Kettner Edelmetalle
22.08.2025
17:39 Uhr

Kanadas Kniefall vor Trump: Ottawa kapituliert im Handelsstreit und opfert eigene Interessen

In einem Akt, der mehr an vorauseilenden Gehorsam als an souverĂ€ne Außenpolitik erinnert, hat Kanadas Premierminister Mark Carney angekĂŒndigt, zahlreiche Vergeltungszölle gegen die USA aufzuheben. Ab dem 1. September wĂŒrden die Zölle auf Agrarprodukte, KonsumgĂŒter und Maschinen fallen, verkĂŒndete Carney bei einer Pressekonferenz in Ottawa. Was er als diplomatischen Schachzug verkaufen möchte, offenbart bei genauerer Betrachtung die SchwĂ€che der kanadischen Position gegenĂŒber dem mĂ€chtigen Nachbarn im SĂŒden.

Die Eishockey-Metapher als Nebelkerze

Besonders aufschlussreich ist Carneys Versuch, die faktische Kapitulation mit einer Eishockey-Metapher zu verschleiern. Man habe zunĂ€chst die Ellenbogen ausgefahren und dem Gegner "einen mitgegeben", nun sei es aber Zeit, den Puck ins Tor zu bringen. Diese sportliche Rhetorik kann jedoch nicht darĂŒber hinwegtĂ€uschen, dass Kanada hier einseitig nachgibt, wĂ€hrend Trump weiterhin seine drakonischen Strafzölle von 25 Prozent auf kanadische Importe aufrechterhĂ€lt.

Die Behauptung, man verfĂŒge ĂŒber den "besten Deal weltweit", wirkt angesichts der einseitigen ZugestĂ€ndnisse geradezu grotesk. WĂ€hrend 85 Prozent des bilateralen Handels zwar tatsĂ€chlich zollfrei ablaufen mögen, sind es gerade die verbleibenden 15 Prozent, bei denen es um strategisch wichtige GĂŒter geht – und genau hier knickt Ottawa nun ein.

Trump diktiert, Carney pariert

Der Zeitpunkt dieser Entscheidung ist kein Zufall. Nur einen Tag nach einem Telefonat mit US-PrĂ€sident Donald Trump, das die kanadische Regierung euphemistisch als "konstruktives GesprĂ€ch" bezeichnete, erfolgt nun die Aufhebung der Zölle. Man muss kein Hellseher sein, um zu erkennen, wer hier die FĂ€den zieht. Trump hat mit seiner America-First-Politik und seinen massiven Zollerhöhungen – 20 Prozent auf EU-Importe, 34 Prozent auf China – ein Klima der Angst geschaffen, dem sich nun auch Kanada beugt.

Besonders bitter: Die Strafzölle auf US-Autos sowie auf Stahl und Aluminium bleiben bestehen – ein schwacher Trost fĂŒr die kanadische Wirtschaft, die in anderen Bereichen nun schutzlos der amerikanischen Konkurrenz ausgeliefert wird. Carney hofft offenbar, durch diese einseitigen ZugestĂ€ndnisse "neuen Schwung" in die festgefahrenen Verhandlungen zu bringen. Doch wer glaubt, Trump wĂŒrde SchwĂ€che mit Entgegenkommen belohnen, hat die letzten Jahre nicht aufmerksam verfolgt.

Die Lehren fĂŒr Europa

Was in Kanada geschieht, sollte auch in Europa aufmerksam beobachtet werden. Die Strategie des vorauseilenden Gehorsams gegenĂŒber wirtschaftlich stĂ€rkeren Partnern fĂŒhrt selten zum gewĂŒnschten Erfolg. Stattdessen ermutigt sie nur zu weiteren Forderungen. Trumps kokette Drohungen, Kanada annektieren zu wollen, mögen aus dem Weißen Haus zuletzt seltener zu hören gewesen sein – doch das liegt wohl kaum an Carneys Nachgiebigkeit, sondern eher daran, dass Trump sein Ziel bereits erreicht hat: ein Kanada, das nach seiner Pfeife tanzt.

Die Ironie der Geschichte: WĂ€hrend Kanada seine Zölle abbaut, protestieren in den USA ĂŒber fĂŒnf Millionen Menschen in 2100 StĂ€dten gegen Trumps Politik. Die kanadische Regierung hingegen rollt dem umstrittenen PrĂ€sidenten den roten Teppich aus. Ein Trauerspiel, das zeigt, wie schnell wirtschaftlicher Druck politische Prinzipien ĂŒber Bord werfen lĂ€sst.

In einer Zeit, in der souverĂ€ne Nationalstaaten ihre Interessen verteidigen sollten, zeigt Kanada, wie man es nicht macht. Statt auf Augenhöhe zu verhandeln, gibt man nach – und verkauft dies auch noch als diplomatischen Erfolg. Ein LehrstĂŒck darĂŒber, wie wirtschaftliche AbhĂ€ngigkeit zu politischer Unterwerfung fĂŒhrt.

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