Kettner Edelmetalle
08.04.2026
15:34 Uhr

Gaspreise explodieren: Iran-Krieg treibt deutsche Haushalte an den Rand der Belastungsgrenze

Was viele BĂŒrger bereits an ihren Abschlagszahlungen erahnen konnten, bestĂ€tigen nun die nackten Zahlen in erschreckender Deutlichkeit: Die Gaspreise fĂŒr Neukunden in Deutschland haben einen Wert erreicht, der unweigerlich Erinnerungen an die dunkelsten Tage der Energiekrise nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine wachruft. Und wieder einmal sind es die deutschen Verbraucher, die die Zeche zahlen – fĂŒr geopolitische Verwerfungen, auf die Berlin kaum Einfluss hat, und fĂŒr eine Energiepolitik, deren strukturelle SchwĂ€chen sich in jeder neuen Krise gnadenlos offenbaren.

400 Euro mehr pro Jahr – und das ist erst der Anfang

Eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox zeichnet ein dĂŒsteres Bild. Der durchschnittliche Gastarif fĂŒr Neukunden liege derzeit bei 10,8 Cent pro Kilowattstunde – der höchste Stand seit drei Jahren. Noch zu Jahresbeginn hĂ€tten vergleichbare VertrĂ€ge mit einjĂ€hriger Preisgarantie bei rund acht Cent pro Kilowattstunde gelegen. FĂŒr einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden bedeute dies Mehrkosten von rund 400 Euro jĂ€hrlich. Statt 1.200 Euro mĂŒssten Neukunden nun gut 1.600 Euro berappen.

Bestandskunden seien vorerst geschĂŒtzt, da viele Versorger Energie langfristig im Voraus einkauften. Doch wie lange dieser Puffer hĂ€lt, steht in den Sternen. Verivox-Experte Thorsten Storck erklĂ€rte, dass Neukundentarife eng am Markt kalkuliert wĂŒrden, weshalb höhere Börsenpreise dort deutlich schneller durchschlĂŒgen.

Die Zwölf-Cent-Marke: Ein Déjà-vu der Energiekrise

Besonders alarmierend ist die NĂ€he zur psychologisch und politisch bedeutsamen Marke von zwölf Cent pro Kilowattstunde. Genau diesen Wert hatte die VorgĂ€ngerregierung wĂ€hrend der letzten Energiekrise als Obergrenze fĂŒr die sogenannte Gaspreisbremse festgelegt. Damals sollte diese Maßnahme die schlimmsten Auswirkungen der russischen Gasverknappung abfedern. Dass sich die Preise nun erneut diesem kritischen Schwellenwert nĂ€hern, wirft eine unbequeme Frage auf: Hat Deutschland aus der letzten Krise ĂŒberhaupt etwas gelernt?

Die Antwort fĂ€llt ernĂŒchternd aus. Statt die heimische Energieversorgung konsequent zu diversifizieren und auf Versorgungssicherheit zu setzen, hat man in den vergangenen Jahren ideologiegetriebene Energiepolitik betrieben. Kernkraftwerke wurden abgeschaltet, die AbhĂ€ngigkeit von Gasimporten blieb bestehen – nur eben nicht mehr von Russland, sondern von anderen, ebenso instabilen Quellen. Dass ein Konflikt am Persischen Golf die deutschen Gaspreise derart in die Höhe treiben kann, ist kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis politischer Fehlentscheidungen.

Der Iran-Krieg als Brandbeschleuniger

Seit Ende Februar ist die Straße von Hormus – jene strategisch bedeutsame Meerenge, durch die rund ein FĂŒnftel des weltweiten Öl- und FlĂŒssiggastransports fließt – durch das iranische MilitĂ€r de facto blockiert. Die iranischen Revolutionsgarden kontrollierten die Passage, zudem seien Ölanlagen in mehreren Golfstaaten sowie Öltanker beschossen worden. Die Folgen fĂŒr die globalen EnergiemĂ€rkte waren verheerend.

Zwar hĂ€tten sich die USA und der Iran inzwischen auf eine zweiwöchige Feuerpause und die Öffnung der Meerenge geeinigt, doch Experten zeigten sich skeptisch. Tom Marzec-Manser, Europa-Direktor fĂŒr Gas und LNG beim Beratungsunternehmen Wood Mackenzie, stellte nĂŒchtern fest, dass sich grundsĂ€tzlich bisher wenig geĂ€ndert habe. Entscheidend sei die Wiederinbetriebnahme der katarischen ProduktionsstĂ€tte Ras Laffan – der weltweit grĂ¶ĂŸten Anlage fĂŒr FlĂŒssigerdgas, die durch iranische Angriffe beschĂ€digt worden sei. Solange diese nicht wieder voll funktionsfĂ€hig sei, bleibe die Lage am Gasmarkt angespannt.

Klingbeil lĂ€dt zum Krisengipfel – doch reicht das?

Die schwarz-rote Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz versuche nun, gegenzusteuern. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil habe die Spitzen der deutschen Wirtschaft und der Gewerkschaften zu einem Gipfeltreffen eingeladen. Am Freitag sollten Vertreter beider Seiten zu einem „SozialpartnergesprĂ€ch zu den wirtschafts- und finanzpolitischen Auswirkungen des Iran-Kriegs" im Finanzministerium zusammenkommen.

Man darf gespannt sein, was dabei herauskommt. Die Erfahrung lehrt, dass solche Gipfeltreffen in Deutschland gerne mit wohlklingenden AbsichtserklĂ€rungen enden, wĂ€hrend die konkreten Maßnahmen auf sich warten lassen. Was die BĂŒrger jetzt brĂ€uchten, wĂ€re keine Symbolpolitik, sondern eine grundlegende Neuausrichtung der Energiestrategie – eine, die Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit ĂŒber ideologische Wunschvorstellungen stellt.

Edelmetalle als Schutzschild in unsicheren Zeiten

Eines zeigt diese Krise einmal mehr mit aller Deutlichkeit: Die Kaufkraft des Euro erodiert in Zeiten geopolitischer Verwerfungen und steigender Energiekosten rapide. Wer sein Vermögen langfristig schĂŒtzen möchte, sollte ĂŒber eine Beimischung physischer Edelmetalle wie Gold und Silber nachdenken. In Zeiten, in denen Energiepreise explodieren und die Inflation das Ersparte auffrisst, haben sich Edelmetalle historisch als verlĂ€sslicher Wertspeicher bewĂ€hrt – unabhĂ€ngig davon, welcher Krieg gerade die Gaspreise in die Höhe treibt.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach RĂŒcksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. FĂŒr Verluste, die aus Anlageentscheidungen resultieren, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, ĂŒbernehmen wir keinerlei Haftung.

Wissenswertes zum Thema