
Paris brennt, Linke jubeln: Kommt die Krawall-Welle nach Deutschland?

Während in Frankreich Autos brennen und Geschäfte geplündert werden, kündigen die Linksjugend und der Studentenverband Die Linke.SDS an, die „Energie“ der Proteste nach Deutschland zu holen. Am Mittwoch, dem 21. Oktober, wollen sie dafür ein bundesweites Online-Treffen abhalten. Als Rednerin ist auch Linken-Chefin Ines Schwerdtner angekündigt.
Ein Video aus Paris und eine klare Botschaft
Ausgerechnet am Samstag, als in vielen französischen Städten schwere Ausschreitungen tobten, veröffentlichte der Linken-Nachwuchs ein Instagram-Video von der Straße in Paris. Ein Teilnehmer spricht darin von „zigtausend anderen Menschen, die keinen Bock mehr haben, sich ausbeuten zu lassen“. Dann kommt der Satz, der aufhorchen lässt:
„Die Energie, die hier herrscht, die nehmen wir mit nach Deutschland, die nehmen wir mit in den Zoom am 21.10. um 16 Uhr. Kommt vorbei!“
Die Veranstaltung trägt den Titel „Proteste in Frankreich“. Sie soll um 16.30 Uhr beginnen und in zahlreiche Ortsgruppen übertragen werden. Neben Schwerdtner soll Hadrien Clouet sprechen, Abgeordneter der linkspopulistischen Partei La France insoumise. In einem weiteren Clip heißt es: „Das was in Frankreich passiert, wäre auch in Deutschland möglich.“ Ist das eine Verheißung? Oder eine Drohung?
Was in Frankreich wirklich passiert
Ende September fing alles mit Schulblockaden an. Den Schülern ging es um ausfallenden Unterricht, marode Gebäude und überfüllte Klassen. Inzwischen ist daraus eine landesweite Welle der Gewalt geworden. Allein am 6. Oktober gingen nach Angaben des Innenministeriums rund 250.000 Menschen auf die Straße. Premierminister Sébastien Lecornu sprach Medienberichten zufolge von den gewalttätigsten Schulprotesten seit Jahrzehnten.
Die Bilanz ist erschreckend. Am 8. Oktober wurden laut Innenministerium 504 Menschen festgenommen, 48 Polizisten wurden verletzt. Nach den Krawallen vom Samstag nahm die Polizei Berichten zufolge allein in Paris 855 Personen fest. Auch in Metz und Nancy, also direkt an der Grenze zum Saarland, soll es Plünderungen gegeben haben. Präsident Macron drohte den Randalierern mit Konsequenzen.
„Wir stehen an Eurer Seite“
Auch die Bundespartei stellt sich hinter die Bewegung. Am 8. Oktober schrieb die Linke auf Instagram, Hunderttausende Jugendliche gingen in Frankreich auf die Straße. Es gehe um soziale Rechte und ein bezahlbares Leben, gegen Krieg und gegen den „Vormarsch der extremen Rechten“. Schuld an der Misere sei nach Lesart der Partei die Sparpolitik in Paris.
Das passt nicht ganz zusammen. Frankreich ächzt unter einem gewaltigen Schuldenberg, und die Regierung bekommt seit Monaten kaum einen Haushalt zustande. Wer da „Sparpolitik“ anprangert, verschweigt gern, wer die Rechnung am Ende bezahlt. Das sind die Steuerzahler und die nächste Generation, also genau die Jugendlichen, die jetzt auf die Straße gehen.
Auch Brüssel dient als Vorbild
Am 9. Oktober waren Mitglieder von Linksjugend und SDS nach eigenen Angaben mit 50.000 Menschen bei einer Großdemonstration in Brüssel. Dort sollen Vermummte Gegenstände auf Polizisten geworfen und Feuer gelegt haben, die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Die Linksjugend sprach von „riesiger Polizeigewalt“. Die belgische Regierung begegne den Forderungen „nur mit Schlagstock und Granaten“, hieß es. Kein Wort dagegen über die Gewalt aus den eigenen Reihen der Demonstranten.
Der frühere Linken-Bundestagskandidat Kerem Schamberger teilte auf Facebook ein Bild vom Eiffelturm: palästinensische Flaggen, Pyrotechnik, Rauch. Dazu schrieb er: „Die schönste Aufnahme des Eiffelturms. Von gestern.“
Ein Weckruf für Berlin
Natürlich darf jeder friedlich demonstrieren. Problematisch wird es erst, wenn eine Bundestagspartei Proteste zum Vorbild erklärt, bei denen Schulen angegriffen und Polizisten verletzt werden. Aus Sicht unserer Redaktion muss sich die Linke fragen lassen, wo genau sie die Grenze zieht. Und auch die Bundesregierung sollte wachsam sein: Die Polizei ist hierzulande ohnehin am Limit, und die erfasste Kriminalität liegt auf Rekordniveau.
Frankreich zeigt, wie schnell aus Frust über kaputte Schulen und hohe Preise offener Aufruhr werden kann. Ein Exportschlager, den sich die meisten Deutschen sicher nicht wünschen.










