lieber mit Farbbeuteln als mit Argumenten fĂŒhrt.

Wie groß ist der RĂŒckhalt wirklich?

Offen bleibt die Frage nach dem tatsĂ€chlichen RĂŒckhalt Pahlavis in der iranischen Bevölkerung. Die Opposition ist zersplittert, ideologische und ethnische Differenzen trennen die Lager. Eine Umfrage des niederlĂ€ndischen Instituts GAMAAN vom September 2025 attestierte ihm dennoch beachtliche Zustimmungswerte: Rund 35,4 Prozent der Befragten sprachen sich stark, weitere 34 Prozent tendenziell fĂŒr eine ÜbergangsprĂ€sidentschaft Pahlavis aus. 30,6 Prozent lehnten sie ab. Andere Oppositionsgruppen bezweifeln allerdings die Methodik dieser Erhebung – was bei den Rahmenbedingungen von Zensur und Repression im Iran kaum ĂŒberraschen dĂŒrfte.

Eine historische Chance – und das Versagen Berlins

Pahlavi sprach davon, das Regime sei „noch nie so schwach wie jetzt“. Es bestehe eine einmalige historische Gelegenheit, diesem System ein Ende zu bereiten. Eine EinschĂ€tzung, die man angesichts der militĂ€rischen SchlĂ€ge Israels und der USA auf iranische Atomanlagen im Juni 2025 durchaus teilen kann. Das klerikale System wankt. Die Frage ist, ob der Westen den Mut aufbringt, diese SchwĂ€che zu nutzen – oder ob er weiter auf „Dialog“ und „Diplomatie“ mit einem mörderischen Regime setzt, das seit Jahrzehnten die Welt belĂŒgt und die eigene Bevölkerung niederknĂŒppelt.

Deutschland jedenfalls hat in Berlin eine Chance vertan. Eine historische Persönlichkeit reist in die Hauptstadt, tausende Iraner feiern ihn auf der Straße – und die Bundesregierung duckt sich weg. Man möchte es nicht fĂŒr möglich halten, doch es ist bittere RealitĂ€t: WĂ€hrend Washington und Jerusalem lĂ€ngst handeln, produziert Berlin weiter PresseerklĂ€rungen und diplomatische Floskeln. Was bleibt, ist das Bild eines Landes, das zunehmend den Mut verloren hat, fĂŒr Freiheit und gegen Tyrannei klar Position zu beziehen.

Was das fĂŒr Anleger bedeutet

Die politischen UnwĂ€gbarkeiten im Nahen Osten, ein zunehmend instabiles Regime in Teheran, ein schwelender Ukraine-Krieg und wachsende geopolitische Spannungen wirken sich unmittelbar auf die FinanzmĂ€rkte aus. Wer in solchen Zeiten sein Vermögen sichern möchte, tut gut daran, einen Blick auf bewĂ€hrte Krisenanker zu werfen. Physisches Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte hinweg als verlĂ€sslicher Schutz gegen politische Verwerfungen, WĂ€hrungskrisen und inflationĂ€re Entwicklungen erwiesen. Als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten Edelmetalle das, was weder Aktien noch Staatsanleihen garantieren können: greifbare, unabhĂ€ngige Substanz.

Hinweis: Der vorliegende Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die genannten EinschĂ€tzungen geben die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist fĂŒr seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte sich vor einer Anlage eigenstĂ€ndig informieren oder fachkundigen Rat einholen.

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