
Goldman Sachs sieht Goldpreis bei 3.300 Dollar - Zentralbanken und Privatanleger treiben den Kurs
Die renommierte US-Investmentbank Goldman Sachs hat ihre Goldpreis-Prognose deutlich nach oben korrigiert. Statt der bisher erwarteten 3.100 US-Dollar rechnen die Analysten nun mit einem Anstieg auf 3.300 Dollar je Unze bis zum Jahresende. Diese neue EinschÀtzung entsprÀche ausgehend vom aktuellen Niveau einem weiteren Kursanstieg von etwa 8 Prozent.
Zentralbanken als treibende Kraft am Goldmarkt
Die Goldman-Analysten Lina Thomas und Daan Struyven begrĂŒnden ihre optimistische Prognose vor allem mit der ĂŒberraschend starken Nachfrage der Zentralbanken. Diese hĂ€tten allein zwischen November und Januar durchschnittlich 190 Tonnen Gold pro Monat erworben - eine beeindruckende Menge, die alle bisherigen Erwartungen deutlich ĂŒbertrifft. FĂŒr das Gesamtjahr rechnet die Bank nun mit monatlichen KĂ€ufen von etwa 70 Tonnen durch die offiziellen Sektoren.
China als strategischer GoldkÀufer
Besonders interessant erscheint die EinschĂ€tzung zu Chinas kĂŒnftiger Rolle am Goldmarkt. Die Analysten gehen davon aus, dass das Reich der Mitte seine massive Goldakkumulation noch mindestens drei Jahre fortsetzen könnte. Dies wĂ€re ein deutliches Signal fĂŒr einen strukturellen Wandel im globalen WĂ€hrungssystem - ausgelöst durch die westlichen Sanktionen gegen Russland und das damit verbundene Einfrieren russischer Devisenreserven.
Renaissance bei privaten Anlegern
Auch bei den Privatanlegern zeichnet sich eine deutliche Trendwende ab. Nach Jahren der ZurĂŒckhaltung flieĂt wieder verstĂ€rkt Kapital in goldgedeckte ETFs. Die Experten sehen darin eine klare Reaktion auf die zunehmenden geopolitischen Spannungen und die geldpolitischen Unsicherheiten. Sollten sich die ETF-ZuflĂŒsse Ă€hnlich entwickeln wie wĂ€hrend der Corona-Pandemie, halten die Analysten sogar einen Goldpreis von 3.680 Dollar fĂŒr möglich.
Trump-Faktor und Zinswende stĂŒtzen den Goldpreis
Die mögliche RĂŒckkehr Donald Trumps ins WeiĂe Haus und seine unberechenbare AuĂenpolitik treiben ebenfalls viele Anleger in den "sicheren Hafen" Gold. Zudem hat die US-Notenbank Fed eine geldpolitische Wende eingeleitet. Die Aussicht auf mindestens zwei Zinssenkungen in diesem Jahr macht Gold als zinslose Anlage wieder deutlich attraktiver.
Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis bereits um 15 Prozent gestiegen und hat erstmals die psychologisch wichtige Marke von 3.000 Dollar ĂŒbersprungen. Aktuell notiert die Unze bei 3.054 Dollar, was einem Eurokurs von 2.829 entspricht. Angesichts der fundamentalen Faktoren scheint eine Fortsetzung dieser AufwĂ€rtsbewegung durchaus realistisch.
Hinweis zur Anlageberatung: Dieser Artikel dient ausschlieĂlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist fĂŒr seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte sich umfassend informieren. Eine Garantie fĂŒr die Richtigkeit und VollstĂ€ndigkeit der Angaben wird nicht ĂŒbernommen.










