
Fed bremst Zinshoffnung: Gold und Silber rutschen auf Monatstief!

Die US-Notenbank hat ihre Leitzinsen nicht angetastet, und die Edelmetalle bekommen das zu spüren. Am Donnerstag nach der Fed-Sitzung vom 18. März 2026 fiel Gold an der New Yorker Terminbörse COMEX auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Monat. Silber verlor noch deutlich mehr, zeitweise über drei Prozent.
Zum Zeitpunkt der Berichte notierte die Feinunze Gold bei 4.839,76 US-Dollar, ein Minus von 1,2 Prozent. Silber kostete 75,12 Dollar je Unze. Das klingt nach Ausverkauf, aber der Blick auf die Hintergründe lohnt sich.
Die Fed wartet ab
Die Federal Reserve beließ den Leitzins wie erwartet in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Laut den aktualisierten Projektionen rechnen die Notenbanker für dieses Jahr weiter mit einer Zinssenkung, bis Jahresende auf etwa 3,4 Prozent. Das entspricht der Prognose vom Dezember.
Einige Ökonomen hielten das sogar für eine Spur taubenhafter als befürchtet. Hoffnungen auf baldige Senkungen hat die Fed trotzdem gedämpft. In ihrer Erklärung hieß es, die Wirtschaft wachse in solidem Tempo. Die Folgen der Entwicklung im Nahen Osten für die US-Wirtschaft seien aber ungewiss.
„The Fed is choosing to look through the fog of conflict, for now.“
So fasste Jamie Cox von der Harris Financial Group die Haltung zusammen. Die Notenbank schaue also vorerst durch den Nebel des Krieges hindurch. Bei einem Angebotsschock werde eine Fed mit doppeltem Mandat die Zinsen nicht anfassen.
Ölpreis-Schock statt Krisengewinn
Warum hilft der Krieg dem „sicheren Hafen“ Gold diesmal nicht? Die Antwort liegt beim Öl. Seit dem Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran lag der Ölpreis Medienberichten zufolge über 100 Dollar je Barrel. Die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels fließt, sei weitgehend blockiert.
Teure Energie treibt die Inflationserwartungen nach oben. Damit sinkt die Chance auf schnelle Zinssenkungen, und die Realzinsen steigen. Für Gold, das keine Zinsen abwirft, ist das klassischer Gegenwind. ING-Rohstoffstrategin Ewa Manthey erklärte, die Inflationswirkung höherer Energiekosten belaste Gold und begrenze das Aufwärtspotenzial, obwohl geopolitische Spannungen sonst die Nachfrage nach sicheren Häfen stützten.
Silber unter doppeltem Druck
Ole Hansen, Rohstoffchef der Saxo Bank, sieht vor allem für Silber weitere Risiken. Das Metall folge nicht nur dem Gold. Wegen seiner industriellen Verwendung reagiere es auch empfindlicher auf Konjunkturerwartungen. Auch Kupfer sei deutlich gefallen. Die Teuerung bei Öl und vor allem bei Diesel habe Märkte laut Hansen in Richtung „higher for longer“ gedrängt, also länger hoher Zinsen.
Was heißt das für Anleger?
Zur Einordnung: Gold hatte Ende Januar 2026 ein Rekordhoch erreicht und war danach deutlich zurückgefallen. Am Tag der Fed-Entscheidung verlor der Spotpreis Berichten zufolge 3,7 Prozent. Es war der sechste Verlusttag in Folge, nachdem Gold kurz zuvor noch um die 5.000-Dollar-Marke gependelt hatte.
Auf solchen Niveaus bleibt ein Monatstief allerdings eine Momentaufnahme. Die Ursachen des langfristigen Booms sind nicht verschwunden: hohe Staatsschulden, Kriege, Inflationsdruck und eine Geldpolitik, die zwischen Konjunktur und Teuerung festsitzt. Das zeigt sich auch hierzulande, wo der Staat mit Sondervermögen in Milliardenhöhe neue Schulden aufhäuft.
Wer physisches Gold und Silber als Beimischung zur Absicherung hält, sollte kurzfristige Rücksetzer gelassen sehen. Für manche sind sie sogar eine Gelegenheit, in Ruhe nachzukaufen. Wenn die Ölpreise sinken und die Inflationsangst nachlässt, könnten sich auch die Zinssenkungsfantasien schnell zurückmelden.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen dar. Er spiegelt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wider. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.










