Kettner Edelmetalle
18.10.2026
16:08 Uhr
KI-generiert

Kahlschlag bei VW und Co.: 200.000 Autojobs stehen vor dem Aus!

Kahlschlag bei VW und Co.: 200.000 Autojobs stehen vor dem Aus!
Symbolbild: KI-generiert

Die deutsche Schlüsselindustrie verliert ihr Fundament. Laut der am 6. Oktober veröffentlichten Studie „Germany's Automotive Reset“ der Unternehmensberatung Roland Berger dürften bis 2030 mindestens 200.000 weitere Arbeitsplätze bei Autoherstellern und Zulieferern wegfallen. Das Bittere daran: Das ist das Szenario, in dem Politik und Konzerne ab sofort alles richtig machen.

Fast jede dritte Stelle in Gefahr

Die Zahlen lesen sich wie ein Nachruf. 2025 zählte die Branche noch rund 692.000 Vollzeitstellen. Am Ende des Jahrzehnts könnten davon nur etwa 490.000 übrig sein.

Der Abbau soll sich laut Studie so verteilen:

  • rund 90.000 Stellen in der direkten Fertigung
  • etwa 95.000 Stellen in indirekten Bereichen wie Entwicklung, Einkauf und Verwaltung
  • rund 15.000 Managementposten

Und der Aderlass läuft längst. Seit 2020 ist die Belegschaft von 771.000 auf 692.000 Vollzeitäquivalente geschrumpft, ein Minus von 79.000 Jobs. Zögern die Verantwortlichen weiter, könnte es nach Einschätzung der Berater sogar noch schlimmer kommen.

Leere Hallen, teure Fabriken

Das Kernproblem steht buchstäblich in der Landschaft herum. Deutsche Werke könnten etwa 6,4 Millionen Fahrzeuge pro Jahr bauen. Tatsächlich liefen 2025 nur rund 4,2 Millionen vom Band, nach 5,9 Millionen im Jahr 2015. Die Auslastung lag damit bei rund 60 Prozent. Profitabel wird es laut Studie aber erst ab 75 bis 80 Prozent.

Roland-Berger-Partner Felix Mogge rechnet die Konsequenz offen vor:

„Wir haben rechnerisch mindestens fünf Produktionswerke zu viel. Deshalb führt kein Weg an Kapazitätsanpassungen vorbei.“

Bis 2030/35 soll die Zahl der Fahrzeugwerke von 20 auf unter 15 sinken. Mit einer Rückkehr zu alten Stückzahlen rechnen die Berater nicht.

Strom, Löhne, Bürokratie: Der Standort als Kostenfalle

Warum ist ausgerechnet Deutschland so teuer? Ein Auto hierzulande zu fertigen, kostet laut Studie 3.500 bis 5.000 Euro. In Ungarn und an anderen günstigen europäischen Standorten sind es nur 2.000 bis 2.500 Euro. Chinesische Hersteller produzieren insgesamt rund 30 Prozent günstiger.

Besonders schmerzt die Energie. Medienberichten zufolge beziffert die Studie den Industriestrompreis in Deutschland auf 130 bis 150 Euro pro Megawattstunde, in den USA auf 50 bis 70 und in China auf 45 bis 65 Euro. Wer so viel mehr für Strom zahlt, kann im Weltmarkt kaum mithalten. Dazu kommen hohe Löhne, Steuern und Abgaben sowie eine Bürokratie, über die Unternehmer seit Jahren klagen.

Obendrauf kommt Brüssel. Die EU-Flottengrenzwerte zwingen die Hersteller, immer mehr E-Autos zu verkaufen und das Verbrennergeschäft zurückzufahren, also genau das Segment, in dem deutsche Ingenieurskunst jahrzehntelang Weltspitze war. Kritiker sehen darin planwirtschaftliche Vorgaben, die am Markt und am Kunden vorbeigehen.

China überholt, und zwar auf der Überholspur

Auch beim Tempo liegen die Deutschen zurück. Für ein neues Modell brauchen sie 48 bis 60 Monate. Chinesische Konkurrenten schaffen das laut Roland Berger in 18 bis 24 Monaten.

Die Quittung zeigt sich in China selbst. Der Marktanteil deutscher Hersteller fiel von 24 bis 25 Prozent im Jahr 2020 auf etwa 15 Prozent 2025. Im vierten Quartal rutschten VW, BMW und Mercedes zusammen auf 14,8 Prozent, den niedrigsten Wert seit 2011. Gleichzeitig kamen laut Statistischem Bundesamt von Januar bis Juli 2026 rund 175.000 neue Pkw aus China nach Deutschland, ein Plus von 120,9 Prozent. Das Handelsdefizit mit China könnte 2026 erstmals die Marke von 100 Milliarden Euro überschreiten.

Was jetzt auf dem Spiel steht

Die Regierung Merz hat einen industriepolitischen Aufbruch versprochen. Bisher sehen die Beschäftigten in Wolfsburg, Stuttgart und Zwickau davon wenig. Hinter jeder gestrichenen Stelle stehen Familien, Hauskredite und ganze Regionen, deren Wohlstand am Auto hängt.

Für Sparer zeigt der Strukturbruch vor allem eines: Sicher geglaubte Werte können schnell an Boden verlieren. Wer sein Vermögen breit aufstellt, kann physisches Gold und Silber als krisenerprobte Beimischung in Betracht ziehen. Sie hängen weder an Werksauslastungen noch an politischen Vorgaben aus Brüssel.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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