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04.05.2026
05:11 Uhr

Hollywoods Verrat an Orwell: Wie aus „Animal Farm" eine Anti-Kapitalismus-Propaganda wurde

Hollywoods Verrat an Orwell: Wie aus „Animal Farm" eine Anti-Kapitalismus-Propaganda wurde
Symbolbild: KI-generiert

George Orwell hat es geahnt, doch selbst er hĂ€tte sich kaum trĂ€umen lassen, mit welcher Dreistigkeit seine Werke eines Tages in ihr Gegenteil verkehrt wĂŒrden. Der britische Autor, dessen Romane 1984 und Animal Farm zu den schĂ€rfsten Anklageschriften gegen totalitĂ€re Systeme gehören, dĂŒrfte sich nun im Grabe umdrehen. Denn die jĂŒngste Verfilmung seines Klassikers durch Hollywood pervertiert die ursprĂŒngliche Botschaft auf geradezu groteske Weise.

Eine zeitlose Warnung wird umgeschrieben

1945 veröffentlicht, war Animal Farm als unmissverstĂ€ndliche Allegorie auf die Bolschewistische Revolution und den Aufstieg des Sowjetkommunismus konzipiert. Hinter der scheinbar harmlosen Fassade sprechender Tiere verbirgt sich eine vernichtende Abrechnung mit dem Sozialismus, mit der naiven Manipulierbarkeit der „Unterklasse" und mit der zynischen Ausbeutung der Massen durch selbsternannte Befreier. Die berĂŒhmte Zeile „Alle Tiere sind gleich, aber manche Tiere sind gleicher als andere" hat sich tief ins kulturelle GedĂ€chtnis eingebrannt, weil sie die Heuchelei jeder kollektivistischen Ideologie auf den Punkt bringt.

Doch genau diese Botschaft passt dem heutigen Zeitgeist nicht mehr ins Konzept. Wer in Hollywood die Wahrheit ĂŒber sozialistische Utopien aussprĂ€che, mĂŒsste sich zwangslĂ€ufig die eigenen ideologischen Verirrungen eingestehen. Und das wird, so viel ist sicher, nicht passieren.

Ein Trotzkist als Regisseur – Was soll schon schiefgehen?

Die neue animierte Adaption wird ausgerechnet von Angel Studios vertrieben – einem Unternehmen, das sich selbst als christlich und konservativ inszeniert. Regie fĂŒhrte allerdings Andy Serkis, der berĂŒhmte „Gollum"-Darsteller aus „Der Herr der Ringe". Was viele nicht wissen: Serkis war in den 1990er-Jahren Mitglied der trotzkistischen Socialist Workers Party in England. Auch heute bezeichnet er sich noch als links. Einen bekennenden Sozialisten ausgerechnet die schĂ€rfste literarische Abrechnung mit dem Sozialismus verfilmen zu lassen – das wirkt wie ein bewusster Affront gegen all jene, die das Werk als Mahnung gegen linke Ideologien schĂ€tzen.

Bezeichnenderweise feierte der Film seine Premiere am 1. Mai – dem internationalen Tag der Arbeiterklasse, einem zutiefst kommunistisch geprĂ€gten Feiertag. Zufall? Wohl kaum.

Wenn Orwell zum Antikapitalisten umgedeutet wird

Bereits 2013 hatte Serkis offen erklĂ€rt, er wolle sich nicht an Orwells Kritik am Kommunismus halten. HĂ€tte Orwell heute geschrieben, so seine steile These, hĂ€tte der Autor eine Abrechnung mit Globalisierung und Konzerngier verfasst. Mit anderen Worten: Der Regisseur maßt sich an, einen der schĂ€rfsten Antikommunisten der Literaturgeschichte posthum auf Linie zu bringen. Eine Anmaßung sondergleichen.

Im Film tauchen zwar viele Figuren des Buches wieder auf. Doch die Schweine, in Orwells Original die Inkarnation kommunistischer Manipulatoren, sind plötzlich nicht mehr von Natur aus böse. Vielmehr werden sie von einer neu erfundenen Figur korrumpiert: Frieda Pilkington, einer „skrupellosen" MilliardĂ€rin samt Konzernimperium. Eine reiche, weiße Frau – das Feindbild jeder linken Mythologie. Beobachter haben darauf hingewiesen, dass die Figur verblĂŒffende Ähnlichkeit mit May Musk, der Mutter von Elon Musk, aufweist. Sogar ein Fahrzeug, das stark an einen pinkfarbenen Cybertruck erinnert, kommt zum Einsatz. Die Botschaft könnte plumper kaum sein.

Die perfide Botschaft: Kommunismus ist gut, Kapitalisten verderben ihn nur

Statt die Schweine als das zu zeigen, was sie bei Orwell sind – verschlagene Ideologen, die von Anfang an die Macht an sich reißen – verfĂŒhrt Frieda sie mit Reichtumsversprechen auf den Pfad des Bösen. Am Ende erkennen die Tiere ihren Fehler, und die Lösung lautet: noch eine kommunistische Revolution. Die Quintessenz des Films: Sozialismus geht nur dann schief, wenn böse Kapitalisten die Finger im Spiel haben. Kollektivistische Ideologie sei im Grunde gut, ihre AnhĂ€nger keine machtbesessenen Fanatiker, sondern bloß manchmal verfĂŒhrte Idealisten.

Diese Umkehrung ist nicht nur literarisch ein Skandal – sie ist auch politisch hochgefĂ€hrlich. Denn sie verharmlost ein System, das im 20. Jahrhundert ĂŒber 100 Millionen Menschenleben gekostet hat. Sie verklĂ€rt jene Ideologie, deren Spielarten von Stalins Gulag ĂŒber Maos Kulturrevolution bis zu Pol Pots Killing Fields nichts als Tod, Hunger und UnterdrĂŒckung hervorgebracht haben.

Hollywoods Einbahnstraße

Es gibt unzĂ€hlige Filme aus Hollywood, die den Kapitalismus an den Pranger stellen. Filme hingegen, die sich ehrlich mit den Schrecken des Kommunismus oder der linken Kollektivismus-Ideologie auseinandersetzen, kann man an einer Hand abzĂ€hlen. Orwells Animal Farm war eines der wenigen Werke, das die perfide Natur erzwungener „Gleichheit" und die selbstmörderische Empathie kommunistischer Gesellschaften entlarvt. Es ist eine Geschichte ĂŒber die Werkzeuge, mit denen Kommunisten die Massen in die Irre fĂŒhren – nicht ĂŒber Kapitalisten, die Kommunisten verderben.

Konservative Influencer im Marketingschachzug

Besonders bitter ist die Marketingstrategie von Angel Studios. Das Unternehmen hat gezielt konservative und libertĂ€re Meinungsmacher angesprochen – unter ihnen Tucker Carlson – um den Film zu bewerben. Es darf bezweifelt werden, ob diese Influencer den Strestreifen vor ihrer Empfehlung ĂŒberhaupt gesehen haben. Falls doch, mĂŒsste man ihre Motive ernsthaft hinterfragen.

Kritiker und Publikum haben dem Film inzwischen ein vernichtendes Urteil ausgestellt. Ausgerechnet jenes Studio, das mit Sound of Freedom einen mutigen Film ĂŒber Kinderhandel und PĂ€dophilenringe ins Kino brachte – und damit den geballten Hass der politischen Linken auf sich zog – hat dieses Projekt nun ausgerechnet jenen Leuten anvertraut, die es einst zu zerstören versuchten. Ein LehrstĂŒck darĂŒber, wie schnell vermeintlich konservative Marken vor dem kulturellen Mainstream kapitulieren.

Was bleibt: Die Notwendigkeit, eigene Werte zu verteidigen

Die Lektion aus diesem Debakel ist klar: Wer seine kulturellen Klassiker und damit auch seine geistigen Werte bewahren will, kann sich nicht auf Hollywood verlassen. Die VerfĂ€lschung Orwells ist symptomatisch fĂŒr eine Kulturindustrie, die jede konservative oder liberale Botschaft entweder verschweigt oder pervertiert. Wer seinen Kindern den echten Orwell nĂ€herbringen will, sollte ihnen das Buch in die Hand drĂŒcken – und sich diesen Film ersparen. Denn wie Orwell selbst schrieb: „In Zeiten universeller TĂ€uschung ist das Aussprechen der Wahrheit ein revolutionĂ€rer Akt."

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