
Irankrieg würgt globale Energieversorgung ab – IEA warnt vor dramatischer Zuspitzung im April

Was viele Experten seit Wochen befürchtet haben, nimmt nun bedrohliche Konturen an: Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, hat bei der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank in Washington ein düsteres Bild gezeichnet. Der April dürfte für die globalen Energiemärkte und damit für die gesamte Weltwirtschaft deutlich schwieriger werden als der März. Der Grund ist so simpel wie erschreckend: Im April wurde praktisch kein Öl und kein Flüssiggas mehr aus der Golfregion verladen.
Die Straße von Hormus – Nadelöhr der Weltwirtschaft
Seit dem Ausbruch des Irankrieges Ende Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports fließt, durch das iranische Militär de facto blockiert. Was im März noch kaschiert werden konnte – denn Tanker, die lange vor Beginn der Krise beladen worden waren, erreichten noch ihre Zielhäfen –, fällt nun wie ein Kartenhaus in sich zusammen. „Im April ist nichts verladen worden", stellte Birol nüchtern fest. Ein Satz, der in seiner Kürze kaum dramatischer sein könnte.
Kein Land sei gegen dieses Problem immun, so der IEA-Chef weiter. Je länger die Unterbrechung andauere, desto gravierender würden die Konsequenzen. Man muss kein Ökonom sein, um zu verstehen, was das bedeutet: explodierende Energiepreise, steigende Produktionskosten, eine weitere Belastung für ohnehin gebeutelte Verbraucher – und das alles in einer Phase, in der die Weltwirtschaft bereits unter den Folgen von Trumps Zollpolitik ächzt.
Gescheiterte Verhandlungen, neue Eskalation
Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung hat einen schweren Rückschlag erlitten. Delegationen der USA und des Iran hatten am 11. April in Islamabad unter pakistanischer Vermittlung Gespräche aufgenommen. Nach einem 21-stündigen Verhandlungsmarathon erklärte US-Vizepräsident JD Vance die Gespräche jedoch für gescheitert. Präsident Trump reagierte prompt – und kündigte eine Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus an. Eskalation statt Deeskalation, könnte man sagen.
Dass der Iran zudem Ölanlagen in mehreren Golfstaaten beschossen und Tanker angegriffen habe, macht die Lage nicht eben übersichtlicher. Die Öl- und Gaspreise sind weltweit in die Höhe geschnellt. Patrick Pouyanné, Chef des französischen Energiegiganten TotalEnergies, brachte es bei der Tagung auf den Punkt: Selbst eine Wiedereröffnung der Meerenge mit einer Art Maut – wie sie der Iran offenbar anstrebe – sei der vollständigen Blockade bei Weitem vorzuziehen. „Die Wiedereröffnung und der freie Verkehr durch die Straße von Hormus ist von grundlegender Bedeutung für die globalen Märkte", so Pouyanné.
Diesel und Flugbenzin werden knapp
Besonders alarmierend ist die Warnung des TotalEnergies-Chefs, dass bei einer Blockade von mehr als drei Monaten ernsthafte Versorgungsprobleme insbesondere bei Flugbenzin und Diesel drohten. Für Deutschland, dessen Wirtschaft ohnehin unter einer erdrückenden Energiekostenlast stöhnt, wäre dies ein weiterer Schlag ins Kontor. Die Bundesregierung unter Kanzler Merz hat zwar eine Steuersenkung auf Diesel und Benzin um 17 Cent für zwei Monate angekündigt – doch ob dieses Pflaster auf einer klaffenden Wunde ausreicht, darf bezweifelt werden.
Deutschland zwischen Abhängigkeit und Hilflosigkeit
Man erinnere sich: Es war erst wenige Jahre her, dass Deutschland schmerzhaft lernen musste, was Energieabhängigkeit bedeutet. Die Abkehr von russischem Gas nach dem Ukraine-Krieg sollte eigentlich eine Lehre gewesen sein. Stattdessen hat man sich in neue Abhängigkeiten manövriert, ohne die eigene Energieproduktion ernsthaft zu stärken. Die ideologisch motivierte Abschaltung der letzten Kernkraftwerke im April 2023 erweist sich einmal mehr als strategischer Fehler von historischem Ausmaß. Wer seine eigene Energiebasis mutwillig zerstört, darf sich nicht wundern, wenn er bei jeder geopolitischen Krise als Erster ins Straucheln gerät.
Die Große Koalition hat erklärt, sie sei „bereit, Verantwortung zu übernehmen". Schöne Worte. Doch was bedeutet das konkret? Ein Energiepaket von 1,6 Milliarden Euro an Entlastungen klingt nach viel – ist aber angesichts der Dimension dieser Krise kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Die deutschen Bürger werden einmal mehr die Zeche zahlen: an der Tankstelle, bei der Heizkostenabrechnung, im Supermarkt.
Edelmetalle als Fels in der Brandung
In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, warum physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Krisenwährung unverzichtbar sind. Während Energiepreise explodieren, Währungen unter Druck geraten und geopolitische Risiken die Märkte erschüttern, bewährt sich das gelbe Metall seit Jahrtausenden als sicherer Hafen. Wer sein Vermögen nicht den Launen einer zunehmend instabilen Weltordnung ausliefern möchte, tut gut daran, physische Edelmetalle als festen Bestandteil seines Portfolios zu betrachten.
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