
Rosneft-Poker: Berlin kniet vor Moskau â Schwedt vor dem Aus?

WĂ€hrend die Bundesregierung in Berlin weiter den groĂen Strategen mimt, offenbart ein Vorgang im Hintergrund das ganze AusmaĂ der energiepolitischen Bredouille, in die uns die vergangenen Jahre manövriert haben: Die Bundesregierung verhandelt offenbar mit dem russischen Ălkonzern Rosneft ĂŒber eine mögliche Aussetzung des laufenden Klageverfahrens gegen die staatliche Treuhandverwaltung der deutschen Rosneft-Töchter. Das geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage hervor, ĂŒber die das Portal "Politico" berichtet. Eine Einigung sei bislang nicht erzielt worden.
Der diplomatische Eiertanz
"Die Klage wurde bisher nicht ruhend gestellt. Die Prozessbeteiligten und deren Prozessvertreter sind in Verhandlungen ĂŒber eine etwaige Ruhendstellung des Verfahrens", heiĂe es in der nĂŒchternen Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage des GrĂŒnen-Bundestagsabgeordneten Michael Kellner. Ăbersetzt aus dem Beamtendeutsch: Man verhandelt â mit jenem Konzern, den man eigentlich vor die TĂŒr gesetzt hat. Die diplomatische Pirouette dĂŒrfte selbst eingefleischte Beobachter der Berliner PolitikbĂŒhne in Staunen versetzen.
Rosneft hatte die Klage Ende MĂ€rz â zunĂ€chst nur fristwahrend â beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingereicht. Sie richtet sich gegen eine Anordnung des Bundeswirtschaftsministeriums vom 27. Februar, mit der die deutschen Rosneft-Töchter â und damit die MehrheitseigentĂŒmer der brandenburgischen Raffinerie PCK in Schwedt â auf neuer Rechtsgrundlage dauerhaft unter staatliche Treuhandverwaltung gestellt worden waren.
Die Pipeline-Falle schnappt zu
Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn parallel zur juristischen Auseinandersetzung hat Russland am 1. Mai die Druschba-Pipeline gesperrt, ĂŒber die bislang Rohöl aus Kasachstan zur PCK in Schwedt transportiert wurde. Seitdem versuche das Bundeswirtschaftsministerium hĂ€nderingend, die Versorgung ĂŒber alternative Wege wie Polen zu sichern â bislang allerdings ohne durchschlagenden Erfolg. Wer hĂ€tte das ahnen können, dass Moskau seine Hebel auch tatsĂ€chlich einmal zieht?
Die Raffinerie in Schwedt ist nicht irgendein Industriebetrieb, sondern das HerzstĂŒck der Kraftstoffversorgung fĂŒr Berlin, Brandenburg und Teile Mecklenburg-Vorpommerns. Tausende ArbeitsplĂ€tze hĂ€ngen direkt oder indirekt von ihr ab. Eine Region, die ohnehin nicht mit wirtschaftlichem Ăberfluss gesegnet ist, könnte hier in eine veritable Strukturkrise schlittern â mit allen sozialen und politischen Verwerfungen, die daraus resultieren wĂŒrden.
GrĂŒne Forderungen mit Tunnelblick
Kritik kommt â wie könnte es anders sein â von den GrĂŒnen. Russland wolle die Raffinerie an die Wand fahren, lieĂ Kellner mit Blick auf die Blockade der kasachischen Ăllieferungen und die laufende Klage verlauten. Die Bundesregierung solle diesem Treiben den Boden entziehen und Rosneft in Deutschland kurzerhand enteignen, forderte der Abgeordnete. Eine bemerkenswerte Haltung jener Partei, die maĂgeblich daran beteiligt war, Deutschland in die jetzige energiepolitische Sackgasse zu manövrieren. Erst die Atomkraftwerke abschalten, dann russisches Gas verteufeln, parallel zu Kohleausstiegen aufrufen â und nun, wenn die Suppe versalzen ist, soll der nĂ€chste radikale Schritt folgen: Enteignung. Ein Konzept mit fatalem Beigeschmack in der deutschen Geschichte und ein Signal, das international ankommen dĂŒrfte wie ein nasser Sack.
Die bittere Lehre fĂŒr den BĂŒrger
Was bleibt, ist die ernĂŒchternde Erkenntnis: Eine Bundesregierung, die jahrelang AbhĂ€ngigkeiten ignorierte, dann hastig Sanktionspolitik betrieb, ohne deren Konsequenzen zu Ende zu denken, sitzt nun am Verhandlungstisch mit jenen, denen sie eigentlich den Stuhl vor die TĂŒr gestellt hatte. Der deutsche Steuerzahler dĂŒrfte am Ende fĂŒr die Zeche aufkommen â wie so oft, wenn ideologische Politik auf knallharte ökonomische RealitĂ€t trifft. Die strukturellen VersĂ€umnisse der vergangenen Ampel-Jahre wirken nach, und auch die neue GroĂe Koalition unter Friedrich Merz hat bislang keine Antwort gefunden, die ĂŒber taktische Manöver hinausreicht.
Sachwerte als Bollwerk gegen das Chaos
Wer dieser Tage die Nachrichtenlage verfolgt, dem sollte eines klar werden: Die geopolitischen und wirtschaftlichen Risiken nehmen nicht ab, sie potenzieren sich. Pipelines werden gesperrt, Konzerne enteignet, Klagen verhandelt â die Welt der VerlĂ€sslichkeiten zerbröselt zusehends. In einem solchen Umfeld erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als das, was sie seit Jahrtausenden sind: ein verlĂ€sslicher Anker in stĂŒrmischen Zeiten. Wer sein Vermögen breit aufstellt und einen sinnvollen Anteil in physische Edelmetalle investiert, wappnet sich gegen genau jene Verwerfungen, die uns die Politik der vergangenen Jahre eingebrockt hat.
Hinweis: Die in diesem Artikel geĂ€uĂerten EinschĂ€tzungen stellen ausschlieĂlich die Meinung der Redaktion dar und sind keine Anlageberatung. Wir betreiben keine Anlageberatung. Jeder Leser ist verpflichtet, sich vor Anlageentscheidungen eigenstĂ€ndig zu informieren und gegebenenfalls fachkundigen Rat einzuholen. FĂŒr Anlageentscheidungen und deren Folgen ist jeder Anleger selbst verantwortlich.
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