Kettner Edelmetalle
20.08.2024
06:59 Uhr

Kaum neue AuftrÀge: Fertighausbauer kritisieren Ampelregierung scharf

Die Baukrise hat nun auch die Fertighausbranche voll erfasst. Die AuftragsbĂŒcher der Hersteller sind weitgehend abgearbeitet, und neue AuftrĂ€ge bleiben aus. Dies fĂŒhrt zu einer zunehmend angespannten Lage innerhalb der Branche.

Deutlicher RĂŒckgang bei Genehmigungen

Von Januar bis Mai 2024 wurden lediglich 4.617 Ein- und ZweifamilienfertighĂ€user genehmigt. Dies entspricht einem RĂŒckgang von rund 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie Mathias SchĂ€fer, PrĂ€sident des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF), gegenĂŒber der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" (NOZ) erklĂ€rte. Trotz der guten Absichten der Ampelregierung beim Wohnungsbaugipfel im September 2023, sei die Umsetzung bislang mangelhaft, so SchĂ€fer weiter.

Gefahr fĂŒr mittelstĂ€ndische Unternehmen

SchĂ€fer warnte vor einem drohenden Preiswettkampf, Arbeitsplatzabbau und Insolvenzen, sollte die Bundesregierung nicht bald gegensteuern. Besonders betroffen seien die ĂŒberwiegend mittelstĂ€ndischen Unternehmen der Fertighausbranche. Obwohl die Ampelregierung immer wieder Vereinfachungen und bĂŒrokratische Entlastung beim Wohnungsbau versprochen habe, klagen die Hersteller ĂŒber teils erhebliche Verzögerungen und mehr Papierkram bei der Erteilung von Baugenehmigungen – und das, obwohl weniger AntrĂ€ge zur Genehmigung vorliegen.

VerlÀngerte Genehmigungsprozesse

Eine Umfrage des BDF ergab, dass sich bei rund 60 Prozent der Unternehmen der Genehmigungsprozess im Vergleich zum Vorjahr verlÀngert habe. 14 Prozent der Befragten gaben an, dass sich der Prozess "deutlich verlÀngert" habe, wÀhrend 45 Prozent von einer "eher verlÀngerten" Bearbeitungszeit berichteten. Zudem gaben gut drei Viertel der Unternehmen an, dass der Aufwand bis zum Bauantrag "deutlich zugenommen" (54 Prozent) oder "etwas zugenommen" (23 Prozent) habe.

Attraktive Angebote fĂŒr den lĂ€ndlichen Raum gefordert

BDF-PrĂ€sident SchĂ€fer betonte, dass Bundesbauministerin Klara Geywitz mehr Menschen dazu bewegen wolle, sich auf dem Land niederzulassen, um die MietmĂ€rkte in den Metropolen zu entlasten. DafĂŒr brauche es jedoch attraktive Angebote. "Die Bundesregierung darf den HĂ€uslebauer nicht im Stich lassen und dem Eigenheim nicht den RĂŒcken kehren. Denn EinfamilienhĂ€user sind und bleiben die Wohnform, die sozialpolitisch und baukulturell am besten in den lĂ€ndlichen Raum passt und den WohnwĂŒnschen der meisten Familien entspricht," so SchĂ€fer.

Die Fertighausbranche steht somit vor großen Herausforderungen, die nur durch entschlossenes Handeln der Bundesregierung bewĂ€ltigt werden können. Es bleibt abzuwarten, ob die Ampelregierung den notwendigen Kurswechsel vollziehen wird, um die mittelstĂ€ndischen Unternehmen und die Wohnungsbauziele zu unterstĂŒtzen.

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