
Rubios Karibik-Offensive: Washington dreht Kuba den Ölhahn zu und drängt auf Bündnis gegen Gangs
Während Europa sich in endlosen Debatten über Gendersternchen und Klimakleber verliert, macht die Trump-Administration vor, wie entschlossene Außenpolitik aussieht. US-Außenminister Marco Rubio reiste am Mittwoch nach Saint Kitts und Nevis, um den Staats- und Regierungschefs der Karibik eine unmissverständliche Botschaft zu überbringen: Amerika ist zurück – und zwar mit Nachdruck.
Trumps Hemisphäre: Schluss mit dem Wegschauen
Bei einem Treffen mit der CARICOM, dem Zusammenschluss von 15 karibischen Mitgliedstaaten und fünf assoziierten Mitgliedern, forderte Rubio eine deutlich engere Zusammenarbeit im Kampf gegen internationale Verbrechersyndikate. Die westliche Hemisphäre sei „viel zu lange ignoriert worden", erklärte der Außenminister laut einem Transkript seiner Rede. Man wolle nun eine „neue Dynamik" aufbauen und mit den karibischen Partnern bei gemeinsamen Herausforderungen kooperieren.
Besonders der Drogenhandel durch die Region bereitet Washington Sorgen. Rubio räumte dabei erstaunlich offen ein, dass viele der schwer bewaffneten kriminellen Gruppen ihre Waffen aus den Vereinigten Staaten beziehen würden. Man arbeite intensiv mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen, um diesen Strom zu unterbinden. Auch in Haiti verfolge man einen harten Kurs gegen die dort wütenden Banden.
Kuba: Der Elefant im Raum
Was Rubio in seinen öffentlichen Bemerkungen wohlweislich nicht erwähnte, war das Thema, das den karibischen Staatschefs am meisten unter den Nägeln brennt: Kuba. Die Trump-Administration blockiert Öllieferungen an den sozialistischen Inselstaat und verschärft damit eine ohnehin katastrophale humanitäre Lage. Seit dem Sturz des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro am 3. Januar – eines der wichtigsten Verbündeten Havannas – hat sich Kubas Situation dramatisch verschlechtert.
Präsident Trump hatte zuvor mit Zollerhöhungen gegen jede Nation gedroht, die Energielieferungen an Kuba ermöglicht. Gleichzeitig forderte er die kubanische Führung auf, ein Abkommen zu schließen, um eine Verschlimmerung der humanitären Krise abzuwenden. Ein klassisches Druckmittel, das an die kompromisslose Verhandlungsführung erinnert, die Trump auch gegenüber der EU und China an den Tag legt.
Ein Hauch von Entspannung?
Interessanterweise gab es am selben Tag ein Signal der Lockerung: Das US-Finanzministerium erklärte, man werde den Verkauf venezolanischen Öls für den Gebrauch in Kuba erlauben – allerdings nur unter der Bedingung, dass die Transaktionen weder das Militär noch die Regierung unterstützen. Man handle aus „Unterstützung und Solidarität mit dem kubanischen Volk", hieß es. Zusätzlich hätten die USA neun Millionen Dollar an humanitärer Hilfe zugesagt, die über die katholische Kirche verteilt werde.
Ob diese Geste ausreicht, um die wachsende Nervosität in der Karibik zu dämpfen, darf bezweifelt werden. Jamaikas Premierminister Andrew Holness warnte eindringlich vor den Folgen einer anhaltenden Krise auf der Insel. „Humanitäres Leid dient niemandem", sagte er und mahnte einen „konstruktiven Dialog zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten" an, der auf Deeskalation, Reform und Stabilität abziele. Eine verlängerte Krise in Kuba werde nicht auf Kuba beschränkt bleiben, sondern Migration, Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität im gesamten karibischen Becken beeinflussen.
Venezuela: Maduro gestürzt, doch die Demokratie lässt auf sich warten
Rubio äußerte sich auch zur Lage in Venezuela nach der von den USA orchestrierten Absetzung Maduros. Die Übergangsregierung habe „bedeutende Veränderungen" eingeleitet, darunter die Freilassung politischer Gefangener. Doch – und hier wurde der Außenminister unmissverständlich – die neuen Machthaber bräuchten die Legitimität freier, demokratischer Wahlen. Eine Mahnung, die zeigt, dass Washington zwar bereit ist, Regime zu stürzen, aber durchaus auch den demokratischen Anspruch hochhält.
Der Gastgeber des Treffens, der Premierminister von Saint Kitts und Nevis, Terrance Drew, brachte die Sorgen der Region auf den Punkt: „Ein destabilisiertes Kuba wird uns alle destabilisieren." Die CARICOM solle als Vermittler für einen Dialog über Kubas Zukunft fungieren.
Was Deutschland von Trumps Karibik-Strategie lernen könnte
Während die neue Große Koalition unter Friedrich Merz in Berlin ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen auf den Weg bringt, das künftige Generationen mit Schulden belastet, zeigt die Trump-Administration, wie man geopolitische Interessen mit harter Hand durchsetzt – ohne dabei den eigenen Steuerzahler über Gebühr zu belasten. Die Botschaft aus Saint Kitts und Nevis ist klar: Wer in seiner Hemisphäre Ordnung schaffen will, muss bereit sein, unbequeme Entscheidungen zu treffen. Ob die Blockade Kubas am Ende zum gewünschten Ergebnis führt oder die Region weiter destabilisiert, bleibt abzuwarten. Doch eines muss man der amerikanischen Außenpolitik lassen: Sie hat eine klare Richtung. Das ist mehr, als man von der deutschen Außenpolitik der vergangenen Jahre behaupten könnte.
Die Entwicklungen in der Karibik verdienen jedenfalls mehr Aufmerksamkeit, als ihnen hierzulande zuteilwird. Denn die geopolitischen Verschiebungen in der westlichen Hemisphäre – vom Sturz Maduros bis zur Kuba-Krise – haben das Potenzial, globale Handelsströme und Migrationsrouten nachhaltig zu verändern. Und das betrifft am Ende auch Europa.










