Kettner Edelmetalle
19.10.2026
09:02 Uhr
KI-generiert

Pekings stiller Rückzug: China wirft US-Anleihen ab – und kauft Gold!

Pekings stiller Rückzug: China wirft US-Anleihen ab – und kauft Gold!
Symbolbild: KI-generiert

China hat seine Bestände an US-Staatsanleihen im August auf den tiefsten Stand seit 18 Jahren gedrückt. Nach Zahlen, die das US-Finanzministerium am Freitag veröffentlichte, hielt Peking nur noch 590,7 Milliarden Dollar an Treasuries. Auch Japan, der größte ausländische Gläubiger Amerikas, verkaufte kräftig. Das Vertrauen in Washingtons Schuldenpolitik bekommt damit sichtbare Risse.

27 Milliarden Dollar in einem Monat

Im Juli lagen Chinas Bestände noch bei 618 Milliarden Dollar. Innerhalb von vier Wochen schmolzen sie also um 27,3 Milliarden. Laut dem chinesischen Finanzdatenanbieter Wind war das Niveau zuletzt im August 2008 so niedrig. Damals waren die Bestände auf 573,7 Milliarden Dollar gefallen.

Zur Einordnung: Auf dem Höhepunkt um das Jahr 2013 hatte Peking zeitweise mehr als 1,3 Billionen Dollar in amerikanischen Staatspapieren gebunkert. Seitdem hat sich der Bestand mehr als halbiert. Ein Zufall ist das nicht. Es wirkt eher wie eine Strategie, die seit Jahren konsequent verfolgt wird.

Japan zieht mit – London und Ottawa springen ein

Tokio trennte sich im August von US-Anleihen im Wert von 35,6 Milliarden Dollar. Der japanische Bestand sank damit von rund 1,1 Billionen auf 1,07 Billionen Dollar. Die beiden wichtigsten asiatischen Geldgeber Amerikas verkauften also im selben Monat.

Insgesamt stiegen die ausländischen Bestände trotzdem leicht an, nämlich von 9,25 auf 9,33 Billionen Dollar. Vor allem Großbritannien und Kanada kauften zu. Gerade bei Kanada werden Beobachter misstrauisch: Medienberichten zufolge kletterten die kanadischen Bestände auf 465 Milliarden Dollar, vor fünf Jahren waren es nur 169 Milliarden. In Finanzkreisen kursiert deshalb die Vermutung, chinesisches Kapital könnte teilweise über Drittstaaten verbucht werden. Bewiesen ist das allerdings nicht.

Warum die Welt dem Dollar weniger traut

Die Gründe liegen auf der Hand. Washington türmt Schulden auf, als gäbe es kein Morgen. Moody's hat den USA bereits im Mai 2025 die letzte verbliebene Top-Bonitätsnote entzogen. Dazu kommen Trumps Zollkriege und die Sorge, dass Dollar-Reserven im Ernstfall eingefroren werden könnten. Für Peking ist das kein theoretisches Risiko, sondern ein Kernproblem der nationalen Sicherheit.

Wer einem Schuldner weniger traut, leiht ihm weniger. So simpel ist die Logik.

Die Gegenbewegung glänzt

Spannend ist, wohin das Geld fließt. Nach Angaben des World Gold Council stockte die chinesische Zentralbank ihre Goldreserven im September um rund 23 Tonnen auf. Das war der größte Monatskauf seit Oktober 2023 und bereits der 23. Zukauf in Folge. Peking kaufte damit ausgerechnet in einer Phase, in der der Goldpreis nachgab, also antizyklisch und mit langem Atem.

Dabei macht Gold laut World Gold Council noch immer weniger als zehn Prozent der chinesischen Währungsreserven aus. In den USA und in Deutschland liegt der Anteil bei rund 70 Prozent. Der Nachholbedarf ist also gewaltig. Er dürfte die Nachfrage nach dem Edelmetall noch über Jahre stützen.

Was das für deutsche Sparer bedeutet

Zentralbanken spekulieren nicht auf das nächste Quartal. Sie wollen Kaufkraft über Jahrzehnte sichern. Und genau hier setzen sie offenbar immer weniger auf Papierversprechen hochverschuldeter Staaten. Die Bundesregierung mit ihrem 500-Milliarden-Sondervermögen eingeschlossen.

Bürger sollten sich deshalb fragen: Wenn selbst Notenbanken ihre Reserven vom Schuldschein in Richtung Gold umschichten, warum sollte man das im eigenen Depot ignorieren? Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle Absicherung gegen Schuldenexzesse und Währungsrisiken sein.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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