Kettner Edelmetalle
01.09.2026
09:04 Uhr
KI-generiert

Handwerk im Krisenmodus: Absturz wie im Corona-Jahr 2020!

Handwerk im Krisenmodus: Absturz wie im Corona-Jahr 2020!
Symbolbild: KI-generiert

Deutschlands Handwerk rutscht immer tiefer in die Rezession. Der Geschäftsklimaindex des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) fiel im zweiten Quartal 2026 um 13 Punkte auf 102 Zähler – einen derart brutalen Einbruch in einem zweiten Quartal gab es zuletzt im Corona-Jahr 2020.

Betroffen ist damit das Rückgrat der deutschen Wirtschaft: rund eine Million Betriebe mit über fünf Millionen Beschäftigten. Bäcker, Dachdecker, Elektriker, Fleischer, Fensterbauer – überall dasselbe Bild.

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache

Der Index misst Geschäftslage und Erwartungen; 100 Punkte markieren die Grenze zwischen Aufschwung und Abschwung. Mit 102 Punkten steht das Handwerk also nur noch haarscharf über der Nulllinie.

Laut dem aktuellen ZDH-Konjunkturbericht sank der Umsatzindikator im Jahresvergleich um 13 Zähler auf minus zwölf Punkte – und zwar in allen Gewerbegruppen. Besonders hart getroffen: die Lebensmittel- und Gesundheitshandwerke mit Rückgängen von 26 beziehungsweise 25 Zählern.

Der Auftragsbestandsindikator brach von minus drei auf minus 15 Punkte ein. Die Kapazitätsauslastung sank auf 76 Prozent. Und der Beschäftigungsindikator verschlechterte sich von minus vier auf minus sieben Punkte.

ZDH-Präsident Dittrich: „Besorgniserregende Lage“

„Das steht sinnbildlich für eine insgesamt besorgniserregende Lage im Handwerk.“

So fasst ZDH-Präsident Jörg Dittrich den Befund zusammen. Am meisten sorgt ihn nach eigenen Worten die erlahmte Investitionstätigkeit – und die Zahlen bestätigen ihn: Nur 16 Prozent der Betriebe weiteten ihre Investitionen aus, 33 Prozent fuhren sie zurück. Der Investitionsindikator rutschte auf minus 17 Punkte.

Wer nicht investiert, glaubt nicht an die Zukunft. Und dass Handwerker, die traditionell zu den Optimisten dieses Landes zählen, das Portemonnaie zuschnüren, ist ein politisches Alarmsignal.

Der lange Abstieg begann lange vor der Pandemie

Noch im zweiten Quartal 2017 stand der ZDH-Index bei stolzen 150 Punkten. Seither zeigt die Kurve fast durchgehend nach unten: 100 Punkte im Corona-Frühjahr 2020, eine kurze Erholung auf 118 Punkte 2021 – und jetzt 102. Neun Jahre Talfahrt, quer durch alle Bundesregierungen.

Wie ernst es jenseits von Stimmungsumfragen ist, zeigen die Pleiten: 2025 mussten laut Creditreform 4.950 Handwerksbetriebe Insolvenz anmelden – ein Plus von 13,3 Prozent und der höchste Wert seit 2014. Im Kfz-Gewerbe stiegen die Firmenpleiten Berichten zufolge sogar um mehr als 31 Prozent.

Kostenschraube von allen Seiten

Auf der Kostenseite drĂĽcken mehrere Lasten gleichzeitig:

  • Energie: hohe Strom- und Gaspreise, zuletzt zusätzlich befeuert durch den Iran-Krieg – der Gas-GroĂźhandelspreis notierte auf einem Dreijahreshoch. Berichten zufolge zahlt Deutschland die höchsten Strompreise aller G20-Staaten.
  • Personal: Der Mindestlohn kletterte zum Jahreswechsel auf 13,90 Euro, 2027 folgen 14,60 Euro. Bei der EinfĂĽhrung waren es 8,50 Euro.
  • Material: Preise auf hohem Niveau, BĂĽrokratie und Nachweispflichten obendrauf.

Im Handwerk schlägt jede Lohnanhebung durch – anders als in der hochautomatisierten Industrie. Über den Lohnabstand geraten auch Gesellen-, Vorarbeiter- und Meistergehälter unter Druck.

Und der Kunde? Spart

Die Sparquote der privaten Haushalte stieg laut Statistischem Bundesamt im zweiten Quartal 2026 auf 9,6 Prozent. Die Sparneigung lag im August bei 15,5 Punkten – kaum unter dem Rekordwert vom Februar, dem höchsten Stand seit der Finanzkrise 2008/2009.

Für das zweite Halbjahr erwarten die Betriebe weitere Umsatz- und Auftragsrückgänge. Der Verband fordert, die Bundesregierung müsse ihre Reformvorhaben endlich zügig umsetzen, damit aus den Milliarden der Sondervermögen selbsttragendes Wachstum entstehe. Aus Sicht unserer Redaktion ist genau das die Kernfrage: Schuldenfinanzierte Programme ersetzen keine niedrigeren Energiekosten, keine schlankere Bürokratie und keine erträglichen Abgabenlasten.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen. Physische Edelmetalle können als Beimischung zur langfristigen Vermögenssicherung in einem breit gestreuten Portfolio dienen.

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