Kettner Edelmetalle
05.03.2026
16:12 Uhr

Iran-Krieg torpediert Ukraine-FriedensgesprÀche: Selenskyj wartet auf Signale aus Washington

Der Krieg in der Ukraine, der vergangenen Monat bereits in sein fĂŒnftes Jahr eingetreten ist, gerĂ€t zunehmend in den Schatten eines neuen Großkonflikts. Die von PrĂ€sident Trump angeordnete Operation Epic Fury gegen den Iran hat die geopolitischen PrioritĂ€ten Washingtons dramatisch verschoben – und die trilateralen Friedensverhandlungen zwischen Kiew, Moskau und den Vereinigten Staaten liegen nun auf Eis.

Selenskyj: „Die notwendigen Signale sind noch nicht gekommen"

In seiner nĂ€chtlichen Ansprache erklĂ€rte der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj, dass sein Land zwar in tĂ€glichem Kontakt mit Washington stehe, der diplomatische Prozess jedoch pausiere. Die Situation im Iran habe dazu gefĂŒhrt, dass die erforderlichen Signale fĂŒr ein trilaterales Treffen bislang ausgeblieben seien. Man könnte fast meinen, die Ukraine sei auf der PrioritĂ€tenliste des Weißen Hauses ein paar PlĂ€tze nach unten gerutscht – was angesichts eines brennenden Nahen Ostens kaum verwundern dĂŒrfte.

Dabei waren die Vorbereitungen fĂŒr eine vierte Verhandlungsrunde bereits weit fortgeschritten. Hochrangige ukrainische Beamte hatten sich am 26. Februar in Genf mit Gesandten des Trump-Weißen Hauses getroffen, um eben jene nĂ€chste Runde vorzubereiten. Doch nur zwei Tage spĂ€ter starteten die USA und Israel ihre Angriffe auf den Iran – und Washingtons Aufmerksamkeit wanderte schlagartig in den Nahen Osten.

Geplanter Verhandlungsort Abu Dhabi unter Beschuss

Besonders pikant: Das nĂ€chste Treffen war ausgerechnet in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten geplant. Doch die Golfstaaten befinden sich derzeit selbst unter iranischem Beschuss – ballistische Raketen und Drohnenangriffe treffen die Region, da diese Staaten als US-VerbĂŒndete gelten und amerikanische MilitĂ€rbasen beherbergen. Ein Verhandlungsort, der selbst zum Kriegsschauplatz wird – absurder könnte die Lage kaum sein. Der Tagungsort wird folglich wohl geĂ€ndert werden mĂŒssen.

Selenskyj lehnt Gebietsabtretungen weiterhin kategorisch ab

WĂ€hrend die FriedensgesprĂ€che ruhen, bleibt Selenskyj in seiner Haltung unnachgiebig. Er wies die Vorstellung zurĂŒck, dass ein ukrainischer RĂŒckzug aus dem Donbass den Krieg beenden wĂŒrde. Manche Menschen in der Welt hĂ€tten begonnen, Putins Worte fĂŒr bare MĂŒnze zu nehmen, so der ukrainische PrĂ€sident. Trotz aller bisherigen Zusicherungen Russlands habe sich die Aggression nur verstĂ€rkt. Man könne der russischen Seite schlicht nicht vertrauen.

Selenskyj betonte, dass Verhandlungen nur mit starken Vermittlern und unter Bedingungen möglich seien, die nicht allein auf Russlands Wort basierten. Ein RĂŒckzug aus dem Donbass wĂŒrde keineswegs garantieren, dass Putin den Krieg nicht fortsetze – im Gegenteil sei er sogar sicher, dass Russland weitermachen werde. Die einzige Frage sei, ob dies sofort geschehe.

Gefangenenaustausch als einziger Lichtblick

Der einzige Bereich, in dem zwischen Moskau und Kiew noch Fortschritte erzielt werden, betrifft den Gefangenenaustausch. Diese finden seit ĂŒber einem Jahr periodisch statt, und Selenskyj Ă€ußerte die Hoffnung, dass bald weitere abgeschlossen werden könnten. Ein Gefangenenaustausch sei immer ein wichtiger Moment und ein positives Ergebnis fĂŒr die betroffenen Familien, sagte er.

Unterdessen setzt Russland seinen militĂ€rischen Vormarsch im Osten der Ukraine fort. Der immense Druck auf dem Schlachtfeld bleibt bestehen – doch der Druck aus Washington, Kompromisse einzugehen, hat durch den Iran-Konflikt merklich nachgelassen. FĂŒr Selenskyj dĂŒrfte dies eine ambivalente Atempause sein: Einerseits weniger diplomatischer Zwang aus den USA, andererseits die bittere Erkenntnis, dass sein Land in der globalen Aufmerksamkeitsökonomie gerade an Relevanz verliert.

Europas strategische Ohnmacht wird einmal mehr offenbar

Was diese Entwicklung fĂŒr Europa bedeutet, sollte jedem klar denkenden BĂŒrger Sorgen bereiten. Die AbhĂ€ngigkeit von amerikanischer Vermittlung rĂ€cht sich nun bitter. WĂ€hrend Washington seine KrĂ€fte im Nahen Osten bĂŒndelt, steht Europa ohne eigene diplomatische Schlagkraft da. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz, die mit ihrem 500-Milliarden-Sondervermögen ohnehin schon die Schuldenlast kĂŒnftiger Generationen in schwindelerregende Höhen treibt, wird sich fragen lassen mĂŒssen, ob Deutschland und Europa ĂŒberhaupt noch in der Lage sind, eigenstĂ€ndig sicherheitspolitische Akzente zu setzen – oder ob man weiterhin nur als Zuschauer am Spielfeldrand steht, wĂ€hrend andere die Regeln diktieren.

In Zeiten derart massiver geopolitischer Unsicherheit – vom Ukraine-Krieg ĂŒber die Iran-Eskalation bis hin zu den wirtschaftlichen Verwerfungen durch Trumps Zollpolitik – zeigt sich einmal mehr, wie fragil das internationale GefĂŒge geworden ist. FĂŒr Anleger, die ihr Vermögen in solch turbulenten Zeiten schĂŒtzen wollen, dĂŒrften physische Edelmetalle wie Gold und Silber als bewĂ€hrte KrisenwĂ€hrung einmal mehr an AttraktivitĂ€t gewinnen. Wenn Verhandlungstische verwaisen und Raketen fliegen, hat sich das gelbe Metall seit Jahrtausenden als verlĂ€sslicher Wertspeicher bewĂ€hrt.

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