
Kanzler Merz und die Beleidigungsindustrie: Wenn aus Tweets Hausdurchsuchungen werden
Was fĂŒr ein bemerkenswertes Schauspiel bietet uns der frischgebackene Bundeskanzler Friedrich Merz! WĂ€hrend er sich öffentlich als Staatsmann inszeniert, der Deutschland wieder zu alter StĂ€rke fĂŒhren will, offenbart ein Blick hinter die Kulissen ein ganz anderes Bild: Fast 5000 StrafantrĂ€ge wegen Beleidigungen hat der CDU-Politiker in den vergangenen Jahren gestellt â eigenhĂ€ndig unterzeichnet und fein sĂ€uberlich durchnummeriert.
Die EnthĂŒllungen der Welt am Sonntag werfen ein bezeichnendes Licht auf die PrioritĂ€ten unseres neuen Regierungschefs. Statt sich um die drĂ€ngenden Probleme des Landes zu kĂŒmmern â explodierende KriminalitĂ€t, unkontrollierte Migration, wirtschaftlicher Niedergang â beschĂ€ftigte sich Merz offenbar lieber damit, jeden kritischen Tweet, jede unbedachte ĂuĂerung im Internet strafrechtlich verfolgen zu lassen.
Die Abmahn-Maschinerie lÀuft auf Hochtouren
Besonders pikant: Merz bediente sich dabei der Dienste der Firma âSo Done", die sich darauf spezialisiert hat, das Internet nach vermeintlichen Beleidigungen zu durchforsten. Der Deal? Die Firma kassiert satte 50 Prozent aller eingeklagten zivilrechtlichen AnsprĂŒche. Das passt so gar nicht zu Merz' Behauptung, er spende sĂ€mtliche Schadensersatzzahlungen fĂŒr soziale Zwecke. Wer's glaubt, wird selig.
Die Folgen dieser Strafanzeigen-Flut sind erschreckend: Hausdurchsuchungen wegen eines Tweets! In einem Fall wurde einer behinderten SozialleistungsempfĂ€ngerin mit jĂŒdischen Wurzeln das Handy weggenommen, weil sie Merz als âkleinen Nazi" bezeichnet hatte. In einem anderen Fall, bei dem jemand den CDU-Politiker als âdrecks Suffkopf" titulierte, erklĂ€rte ein Gericht die Hausdurchsuchung spĂ€ter fĂŒr rechtswidrig. Der Anwalt des Betroffenen sprach von ârechtsstaatswidriger WillkĂŒr" â und er hat recht.
Wenn FĂ€kalsprache zum Extremismus wird
Die Berliner Staatsanwaltschaft treibt es auf die Spitze: Selbst Tweets mit FĂ€kalsprache werden als politischer Extremismus gefĂŒhrt. Ein Nutzer hatte geschrieben: âNeuer Definitionsversuch: Arschlöcher sind Menschen, deren verbaler Output nicht von ihrem analen Output zu unterscheiden ist. #Merz #Merzbohren." Geschmacklos? Vielleicht. Aber extremistisch? Das ist absurd!
Noch beunruhigender ist die Rolle der staatlichen Meldestellen wie âHessen gegen Hetze". Fast 17.000 Meldungen hat diese Einrichtung allein in den ersten zehn Monaten dieses Jahres an KriminalĂ€mter weitergeleitet â mit einem Budget von bis zu 1,47 Millionen Euro jĂ€hrlich. Die Strafrechtlerin Frauke Rostalski von der UniversitĂ€t Köln warnt vor einer âgroĂen Gefahr": Diese Praxis fĂŒhre zu Selbstzensur.
Die Erfolgsquote: Ein Armutszeugnis
Und was kommt dabei heraus? Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Von 2598 FĂ€llen von âPolitikerbeleidigung" im Jahr 2023 fĂŒhrten gerade einmal 327 zu Verurteilungen. Bei den Verfahren gegen Merz-Kritiker sieht es nicht besser aus: Von etwa 30 Ermittlungsverfahren endete bislang eines mit einem Strafbefehl, zehn wurden eingestellt.
Das Bundesverfassungsgericht hat ĂŒbrigens klargestellt, dass Politiker wegen des MachtgefĂ€lles zu einfachen BĂŒrgern âgrundsĂ€tzlich in Sachen Schutz der Ehre mehr ertragen" mĂŒssen. Doch was kĂŒmmert das einen Friedrich Merz? WĂ€hrend die SPD-Rechtspolitikerin Carmen Wegge und die GrĂŒnen-Obfrau Lena Gumnior diese Praxis verteidigen, zeigt sich einmal mehr: Die politische Elite hat sich von der RealitĂ€t der BĂŒrger lĂ€ngst verabschiedet.
Ein Kanzler mit dĂŒnner Haut
Was sagt es ĂŒber einen Mann aus, der tausende StrafantrĂ€ge wegen Beleidigungen stellt? Der eine ganze Industrie damit beauftragt, das Internet nach kritischen ĂuĂerungen zu durchforsten? Der Hausdurchsuchungen wegen eines unbedachten Tweets in Kauf nimmt? Es zeigt einen Politiker mit erschreckend dĂŒnner Haut, der Kritik nicht ertragen kann und bereit ist, die Staatsgewalt gegen einfache BĂŒrger in Stellung zu bringen.
Deutschland braucht keine Politiker, die ihre Zeit damit verbringen, Kritiker mundtot zu machen. Wir brauchen FĂŒhrungspersönlichkeiten, die sich den echten Problemen stellen: der ausufernden KriminalitĂ€t durch gescheiterte Migrationspolitik, dem wirtschaftlichen Niedergang durch ideologische Klimapolitik, der Spaltung der Gesellschaft durch Gender-Wahnsinn und IdentitĂ€tspolitik.
Die PrioritĂ€ten von Friedrich Merz sind eindeutig â und sie sind die falschen. Ein Kanzler, der mehr Energie darauf verwendet, Beleidigungen zu verfolgen als das Land zu regieren, ist der falsche Mann zur falschen Zeit. Deutschland verdient Besseres als einen Regierungschef, der seine Macht dazu nutzt, Kritiker einzuschĂŒchtern. Es ist Zeit fĂŒr echte VerĂ€nderung â nicht fĂŒr mehr vom Gleichen in neuem Gewand.









