
MĂ€rkte im Blindflug: Handelskrieg und Zollstreit verunsichern Investoren weltweit
Die globalen FinanzmĂ€rkte befinden sich derzeit in einer Phase extremer Unsicherheit, die selbst erfahrene Investoren vor groĂe Herausforderungen stellt. Die aktuelle Situation sei so unberechenbar wie zuletzt wĂ€hrend der Corona-Krise 2020, berichten fĂŒhrende Vermögensverwalter. Der Grund: Die chaotische Handelspolitik der USA und die damit verbundenen UnwĂ€gbarkeiten bei Zöllen und Handelsbeziehungen.
Achterbahnfahrt an den MĂ€rkten
Die VolatilitĂ€t an den MĂ€rkten hat in den letzten Wochen dramatisch zugenommen. Nach dem Zoll-Schock durch US-PrĂ€sident Trump Anfang April erlebten die Weltbörsen zunĂ€chst einen Einbruch von 15% binnen drei Tagen, nur um sich anschlieĂend um erstaunliche 20% zu erholen. Diese wilden AusschlĂ€ge machen deutlich, wie nervös die MĂ€rkte derzeit sind.
Anleger zwischen allen StĂŒhlen
Francesco Sandrini, Italien-CIO beim gröĂten europĂ€ischen Vermögensverwalter Amundi, bringt es auf den Punkt: "Es gibt keinerlei makroökonomische Sichtbarkeit mehr." Die Folge: Viele Investoren fahren ihre Risiken zurĂŒck und positionieren sich neutral. "Momentan wird man fĂŒr das Eingehen von Risiken nicht belohnt", erklĂ€rt Florian Ielpo von Lombard Odier Investment Managers.
Die gefÀhrliche Rolle der Spekulanten
Besonders besorgniserregend ist der massive Anstieg spekulativer Investments. Ende April erreichten die ZuflĂŒsse in gehebelte ETFs neue RekordstĂ€nde. Auch der Handel mit hochriskanten "Zero-Day-Options" befindet sich auf einem Allzeithoch. Diese Entwicklung könnte sich als Brandbeschleuniger erweisen, sollten die MĂ€rkte erneut unter Druck geraten.
Warnung vor Amateur-Tradern
CĂ©sar PĂ©rez Ruiz, CIO bei Pictet Wealth Management, warnt vor den Gefahren dieser Entwicklung: Die jĂŒngste Markterholung habe viele unerfahrene Trader angelockt, die bei den ersten Anzeichen eines Abschwungs in Panik verkaufen könnten. Die Bank fĂŒr Internationale Zahlungen hat bereits im MĂ€rz davor gewarnt, dass makroökonomische Ăberraschungen aus den USA zunehmend stĂ€rkere Marktreaktionen im Ausland auslösen.
Ausblick bleibt dĂŒster
Die aktuelle Situation erinnert viele Experten an die chaotischen Tage der Corona-Krise. Damals gab es jedoch mit der Entwicklung von Impfstoffen wenigstens einen klaren Hoffnungsschimmer am Horizont. Heute fehlt eine solche Perspektive. Die MÀrkte bleiben im Blindflug - und Anleger tun gut daran, ihre Risiken sorgsam abzuwÀgen.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschlieĂlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist fĂŒr seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte sich ausfĂŒhrlich informieren, bevor er Anlageentscheidungen trifft. Eine Garantie fĂŒr die Richtigkeit und VollstĂ€ndigkeit der Informationen wird nicht ĂŒbernommen.










