Kettner Edelmetalle
22.05.2026
14:24 Uhr

Frankreichs Polit-Karussell dreht sich: Attal greift nach dem Élysée – und Bardella lauert

Frankreichs Polit-Karussell dreht sich: Attal greift nach dem Élysée – und Bardella lauert

In Frankreich beginnt das große Stühlerücken um die Nachfolge von Emmanuel Macron – und es verspricht, eine Schlammschlacht der Sonderklasse zu werden. Mit Gabriel Attal hat sich nun der zweite ehemalige Premierminister offiziell ins Rennen um den Élysée-Palast geworfen. Verkündet wurde die Kandidatur ausgerechnet im beschaulichen Mur-de-Barrez im südfranzösischen Aveyron – ein durchsichtiges Manöver eines Mannes, dem man nicht zu Unrecht den Stallgeruch des Pariser Salons vorwirft.

Der jüngste Premier der Republik will ganz nach oben

Attal, mit 37 Jahren noch immer ein politisches Frühvollender-Phänomen, machte aus seinem Anliegen kein Hehl. Er liebe Frankreich und die Franzosen „zutiefst", erklärte er und versprach, an „das Versprechen des Aufstiegs" anknüpfen zu wollen. Frankreich solle wieder „die führende Macht Europas werden und die Welt inspirieren". Große Worte aus dem Mund eines Mannes, der gerade einmal acht Monate Premierminister war, bevor er nach Macrons überstürzten Neuwahlen kommentarlos das Handtuch warf.

Inhaltlich ist die Linie schon jetzt klar: Attal, derzeit Chef der von Macron gegründeten Partei Renaissance, steht für genau jenen europa- und unternehmerfreundlichen Kurs, mit dem Macron das Land in eine handfeste Vertrauenskrise manövriert hat. Wer alten Wein in neuen Schläuchen sucht – hier wird er fündig.

Bardella – der Schreck der Pariser Eliten

Das eigentliche Politikum spielt sich jedoch ganz woanders ab. In den Umfragen führt seit Monaten unangefochten Jordan Bardella, der erst 30-jährige Chef des Rassemblement National. Mit rund 34 Prozent in der ersten Wahlrunde lässt er das gesamte etablierte Lager weit hinter sich. Bardella vertritt einen konsequent migrationskritischen und EU-skeptischen Kurs – und beunruhigt damit das Brüsseler Establishment, das längst nervös an seinem Café au lait nippt. Bemerkenswert: Bardella hatte zuletzt sogar öffentlich von „ideologischen Übereinstimmungen" mit Bundeskanzler Friedrich Merz gesprochen. Eine Aussage, die in der Berliner CDU-Zentrale für hochrote Köpfe gesorgt haben dürfte.

Ob Bardella überhaupt antreten kann, hängt allerdings an einem juristischen Detail: Sollte ein Berufungsgericht die RN-Fraktionschefin Marine Le Pen im Juli erneut wegen angeblicher Veruntreuung von EU-Geldern zum Entzug des passiven Wahlrechts verurteilen, könnte das gesamte rechte Lager neu sortiert werden. Wieder einmal drängt sich der Eindruck auf, dass missliebige Konkurrenten nicht an der Wahlurne, sondern in den Gerichtssälen geschlagen werden sollen – ein Muster, das auch jenseits Frankreichs zu beobachten ist.

Ein zerrissenes Macron-Lager

Dass Attals Weg ins höchste Staatsamt steinig wird, deutet sich bereits an. Mehrere Schwergewichte seiner eigenen Partei, darunter Parlamentspräsidentin Yaël Braun-Pivet, haben angekündigt, seinem ersten großen Wahlkampftermin am 30. Mai in Paris demonstrativ fernzubleiben. Das Macron-Lager wirkt wie ein Trümmerhaufen, auf dem jeder versucht, das größte Stück Schutt für sich zu reklamieren.

Konkurrent Edouard Philippe, ebenfalls Ex-Premier und in Umfragen derzeit der Einzige, der Bardella in einer Stichwahl schlagen könnte, hat eigene Sorgen: Gegen ihn ermittelt die Justiz wegen mutmaßlicher Veruntreuung bei der Vergabe öffentlicher Aufträge aus seiner Zeit als Bürgermeister von Le Havre. Attal und Philippe haben bereits durchblicken lassen, dass einer von beiden Anfang 2027 zugunsten des aussichtsreicheren Kandidaten zurücktreten könnte. Übersetzt heißt das: Man weiß noch nicht, wer das geringere Übel ist.

Das linke Lager: zersplittert wie eh und je

Auch auf der linken Seite herrscht das gewohnte Chaos. EU-Abgeordneter Raphaël Glucksmann, Sozialistenchef Olivier Faure und möglicherweise Ex-Präsident François Hollande wollen antreten. Der mittlerweile 74-jährige Dauerkandidat Jean-Luc Mélenchon wirft seinen Hut zum vierten Mal in den Ring – als hätte er die Botschaft seiner bisherigen Niederlagen nicht verstanden. Bei den traditionellen Republikanern wiederum streiten sich Bruno Retailleau und Laurent Wauquiez um die Kandidatur.

Macrons Erbe – ein Scherbenhaufen

Macrons Mandat endet am 14. Mai 2027. Der scheidende Präsident hat es tunlichst vermieden, einen politischen Erben aufzubauen – wohl wissend, dass sein eigener Markenkern längst Risse zeigt. Frankreich steht vor einer Richtungsentscheidung, die weit über das Land hinaus Wirkung entfalten wird. Sollte Bardella tatsächlich den Élysée erobern, würde das politische Gefüge Europas erneut kräftig durchgeschüttelt. Für die Brüsseler Bürokratie und die Berliner Ampel-Nachfolger dürfte das ein Albtraum sein – für viele Bürger jenseits der politischen Komfortzonen hingegen ein längst überfälliges Signal.

Wie auch immer das Rennen ausgeht: Wer in unsicheren politischen Zeiten sein Vermögen schützen will, sollte sich nicht allein auf das politische Personal verlassen. Politische Umbrüche, Schuldenexplosionen und währungspolitische Experimente sind die Konstanten unserer Zeit. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte hinweg als verlässlicher Anker bewährt – unabhängig davon, wer gerade in welchem Palast residiert. Eine kluge Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen kann gerade dann ihre Stärke ausspielen, wenn das politische Karussell – wie aktuell in Frankreich – kräftig Fahrt aufnimmt.

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