Kettner Edelmetalle
30.03.2026
06:54 Uhr

Fulda: Wenn die Polizei den Falschen festnimmt – Pressefreiheit unter Beschuss bei Antifa-Gegendemo

Was sich am 28. MĂ€rz 2026 in Fulda abspielte, liest sich wie ein LehrstĂŒck darĂŒber, wie es um die Pressefreiheit in Deutschland tatsĂ€chlich bestellt ist. Bei der GrĂŒndungsveranstaltung des hessischen Landesverbands der AfD-Jugend im BĂŒrgerhaus Johannesberg versammelten sich draußen die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen: Antifa, linksextreme Gruppierungen und ein breites, steuerfinanziertes BĂŒndnis aus DGB, ver.di und GEW. Mittendrin: ein unabhĂ€ngiger Livestreamer, der nichts weiter tat, als das Geschehen mit seiner Kamera zu dokumentieren. Am Ende des Tages war nicht etwa einer der aggressiven Gegendemonstranten in Polizeigewahrsam – sondern der Mann mit der Kamera.

Beleidigungen, Drohungen und Schirmbarrieren gegen einen Journalisten

Der Livestreamer, der unter dem Namen „Weichreite" bekannt ist, dokumentiert regelmĂ€ĂŸig politische Veranstaltungen und Demonstrationen. An jenem Samstag in Fulda stellte er Teilnehmern der Gegendemo eine simple Frage zur Parole „Kein Mensch ist illegal". Die Antwort? Keine sachliche Auseinandersetzung, kein demokratischer Diskurs. Stattdessen: „Halt die Fresse", „Verpiss dich" und schließlich die unmissverstĂ€ndliche Ansage „Ich krieg dich". So viel zum Thema Toleranz und Vielfalt, das sich dieses Milieu so gerne auf die Fahnen schreibt.

Weichreite wandte sich daraufhin mehrfach an die anwesende Polizei und forderte die Aufnahme einer Anzeige wegen Drohung und Nötigung. Doch was geschah? Offenbar nichts Erkennbares gegen die BedrÀnger. Stattdessen geriet der Dokumentierende selbst ins Visier der Beamten.

Ein Platzverweis, der keiner war – und dann doch einer

Was dann folgte, spottet jeder rechtsstaatlichen Logik. Polizeibeamte stoppten Weichreite an Absperrungen, verwiesen ihn aus bestimmten Bereichen und erklĂ€rten ihm, wo er sich aufhalten dĂŒrfe und wo nicht. Ein Platzverweis sei ausgesprochen worden, hieß es zunĂ€chst. Kehre er zurĂŒck, drohe Gewahrsam. Weichreite hielt dagegen: Er sei Presse, habe niemanden provoziert, und eine Demonstration könne sich ihre Berichterstatter nicht aussuchen.

Dann die Kehrtwende. Plötzlich hieß es, ein Platzverweis bestehe offenbar gar nicht. Kurz darauf wurde ihm sogar mitgeteilt, weder die Versammlungsleitung noch die PolizeifĂŒhrung hĂ€tten etwas gegen seine Anwesenheit einzuwenden. Er könne sich frei bewegen. Erst raus, dann rein, dann wieder raus – wer soll das noch ernst nehmen? Dieser groteske Widerspruch offenbart ein erschreckendes Maß an WillkĂŒr, das man in einem funktionierenden Rechtsstaat nicht fĂŒr möglich halten sollte.

Regenschirme als Waffen gegen die Berichterstattung

Nach der zwischenzeitlichen Freigabe seiner Bewegungsfreiheit schilderte Weichreite, wie Gegendemonstranten mit Regenschirmen gezielt Wege und Sichtachsen blockierten. Die Schirme hĂ€tten sich systematisch immer genau dort aufgebaut, wo er entlanggehen wollte. Schließlich sei er von einem Mann mit buntem Regenschirm weggeschubst worden. Erneut forderte er die Polizei zum Einschreiten auf. Erneut vergeblich.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Wenn Demonstranten bei einer Antifa-Gegendemo gezielt Kameras abschirmen, Wege zustellen und einen Berichterstatter physisch attackieren, dann ist das ein direkter Angriff auf die freie Dokumentation im öffentlichen Raum. Wenn die Polizei in einer solchen Situation nicht die Behinderung der Pressearbeit unterbindet, sondern den Dokumentierenden selbst unter Druck setzt, dann hat dieser Vorgang eine politische Dimension, die weit ĂŒber Fulda hinausreicht.

Festnahme des Falschen – Polizei und Anwalt widersprechen sich

Am Ende kam es zum Zugriff. Doch nicht gegen die aggressiven BedrĂ€nger, nicht gegen die Schirmblockierer, nicht gegen diejenigen, die „Ich krieg dich" gerufen hatten. Nein – gegen den Livestreamer selbst. Der Anwalt Markus Haintz erklĂ€rte, Weichreite sei von hinten von der Polizei angegriffen worden. Nun werde ihm Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen.

Die Polizei Osthessen stellte den Sachverhalt naturgemĂ€ĂŸ anders dar: Eine mĂ€nnliche Person habe im Bereich der BĂŒhne die Ordnung der laufenden Versammlung erheblich gestört, sei durch den Versammlungsleiter ausgeschlossen worden und habe bei der Durchsetzung Widerstand geleistet. Ein Beamter sei dabei leicht verletzt worden.

Diese Darstellung kollidiert jedoch frontal mit dem vorliegenden Videomaterial. Dort wird zwischenzeitlich ausdrĂŒcklich gesagt, dass die Versammlungsleitung nichts gegen Weichreites Anwesenheit einzuwenden habe. Dort wird ebenso ausdrĂŒcklich erklĂ€rt, dass ein Platzverweis nicht bestehe. Damit steht nicht nur die Grundlage des spĂ€teren Zugriffs massiv in Frage – es drĂ€ngt sich der Verdacht auf, dass ein missliebiger Berichterstatter gezielt aus dem Geschehen gedrĂ€ngt werden sollte.

Steuerfinanzierte Gegendemo mit fragwĂŒrdigem Hintergrund

Besonders pikant ist der Blick auf die Zusammensetzung der Gegendemo. Neben Antifa und linksextremen Gruppierungen marschierten auch steuerfinanzierte Organisationen wie DGB, ver.di und GEW mit. Ebenso dabei: der Verein „Fulda stellt sich quer", gegen den schwerwiegende VorwĂŒrfe im Raum stehen. Nach Akteneinsicht zu den Jahren 2019 bis 2023 soll der Verein mindestens 73.123,60 Euro aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben" zu Unrecht erhalten haben. Die Rede sei von FristversĂ€umnissen, fehlenden Belegen, Mehrfachabrechnungen, nicht erbrachten Leistungen, unzulĂ€ssigen HonorarvertrĂ€gen mit eigenen Mitgliedern und engen personellen Verflechtungen mit der zustĂ€ndigen Kontrollstelle.

Wer unter dem Banner von „Vielfalt und Demokratie" aufmarschiert, gleichzeitig aber im Verdacht steht, Steuergelder erschlichen zu haben, entlarvt die Doppelmoral dieses Milieus in geradezu exemplarischer Weise. Der brave Steuerzahler finanziert also nicht nur die Gegendemo, sondern möglicherweise auch noch den Betrug, der dahintersteht. Willkommen in Deutschland im Jahr 2026.

Ein Symptom des Verfalls

Was in Fulda geschah, ist kein Einzelfall. Es reiht sich ein in eine beunruhigende Serie von VorfĂ€llen, bei denen unabhĂ€ngige Berichterstatter bei politischen Veranstaltungen behindert, bedrĂ€ngt und am Ende von der Polizei behandelt werden wie Störer – wĂ€hrend die tatsĂ€chlichen Aggressoren unbehelligt bleiben. Es verfestigt sich der Eindruck, dass bei der Antifa-Gegendemo am 28. MĂ€rz 2026 nicht die Behinderung der Pressefreiheit beendet wurde, sondern durch die Polizei fortgesetzt – und derjenige entfernt wurde, der sie sichtbar machte.

Man fragt sich unweigerlich: In welchem Land leben wir eigentlich, wenn ein Journalist festgenommen wird, weil er filmt, was andere lieber im Verborgenen halten möchten? Wenn Regenschirme zu Zensurwerkzeugen werden und die Polizei nicht den Zensor, sondern den Beobachter in Gewahrsam nimmt? Die Pressefreiheit, einst ein Grundpfeiler unserer Demokratie, scheint in Deutschland zunehmend nur noch fĂŒr jene zu gelten, die das Richtige berichten – also das, was dem herrschenden Narrativ entspricht. Wer unbequeme Wahrheiten dokumentiert, lebt gefĂ€hrlich. Das sollte jeden BĂŒrger dieses Landes zutiefst beunruhigen.

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