
Linksextremer Mob marschiert vor das Haus einer AfD-Abgeordneten â und Politik schweigt

Was sich am Mittwochabend in Jena abgespielt hat, lĂ€sst tief blicken in den Zustand unserer politischen Kultur. Rund 150 schwarz gekleidete, vermummte Gestalten zogen durch die Innenstadt â und endeten ausgerechnet vor dem Privathaus der ThĂŒringer AfD-Landtagsabgeordneten Wiebke Muhsal. Eine sogenannte âSpontanversammlung mit FuĂballbezugâ nennt die Landespolizeiinspektion Jena das Geschehen vornehm. Eine Wortschöpfung, die einen fast zynischen Beigeschmack hat.
Vom Sportfeld direkt vor die HaustĂŒr
Begonnen habe alles am Ernst-Abbe-Sportfeld, wo der FC Carl Zeiss Jena seinen 123. Vereinsgeburtstag gefeiert habe. Die Ultra-Szene des Vereins gilt seit Jahren als unverhohlen links. Was als Vereinsfeier startete, mĂŒndete in einem Marsch quer durch die Stadt, der direkt vor der HaustĂŒr einer politisch Andersdenkenden endete. Zufall? Die Polizei selbst hĂ€lt eine zufĂ€llige Routenwahl fĂŒr unwahrscheinlich. Ein bemerkenswert ehrlicher Satz inmitten einer ansonsten erstaunlich zurĂŒckhaltenden Wortwahl.
Per Megafon habe man der Nachbarschaft erst einmal mitgeteilt, dass die Abgeordnete dort wohne â eine Art öffentliche Markierung, wie man sie aus dĂŒsteren Kapiteln deutscher Geschichte kennt. AnschlieĂend habe die Menge ihren Namen in Verbindung mit einer beleidigenden Parole skandiert. Die Polizei ermittele nun wegen Beleidigung. Ein Anfangsverdacht. Mehr nicht.
Die Saat geht auf
Der AfD-Landtagsabgeordnete Daniel Haseloff fand klare Worte. Er sprach von einer âfeigen und widerwĂ€rtigen Machtdemonstration des linksextremen Randesâ und verwies auf die jahrelange rot-rot-grĂŒne Landespolitik in ThĂŒringen, unter der ein âlinksextremes Biotopâ gediehen sei, das nun seine ersten FrĂŒchte trage. Eine Analyse, der sich kaum widersprechen lĂ€sst, wenn man die Entwicklung der vergangenen Jahre nĂŒchtern betrachtet.
Doppelte MaĂstĂ€be, doppelte Empörung
Besonders bemerkenswert ist das, was nicht geschah: SolidaritĂ€tsbekundungen aus anderen Parteien blieben aus. WĂ€hrend etwa Sachsens CDU-MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer in vergleichbaren FĂ€llen aus dem etablierten Spektrum stets prompt mit MitgefĂŒhlsbekundungen rechnen kann, herrscht bei einer AfD-Abgeordneten betretenes Schweigen. Man darf die Frage stellen, ob der Schutz vor politisch motivierter EinschĂŒchterung in Deutschland inzwischen vom Parteibuch abhĂ€ngt.
Ein Kommentator unter dem Originalbericht erinnert zu Recht an einen frĂŒheren Vorfall: Als sich Demonstranten wĂ€hrend der Corona-MaĂnahmen vor das Privathaus des damaligen baden-wĂŒrttembergischen MinisterprĂ€sidenten Winfried Kretschmann begaben, folgte ein Strafverfahren mit einer Geldstrafe in fĂŒnfstelliger Höhe. Ob die geschickte Umetikettierung als âFuĂballbezugâ in jenem Fall ebenfalls gezogen hĂ€tte? Die Frage stellt sich, die Antwort dĂŒrfte jeder Leser fĂŒr sich selbst finden.
Wenn der Mob die StraĂe zurĂŒckerobert
Was bleibt, ist ein verstörendes Bild: Eine demokratisch gewĂ€hlte Abgeordnete wird vor ihrem eigenen Wohnhaus durch einen schwarz uniformierten Mob bedrĂ€ngt. Vermummte Gesichter, Megafone, Sprechchöre vor der HaustĂŒr â das sind die Methoden eines politischen Klimas, das mit dem SelbstverstĂ€ndnis einer freiheitlichen Demokratie nicht mehr viel gemein hat. Die EinschĂŒchterung politischer Gegner findet lĂ€ngst nicht mehr im rhetorischen Raum statt, sondern direkt vor der WohnungstĂŒr.
Ăber Jahre hinweg wurden in ThĂŒringen unter rot-rot-grĂŒner Regierungsverantwortung Strukturen mit öffentlichen Geldern gepĂ€ppelt, die heute eine Sprache der EinschĂŒchterung sprechen. Wer sich wundert, dass aus subventionierten âDemokratieprojektenâ irgendwann militante AufmĂ€rsche werden, verkennt die Mechanik der Sache. Es war absehbar â und es wird weitergehen, solange die politische Mitte schweigt, wegschaut oder sogar applaudiert, wenn der Aufmarsch nur die âRichtigenâ trifft.
Ein Land im Driftzustand
Wer politisch Andersdenkende derart einschĂŒchtert, hat die Spielregeln der Demokratie lĂ€ngst verlassen. Und wer dazu schweigt, macht sich zum Komplizen. Die Spaltung der Gesellschaft, von der so oft geredet wird, hat sehr handfeste Verursacher. Sie tragen schwarze Kapuzenpullover, sie skandieren vor PrivathĂ€usern, und sie fĂŒhlen sich offenkundig sicher genug, um es ohne Konsequenzen zu tun. Das ist nicht nur die Meinung unserer Redaktion â ein wachsender Teil der deutschen Bevölkerung sieht das lĂ€ngst genauso.
In Zeiten, in denen weder Eigentum noch persönliche Unversehrtheit, weder politische Meinungsfreiheit noch der einfache Hausfrieden zuverlĂ€ssig gewĂ€hrleistet scheinen, gewinnt der Gedanke an echte Vermögenssicherung neue Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben ĂŒber Jahrhunderte bewiesen, dass sie in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Verwerfungen ein verlĂ€sslicher Anker sind â ein stiller Wert, der sich weder durch Inflation noch durch politische WillkĂŒr einfach wegwischen lĂ€sst. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bleiben sie ein bewĂ€hrtes Fundament.










