Kettner Edelmetalle
16.03.2026
07:03 Uhr

Krieg am Golf: 17 Tage Bombardement und kein Ende in Sicht

Krieg am Golf: 17 Tage Bombardement und kein Ende in Sicht

Der Nahe Osten versinkt im Chaos. Seit nunmehr 17 Tagen tobt ein Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran, der mit jedem Tag an BrutalitĂ€t zunimmt und die gesamte Region in einen FlĂ€chenbrand zu verwandeln droht. WĂ€hrend westliche Medien den Nebel der Propaganda kaum zu durchdringen vermögen, zeichnet sich ein Bild ab, das an die dunkelsten Kapitel der jĂŒngeren Kriegsgeschichte erinnert.

Die Straße von Hormus: Völkerrecht als Spielball der MĂ€chtigen

Besonders aufschlussreich ist die Debatte um die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran. Was in westlichen Medien reflexartig als „illegale Blockade" gebrandmarkt wird, erweist sich bei nĂŒchterner juristischer Betrachtung als weitaus komplexer. Der Iran hat das UN-SeerechtsĂŒbereinkommen (UNCLOS) von 1982 zwar unterzeichnet, jedoch nie ratifiziert. Bei der Unterzeichnung habe Teheran ausdrĂŒcklich erklĂ€rt, das Transit-Passage-Regime nur gegenĂŒber Staaten anzuwenden, die UNCLOS selbst ratifiziert hĂ€tten. Damit sei der Iran vertraglich nicht an UNCLOS gebunden.

Das Genfer Übereinkommen ĂŒber das KĂŒstenmeer von 1958, das der Iran tatsĂ€chlich ratifiziert hat, sehe lediglich ein Recht auf „unschĂ€dliche Durchfahrt" vor – ein deutlich schwĂ€cheres Instrument als das UNCLOS-Transit-Passage-Regime. Die Durchfahrt mĂŒsse „unschĂ€dlich" sein und dĂŒrfe den Frieden, die Ordnung oder die Sicherheit des KĂŒstenstaats nicht gefĂ€hrden. Mit anderen Worten: Der Iran verstĂ¶ĂŸt nach dieser Lesart gegen keine VertrĂ€ge, wenn er die Meerenge fĂŒr Schiffe feindlich gesinnter Staaten sperrt.

Die Doppelmoral des Westens offenbart sich hier in geradezu grotesker Weise. Dieselben Regierungen, die ukrainische Angriffe auf russische Tanker in internationalen GewĂ€ssern als legitim erachten, verurteilen nun das iranische Vorgehen in den eigenen HoheitsgewĂ€ssern. Man fragt sich unwillkĂŒrlich: Gilt das Völkerrecht nur dann, wenn es den eigenen geopolitischen Interessen dient?

Eskalation auf allen Fronten

Die militÀrische Lage hat sich seit dem 15. MÀrz 2026 weiter dramatisch verschÀrft. Der Iran habe erstmals im aktuellen Konflikt eine Sejjil-Ballistikrakete auf Israel abgefeuert. EinschlÀge seien in Ramla, Ramat Gan, Bnei Brak und Tel Aviv gemeldet worden, wo ein Sprengkopf ein Wohnhaus getroffen und mindestens zwei Personen verletzt habe. Die israelische Armee habe ihrerseits mit Luftangriffen auf iranische Ziele in den Provinzen Khuzestan, Hormozgan und nahe Teheran reagiert.

Besonders beunruhigend: Bei den nĂ€chtlichen Bombardements sei unter anderem eine Einrichtung des Roten Halbmonds beschĂ€digt worden. Angriffe auf medizinische Einrichtungen – ein Muster, das bereits aus dem Gaza-Konflikt bekannt ist und das nach humanitĂ€rem Völkerrecht eindeutig als Kriegsverbrechen einzustufen wĂ€re. Doch wer klagt an, wenn die AnklĂ€ger selbst die Bomben werfen?

Iranische Drohnen- und Raketenangriffe richteten sich derweil gegen US-Interessen in den Golfstaaten. In Dubai habe ein Drohnenangriff auf einen Treibstofftank ein Feuer ausgelöst, der Flughafen musste vorĂŒbergehend FlĂŒge umleiten. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien hĂ€tten Dutzende Geschosse abgefangen – wie viele ihr Ziel erreichten, werde bezeichnenderweise nicht berichtet.

Spanien zieht Konsequenzen – Deutschland schweigt

WĂ€hrend Spanien seine SpezialkrĂ€fte vorsorglich aus dem Irak abzog und sich klar gegen den Irankrieg positionierte, sucht man eine vergleichbar souverĂ€ne Haltung der deutschen Bundesregierung vergeblich. Unter Friedrich Merz scheint Berlin einmal mehr dem transatlantischen Reflex zu folgen, statt eigenstĂ€ndige außenpolitische Akzente zu setzen. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das ohnehin schon die Schuldenlast kĂŒnftiger Generationen ins Unermessliche treibt, dĂŒrfte durch die Auswirkungen dieses Konflikts auf die Energiepreise noch schwerer wiegen als bisher angenommen.

Der Irak zwischen den Fronten

Eine bemerkenswerte Rolle spielt der Irak. Der irakische Premierminister Mohammed Shia' al-Sudani habe nach einem iranischen Angriff auf die US-Botschaft in Bagdad klargestellt, dass der Irak kein Recht auf Vergeltung habe, da ein Angriff auf eine Botschaft nach internationalem Recht als direkter Angriff auf das vertretene Land gelte. Eine diplomatisch geschickte Positionierung, die zeigt, dass sich Bagdad nicht in einen Krieg gegen den Nachbarn Iran hineinziehen lassen will.

Die historischen Parallelen sind dabei kaum zu ĂŒbersehen. Nach der US-Invasion 2003 hatte ein breiter irakischer Widerstand die amerikanische Besatzung letztlich politisch unhaltbar gemacht – ĂŒber 4.000 tote US-Soldaten, Zehntausende Verletzte und immense finanzielle Kosten zwangen Washington schließlich zum Abzug bis Ende 2011. Nun scheint sich ein zweiter Guerillakrieg anzubahnen, der Ă€hnliche Konsequenzen haben könnte.

Der Iran lehnte erneut GesprĂ€che mit den USA ĂŒber ein Kriegsende ab und erklĂ€rte, es sei derzeit keine Verhandlungsgrundlage vorhanden.

Trumps NATO-Appell: Verzweiflung oder KalkĂŒl?

Dass US-PrĂ€sident Trump nun NATO-VerbĂŒndete und andere Staaten auffordert, Schiffe zur Sicherung der Straße von Hormus zu entsenden, lĂ€sst tief blicken. Der Mann, der mit dem Versprechen angetreten war, Amerika aus endlosen Kriegen herauszufĂŒhren, bittet nun um militĂ€rische UnterstĂŒtzung fĂŒr genau einen solchen. Seine Behauptung, der Iran wolle „dringend einen Deal", wurde von Teheran umgehend zurĂŒckgewiesen.

FĂŒr den deutschen BĂŒrger bedeutet dieser Konflikt vor allem eines: steigende Energiepreise, wachsende Unsicherheit an den FinanzmĂ€rkten und die reale Gefahr, durch NATO-BĂŒndnisverpflichtungen in einen Krieg hineingezogen zu werden, der nicht der unsere ist. Die AktienmĂ€rkte dĂŒrften weiter unter Druck geraten, wĂ€hrend sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als das erweisen, was sie seit Jahrtausenden sind: ein sicherer Hafen in Zeiten des Wahnsinns.

Was bleibt?

17 Tage Krieg, und kein Ende in Sicht. Explosionen ĂŒber Teheran, Raketen auf Tel Aviv, brennende Treibstofftanks in Dubai. Die Welt schaut zu, wie sich der Nahe Osten in ein Schlachtfeld verwandelt, das an Ausmaß und BrutalitĂ€t alles zu ĂŒbertreffen droht, was die Region in den letzten Jahrzehnten erlebt hat. Und Deutschland? Deutschland zahlt – wie immer. Mit Geld, mit Wohlstand, und womöglich bald mit dem Leben seiner Soldaten. Es wĂ€re an der Zeit, dass die Bundesregierung endlich den Mut aufbringt, deutsche Interessen ĂŒber transatlantische LoyalitĂ€ten zu stellen. Doch darauf zu hoffen, gleicht wohl dem Warten auf Godot.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfĂ€ltiger Recherche getroffen werden. FĂŒr Anlageentscheidungen und deren Folgen ĂŒbernehmen wir keinerlei Haftung. Wir empfehlen, sich im Zweifelsfall von einem qualifizierten Finanzberater beraten zu lassen.

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