Kettner Edelmetalle
31.08.2026
08:43 Uhr
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Gold-Schock nach Warsh-Rede: Profis wetten schon auf 5.300 Dollar

Gold-Schock nach Warsh-Rede: Profis wetten schon auf 5.300 Dollar
Symbolbild: KI-generiert

Der Goldpreis hat seinen ersten harten Rückschlag der Rally kassiert. Von seinem Hoch bei 4.697 Dollar vom 25. August rutschte das Edelmetall zeitweise fast sechs Prozent ab – am Montag bis auf 4.396 Dollar. Auslöser war die Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh in Jackson Hole.

Ein Satz aus Wyoming – und der Markt kippt

Warsh bekräftigte am Freitag, die Inflation sei zu hoch und müsse Priorität haben. Sofort schnellten die Erwartungen auf eine Zinserhöhung im September nach oben. Medienberichten zufolge preisen die Märkte inzwischen rund 60 Prozent Wahrscheinlichkeit für einen Schritt nach oben ein – vor der Rede waren es etwa 40 Prozent.

Für zinsloses Gold ist das kurzfristig Gegenwind: Höhere Zinsen und ein festerer Dollar machen Anleihen attraktiver. Doch die Verhältnisse relativieren sich schnell. Ende Juli notierte Gold noch knapp unter 4.000 Dollar, bis zum 25. August waren es über 17 Prozent mehr. Selbst nach dem Absturz steht im August noch ein Plus von rund zehn Prozent.

Wie professionelle Anleger jetzt positioniert sind

Bemerkenswert ist, was am Derivatemarkt nicht passiert: eine Kapitulation. Wie berichtet wird, setzen Investoren weiter auf steigende Kurse – nur mit mehr Disziplin. Statt schlichter Call-Optionen greifen Händler verstärkt zu Call-Spreads auf den größten Gold-ETF und zu exotischen Strukturen, um Kosten und Risiko zu begrenzen.

"Die Anleger kehren sowohl ĂĽber die zugrunde liegende ETF-Nachfrage als auch am Derivatemarkt zum Long-Trade bei Gold zurĂĽck", sagt Aakash Doshi, globaler Leiter der Gold- und Metallstrategie bei State Street Investment Management.

Die August-Bewegung sei deutlich geordneter als das "Volmageddon" im Edelmetallsektor im Januar, so Doshi. Damals kletterte Gold nahezu ungebremst bis auf ein Rekordhoch von knapp 5.600 Dollar. Auch die implizite Volatilität liegt heute klar unter den Niveaus des ersten Quartals – nüchterne Erwartungen statt Euphorie.

Die Zielmarke: 4.900 bis 5.300 Dollar

Entsprechend moderat fallen die Prognosen aus. Neeraj Chaudhary von der Bank of America verweist auf die niedrigere Volatilität; einige Anleger rechneten deshalb mit begrenzterem Aufwärtspotenzial, etwa in einer Spanne von 4.900 bis 5.300 Dollar.

Die strukturellen Treiber bleiben derweil unangetastet: die anhaltenden Zentralbankkäufe, allen voran aus China, die eskalierende Staatsverschuldung der USA und die Sorge um die langfristige Kaufkraft des Dollars. Der sogenannte Debasement Trade – die Wette gegen die schleichende Entwertung von Papiergeld – sei nie tot gewesen, sondern habe nur pausiert, sagt Doshi.

Bitcoin surft mit – aber auf dünnem Eis

Auch Bitcoin profitierte vom schwächeren Dollar. Zwischen dem 19. und 21. August wurden laut Coinglass Short-Positionen im Volumen von mehr als 2,5 Milliarden Dollar liquidiert, der Short Squeeze trieb den Kurs zeitweise über 80.000 Dollar. Zugleich flossen über zwei Milliarden Dollar in US-Spot-Bitcoin-ETFs.

Ob daraus ein dauerhafter Krisenschutz wird oder bloß eine hebelgetriebene Positionierungswelle, bleibt offen. Der entscheidende Unterschied liegt auf der Hand: Ein Goldbarren im Schrank braucht keine Börse, keine Plattform und keinen Käufer, der an ein Narrativ glaubt. Korrekturen gehören dazu – der Grund, warum Notenbanken kaufen, verschwindet mit ihnen nicht.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschlieĂźlich der Information und stellt keine Anlageberatung, Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Kursangaben und Prognosen Dritter geben wir nach den uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheiden; Marktrisiken bis zum Kapitalverlust liegen allein beim Anleger.

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