
Grönemeyers Geschichtsklitterung: Wie ein Staatskünstler die Migrationskrise von 2015 zur „erwachsenen Entscheidung“ umlügt

Es gibt Momente, in denen die kulturelle und politische Elite dieses Landes die Maske fallen lässt – und uns offenbart, wie weit sie sich von der Realität der Bürger entfernt hat. Die Verleihung des Deutschen Nationalpreises 2026 an Herbert Grönemeyer war ein solcher Moment. In der Französischen Friedrichstadtkirche zu Berlin wurde dem Sänger eine mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung überreicht – angeblich für seine „künstlerische Leistung“ und sein „Engagement für demokratische Werte“. Doch was sich tatsächlich abspielte, war ein Lehrstück darüber, wie aus politischem Versagen rückblickend ein heroisches Märchen gestrickt wird.
Die kühne Behauptung: 2015 sei „nicht von oben verordnet worden“
Der zentrale Satz, der aufhorchen lässt, fiel beiläufig zwischen pathetischen Bekenntnissen zur „offenen Gesellschaft“: Die Aufnahme der Migranten im Jahr 2015 sei nicht „von oben verordnet worden“, sondern Ausdruck einer „erwachsenen Gemeinschaft“, die diese Entscheidung „aus sich heraus getroffen“ habe. „Das ist unser Gesicht“, dozierte Grönemeyer.
Man muss diesen Satz zweimal lesen, um die ganze Dreistigkeit zu erfassen. Denn er stellt die historischen Tatsachen schlichtweg auf den Kopf. Wer war es denn, der im September 2015 im Alleingang – ohne Parlamentsbeschluss, ohne Bürgerbefragung, ohne demokratische Legitimation – die Grenzen öffnete? Es war keine basisdemokratische Bewegung selbstloser Bürger. Es war eine Kanzlerin, die mit drei dürren Worten – „Wir schaffen das“ – über die Köpfe des Volkes hinweg Fakten schuf, deren Folgen wir bis heute schultern.
„Aha, eine erwachsene Gemeinschaft zeichnet sich also dadurch aus, dass sie ihre eigenen Gesetze ignoriert?“ – so brachte es ein Kommentator treffend auf den Punkt.
Wenn das Recht zur Lästigkeit wird
Genau hier liegt der wunde Punkt. Artikel 16a des Grundgesetzes ist eindeutig: Wer aus einem sicheren Drittstaat einreist, hat keinen Anspruch auf Asyl. Auch das Asylgesetz schreibt vor, dass Asylsuchenden aus sicheren Drittstaaten die Einreise zu verweigern sei. Deutschland ist – man kann es nicht oft genug betonen – ausschließlich von sicheren Drittstaaten umgeben. Geographie lügt nicht.
Die Aussetzung dieser Regeln war kein Akt einer „erwachsenen Gemeinschaft“, sondern ein eklatanter Bruch geltenden Rechts durch eine Regierung, die sich über ihre eigenen Gesetze stellte. Wer das im Nachhinein zum spontanen Aufbruch des Volkes umdeutet, betreibt Geschichtsklitterung in Reinkultur.
Der Widerspruch im eigenen Werk
Besonders bemerkenswert ist die moralische Selbstüberhöhung des Geehrten. Grönemeyer beschwor in seiner Rede die Pflicht, jeden Menschen „gegen Ausgrenzung, Hass und Hetze zu verteidigen“. Schöne Worte. Doch wie verträgt sich dieses Bekenntnis mit der Tatsache, dass derselbe Künstler Andersdenkende öffentlich als „rechte Ratten“ verunglimpfte und ihnen zurief, sie sollten „dahin gehen, wo sie herkamen“?
Diese Rattenmetapher – sprachlich aus den dunkelsten Kapiteln der Geschichte vertraut – richtet sich gegen eine Partei, die mittlerweile von Millionen Bürgern gewählt wird. Wer Vielfalt predigt, aber Millionen Wähler entmenschlicht, dessen „Engagement für demokratische Werte“ verdient kritische Nachfragen statt staatlicher Preise.
Die schweigende Mehrheit existiert nicht in Grönemeyers Welt
Der ganze Aufstieg konservativer und rechter Parteien in den vergangenen Jahren ist der lebende Beweis dafür, dass der von Grönemeyer behauptete gesellschaftliche Konsens schlicht nie existierte. Millionen Menschen wurden 2015 vor vollendete Tatsachen gestellt. Wer es wagte, Bedenken zu äußern, wurde reflexartig in die rechte Ecke gestellt – beschimpft, ausgegrenzt, mundtot gemacht. Dass nur wenige laut protestierten, lag nicht an Zustimmung, sondern an einem Klima der Einschüchterung.
Es ist eben jene Arroganz der selbsternannten moralischen Elite, die Deutschland gespalten hat. Während die Bürger mit den realen Folgen leben müssen – mit Betonpollern vor Weihnachtsmärkten, mit täglichen Meldungen über Gewaltdelikte, mit einer Kriminalität auf Rekordniveau – feiern sich Staatskünstler gegenseitig in beheizten Kirchen und reden von „liebevollen Perspektiven“.
Beständig im Wandel: Das Edelmetall als ehrlicher Spiegel
Was lehrt uns dieser ganze Vorgang? Dass Worte, Erzählungen und politische Mythen beliebig umgeschrieben werden können. Heute ist die Grenzöffnung ein Akt der Demokratie, morgen vielleicht etwas ganz anderes. Wer sich auf solche Erzählungen verlässt, baut auf Sand. In einer Zeit, in der Geschichte umgedeutet, Recht ignoriert und Vertrauen verspielt wird, gewinnt eines an Bedeutung: Beständigkeit. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber kennen keine politische Agenda, keine Geschichtsklitterung und keine Preisverleihungen für wohlfeile Phrasen. Sie sind seit Jahrtausenden ein ehrlicher Wertspeicher – und als Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen ein verlässlicher Anker, wenn ringsum die Erzählungen ins Wanken geraten.
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