Kettner Edelmetalle
19.10.2026
05:16 Uhr
KI-generiert

Investorengipfel mit Kater: Pfizer sagt Merz ab – die Industrie murrt!

Investorengipfel mit Kater: Pfizer sagt Merz ab – die Industrie murrt!
Symbolbild: KI-generiert

Roter Teppich in Berlin, doch die Stimmung ist frostig: Am Montag und Dienstag empfängt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Konzernchefs und Großinvestoren aus aller Welt zum ersten „Invest in Germany Summit“. Noch bevor die erste Hand geschüttelt ist, hagelt es Kritik an der deutschen Industriepolitik. Dazu kommen prominente Absagen.

Charmeoffensive nach französischem Vorbild

Neu ist die Idee nicht. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron holt seit Jahren mit „Choose France“ in Versailles Milliarden ins Land. Jetzt will Berlin nachziehen. Organisiert hat den Gipfel das Bundeswirtschaftsministerium, eingefädelt wurde er vom Investitionsbeauftragten des Kanzlers, dem früheren Commerzbank-Chef Martin Blessing. Vorstandschefs sollen direkt mit Merz und seinen Ministern sprechen können.

Medienberichten zufolge standen zuletzt knapp 150 Teilnehmer auf der Liste. Darunter sind Private-Equity-Riesen wie KKR und EQT, Wall-Street-Banken und US-Tech-Konzerne wie Nvidia und Amazon. Auffällig ist, dass Asien kaum vertreten ist. Dabei soll eine erste Einladungsliste mehr als 30 asiatische Adressen enthalten haben. Im Ausland wirbt die Regierung mit dem Slogan, Deutschland sei „Europas Fels der Stabilität“. Ob die Gäste das auch so sehen?

Lob von den Infrastruktur-Profis

Ganz ohne Rückenwind ist die Regierung nicht. Yves Meyer-Bülow, Partner beim Infrastrukturinvestor I Squared, spricht von einer großen Gelegenheit:

„Deutschland hat die historische Chance, seine Infrastruktur wieder zu einem Wettbewerbsvorteil zu machen. Nach zwei Jahrzehnten unzureichender öffentlicher Investitionen ist der Nachholbedarf erheblich.“

Auch Rothschild-Manager Roman Waleczek sieht große Chancen bei der Modernisierung der Wirtschaft. Der Gipfel setze dafür ein wichtiges Signal. Die Pointe sollte man aber nicht überhören: Der riesige Nachholbedarf ist das Ergebnis jahrelanger politischer Versäumnisse. Bezahlt wird die Aufholjagd aus Sicht von Kritikern mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen, also auf Pump und auf Kosten künftiger Steuerzahler.

Brandbrief aus der Pharma-Chefetage

Am härtesten traf die Regierung die Kritik aus der Pharmabranche. Pfizer-Chef Albert Bourla hatte schon im Juni in einem Brief an Merz abgesagt. Berichten zufolge schrieb er, die Gesetzesvorhaben machten das Umfeld für langfristige Investitionen „zunehmend schwierig“. Pfizer prüfe nun, wann, in welchem Umfang und mit welcher Priorität geplante Investitionen in Deutschland umgesetzt würden. Der Konzern beschäftigt hierzulande mehr als 3.000 Menschen.

Auslöser ist das GKV-Spargesetz von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Zusätzlich zum bestehenden Herstellerabschlag von sieben Prozent soll ab 2027 ein „dynamischer“ Rabatt kommen, der regelmäßig neu berechnet wird. Für eine Branche, die in Jahrzehnten plant, ist so etwas Gift. Eli Lilly hat Medienberichten zufolge bereits angekündigt, Investitionen in Deutschland zu kürzen.

Energiepolitik: Warten auf Godot

Verstimmt sind nicht nur die Pharmamanager. Mehrere wichtige Energiegesetze lassen seit Monaten auf sich warten. Das verunsichert Unternehmen, die über Milliarden für Netze, Kraftwerke oder Fabriken entscheiden müssen. Wer nicht weiß, welche Regeln morgen gelten, investiert heute lieber woanders.

Ein Finanzinvestor fasste die Stimmung Medienberichten zufolge so zusammen: „Wir brauchen nicht mehr Konferenzen, sondern mehr Projekte, mehr Umsetzung.“ Andere vermissen auf der Gästeliste den Mittelstand und die Familienunternehmen, also ausgerechnet das Rückgrat der deutschen Wirtschaft.

Schöne Bilder ersetzen keine Reformen

Was bleibt? Ein Gipfel kann kein Vertrauen herbeizaubern, das sprunghafte Politik verspielt hat. Investoren wollen Planbarkeit, bezahlbare Energie, weniger Bürokratie und niedrigere Steuern. Solange Berlin mit der einen Hand wirbt und mit der anderen neue Belastungen beschließt, wirkt der Glanz des Gipfels wie eine Kulisse.

Auch Sparer sollten genau hinsehen. Wenn selbst Weltkonzerne den politischen Rahmenbedingungen nicht mehr trauen, lohnt der Blick auf krisenerprobte Werte. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio helfen, Vermögen unabhängig von politischen Kurswechseln abzusichern.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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