Kettner Edelmetalle
27.02.2026
07:09 Uhr

Erneuerbaren-Branche im freien Fall: Solar- und Windparks mutieren vom Goldesel zum Milliardengrab

Was jahrelang als unantastbares Zukunftsgeschäft galt, entpuppt sich nun als wirtschaftliches Fiasko historischen Ausmaßes. Die einst so hochgelobte Branche der erneuerbaren Energien in Deutschland steckt in einer Krise, die selbst hartgesottene Marktbeobachter in Erstaunen versetzt. Sinkende Strompreise, explodierende Baukosten und steigende Zinsen verwandeln Solar- und Windparks in regelrechte Verlustmaschinen. Wer hätte das gedacht – außer natürlich jenen, die schon immer vor der blinden Subventionspolitik gewarnt haben?

Der Kostenschock trifft eine verwöhnte Branche

Die Zahlen sprechen eine brutale Sprache. Noch vor wenigen Jahren lagen die sogenannten LCOE – die gesamten Stromerzeugungskosten einer Anlage über ihre Laufzeit – bei komfortablen 3,5 bis vier Cent je Kilowattstunde. Inzwischen berichten Entwickler von fünf Cent und mehr. Gleichzeitig hält die Erlösseite nicht annähernd Schritt. Die EEG-Vergütung für große Photovoltaik-Parks lag 2025 bei mageren 5,23 Cent, direkte Stromlieferverträge sollen laut Branchenexperten teils sogar deutlich darunter liegen. Die Marge? Praktisch pulverisiert.

Besonders pikant: Auch die Finanzierung gerät ins Wanken. Banken bewerten die Projekte zunehmend skeptischer. Noch vor anderthalb Jahren seien 80 Prozent Fremdkapitalfinanzierung möglich gewesen, heißt es aus dem Bankensektor. Diese Zeiten sind vorbei. Projektentwickler müssen nun erheblich mehr Eigenkapital aufbringen – Geld, das viele schlicht nicht haben. Investoren zögern, Projekte landen in der Warteschleife. Ein Teufelskreis.

Massenentlassungen und Büroschließungen – die Realität holt die Branche ein

Die Konsequenzen sind bereits schmerzhaft spürbar. Der nordfriesische Solarparkentwickler GP Joule musste im vergangenen Jahr 140 Mitarbeiter entlassen. Viele Projekte würden ausgesetzt oder könnten gar nicht mehr umgesetzt werden, räumt das Unternehmen ein. Kleinere Entwickler geraten unter massiven Druck, die Zahl der aktiven Anbieter schrumpft.

Selbst Branchenriesen bleiben nicht verschont. RWE schloss zwei von neun Entwicklerbüros in Deutschland und versucht offenbar, Projekte abzustoßen. Der Konzern spricht diplomatisch von „organisatorischen und effizienzbezogenen Gründen" – eine Formulierung, die in der Wirtschaftswelt üblicherweise als Synonym für Rückzug auf Raten gilt. Ende Januar verkaufte RWE zudem seine komplette schwedische Erneuerbaren-Sparte mit einer Pipeline von 1,8 Gigawatt an den norwegischen Aneo-Konzern. Ein Ausverkauf mit Ansage.

In der Windbranche sieht es kaum besser aus. Der Cuxhavener Windparkprojektierer PNE musste eine Gewinnwarnung herausgeben und erwartet nur noch 45 bis 60 Millionen Euro Gewinn statt der ursprünglich prognostizierten 70 bis 110 Millionen. Eine Konsolidierung sei unvermeidlich, so der Vorstandsvorsitzende.

Abo Energy: Vom Vorzeigeunternehmen zum Sanierungsfall

Am dramatischsten zeigt sich die Krise beim langjährigen Wind- und Solarparkprojektierer Abo Energy. Das Unternehmen meldete für 2025 zunächst ein Minus von 95 Millionen Euro – nur um wenige Wochen später die Prognose auf erschreckende minus 170 Millionen Euro zu korrigieren. Der Aktienkurs stürzte innerhalb von drei Monaten um mehr als 88 Prozent ab. Aus Unternehmenskreisen heißt es kleinlaut, man habe „die Geschwindigkeit und den Umfang der Marktveränderung unterschätzt".

Tausende Gläubiger sollten in Wiesbaden über Änderungen bei Anleihen von über 120 Millionen Euro abstimmen. Da die Mindestanlage lediglich 1.000 Euro betrug, trifft die Krise zahlreiche Privatanleger – Menschen, die an das grüne Versprechen glaubten und nun um ihr Erspartes bangen müssen. Ein bitteres Erwachen für alle, die der politisch befeuerten Euphorie blind vertrauten.

Neuer Gesetzentwurf gießt Öl ins Feuer

Als wäre die Lage nicht schon desaströs genug, sorgt ein Referentenentwurf zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes für zusätzliche Panik. Demnach sollen Neuanlagen bei Abregelungen wegen Netzüberlastung künftig keine Entschädigung mehr erhalten. Der sogenannte „Redispatchvorbehalt" würde bedeuten, dass Betreiber leer ausgehen, wenn ihr Strom wegen fehlender Netzkapazitäten nicht transportiert werden kann. Und genau hier liegt das strukturelle Versagen der deutschen Energiepolitik wie unter einem Brennglas offen: Man hat jahrelang den Ausbau erneuerbarer Energien mit Milliarden subventioniert, ohne den dafür notwendigen Netzausbau auch nur annähernd voranzutreiben.

RWE-Chef Markus Krebber nannte den Entwurf „absurd" und forderte stattdessen schnelleren Netzausbau und Digitalisierung. Die Netzbetreiber müssten die Redispatch-Kosten tragen, nicht die Erzeuger. Eine nachvollziehbare Position – doch sie offenbart zugleich das ganze Dilemma einer Energiewende, die von Anfang an mehr auf ideologischem Wunschdenken als auf ökonomischer Vernunft basierte.

Die bittere Bilanz einer verfehlten Energiepolitik

Was wir hier erleben, ist nichts weniger als das Scheitern einer politisch verordneten Goldgräberstimmung. Jahrelang wurde den Bürgern erzählt, erneuerbare Energien seien der Königsweg in eine strahlende Zukunft. Milliarden an Steuergeldern und Subventionen flossen in eine Branche, deren wirtschaftliche Tragfähigkeit offenbar nie ernsthaft auf den Prüfstand gestellt wurde. Nun zeigt sich: Ohne die künstliche Beatmung durch staatliche Förderung und garantierte Einspeisevergütungen steht ein erheblicher Teil der Branche vor dem Aus.

Für den deutschen Steuerzahler und Stromkunden ist das eine doppelte Katastrophe. Erst zahlte er über die EEG-Umlage und diverse Abgaben für den Aufbau der Anlagen, nun darf er zusehen, wie Unternehmen reihenweise in die Krise rutschen und Arbeitsplätze vernichtet werden. Während Frankreichs Energiekonzern EDF mit Atomstrom Milliardengewinne einfährt, versinkt Deutschlands Energiewende im Chaos. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass hier grundlegende strategische Fehler gemacht wurden – Fehler, die das Land noch Jahrzehnte belasten werden.

In Zeiten derartiger wirtschaftlicher Unsicherheit und politischer Fehlsteuerung erweist sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als Anker der Vermögenssicherung. Während ganze Branchen über Nacht ins Wanken geraten und Aktien von Erneuerbaren-Unternehmen um 88 Prozent einbrechen können, bieten Gold und Silber jene zeitlose Stabilität, die kein politisches Experiment und keine ideologiegetriebene Subventionspolitik erschüttern kann.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Quellen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen durchzuführen und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Investitionsentscheidungen erfolgen ausschließlich auf eigenes Risiko.

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