
Migrationswende? Fast 50.000 Zuwanderer allein im ersten Quartal 2026

Die Zahlen sprechen eine unmissverstĂ€ndliche Sprache â und sie erzĂ€hlen eine Geschichte, die so gar nicht zum Narrativ der Bundesregierung passen will. Im ersten Quartal 2026 sind ĂŒber das Asylsystem und den Familiennachzug knapp 50.000 Migranten aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland gekommen. Von einer echten Migrationswende kann bei diesen Dimensionen beim besten Willen keine Rede sein.
Familiennachzug auf konstantem Niveau â trotz Regierungswechsel
Zwischen Januar und MĂ€rz 2026 haben die deutschen Auslandsvertretungen rund 27.000 Visa zum Zwecke des Familiennachzugs ausgestellt. Das geht aus Angaben des AuĂenministeriums unter Minister Johann Wadephul (CDU) hervor. Man reibt sich verwundert die Augen: Die Zahlen bewegen sich auf nahezu identischem Niveau wie unter der VorgĂ€ngerregierung. Im Vergleichszeitraum 2025 waren es 28.700 erteilte Visa, unter der grĂŒnen AuĂenministerin Annalena Baerbock sogar 32.300. Ein marginaler RĂŒckgang also â kaum mehr als ein statistisches Rauschen.
Bemerkenswert ist die Verschiebung bei den HerkunftslĂ€ndern. Die meisten Visa gingen an tĂŒrkische Staatsangehörige (4.400), gefolgt von Kosovaren (3.500), Indern (2.700), Syrern (2.100) und Albanern (1.200). WĂ€hrend die AntrĂ€ge syrischer StaatsbĂŒrger um mehr als die HĂ€lfte zurĂŒckgingen â eine Folge der verĂ€nderten politischen Lage in Syrien â, haben sich die Visa fĂŒr Familienangehörige aus dem Kosovo gegenĂŒber dem Vorjahresquartal nahezu verdoppelt. Man tauscht also gewissermaĂen eine Zuwanderungsquelle gegen eine andere aus.
AsylerstantrÀge: Afghanen dominieren die Statistik
Parallel dazu stellten exakt 22.491 Personen einen Erstantrag auf Asyl beim Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge. Die HauptherkunftslĂ€nder: Afghanistan (5.957), Syrien (3.042), TĂŒrkei (1.857), Somalia (1.203) und Irak (831). Im Vergleich zum Vorjahresquartal, als noch 36.136 ErstantrĂ€ge eingingen, ist das zwar ein deutlicher RĂŒckgang. Doch wer glaubt, damit sei das Problem gelöst, der irrt gewaltig.
Denn wĂ€hrend die syrischen Antragszahlen sinken, steigen die afghanischen kontinuierlich an. Besonders alarmierend: Die FolgeantrĂ€ge afghanischer StaatsbĂŒrger sind im ersten Quartal 2026 um unfassbare 569,4 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum explodiert. Der Grund? Ein Urteil des EuropĂ€ischen Gerichtshofs vom Oktober 2024, das afghanischen Frauen allein aufgrund ihres Geschlechts einen Asylgrund zusprach, da sie unter den Taliban systematisch diskriminiert wĂŒrden. Ein Urteil mit weitreichenden Konsequenzen, das die Schleusen fĂŒr eine ganz neue Welle von AntrĂ€gen geöffnet hat.
Hochrechnung ergibt 200.000 Zuwanderer pro Jahr
Rechnet man die aktuellen Quartalszahlen auf das Gesamtjahr hoch, ergibt sich ein erschreckendes Bild: Rund 200.000 Personen aus Drittstaaten wĂŒrden 2026 allein ĂŒber Familiennachzug und Asylsystem nach Deutschland einwandern. Das entspricht der Einwohnerzahl einer deutschen GroĂstadt. Jedes Jahr. Und das wohlgemerkt ohne die vielen weiteren Zuwanderungswege wie Arbeitsmigration, Studium oder illegale Einreise.
Bereits 2025 wanderten ĂŒber diese beiden KanĂ€le zusammen mehr als 220.000 Menschen ein â 110.400 ĂŒber den Familiennachzug und 113.236 ĂŒber AsylerstantrĂ€ge. Eine Stadt wie Mainz oder Halle, die sich Jahr fĂŒr Jahr materialisiert und versorgt, untergebracht und integriert werden will. Wer bezahlt das eigentlich alles? Der deutsche Steuerzahler, wer sonst.
Dobrindt feiert sich â die RealitĂ€t spricht dagegen
Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) verkĂŒndete im Januar stolz im Bundestag: âDie Migrationswende wirkt." Von âKontrolle, Kurs und klarer Kante" war die Rede. Seit Dezember werde sogar nach Syrien und Afghanistan abgeschoben. Klingt entschlossen. Klingt nach Tatkraft. Doch wie sieht die Bilanz tatsĂ€chlich aus?
Im vergangenen Jahr wurden 22.787 AuslĂ€nder aus Deutschland abgeschoben â die höchste Zahl seit 2018. Was Dobrindt verschweigt: Unter Angela Merkel lagen die Abschiebezahlen in den Jahren 2016 bis 2018 mit bis zu 25.375 noch deutlich höher. Und selbst diese Zahlen standen in keinem VerhĂ€ltnis zur gleichzeitigen Zuwanderung. Wenn jĂ€hrlich 200.000 kommen und 23.000 gehen, braucht man keinen Taschenrechner, um zu erkennen, dass diese Rechnung niemals aufgehen wird.
Die Bundesregierung unter Friedrich Merz hatte im Wahlkampf eine echte Wende in der Migrationspolitik versprochen. Davon ist bislang wenig zu spĂŒren. Die Zahlen mögen im Vergleich zu den Rekordjahren 2023 und 2024 gesunken sein â doch sie bewegen sich nach wie vor auf einem Niveau, das die Kommunen an ihre Belastungsgrenzen bringt, die Sozialsysteme strapaziert und den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefĂ€hrdet. Eine echte Migrationswende sieht anders aus. Sie erfordert nicht nur markige Worte im Bundestag, sondern konsequentes Handeln â bei der Grenzsicherung, beim Familiennachzug und bei der Durchsetzung geltenden Rechts.
Es ist an der Zeit, dass die Politik die berechtigten Sorgen der BĂŒrger ernst nimmt, statt sich mit geschönten Statistiken selbst auf die Schulter zu klopfen. Deutschland braucht Politiker, die fĂŒr das Land regieren â und nicht an der RealitĂ€t vorbei.










