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28.02.2026
09:25 Uhr

Epstein-Skandal: Droht Hillary Clinton eine Meineid-Anklage?

Epstein-Skandal: Droht Hillary Clinton eine Meineid-Anklage?

Der Fall Jeffrey Epstein – jenes dunkle Kapitel amerikanischer Machtpolitik, das seit Jahren wie ein Damoklesschwert ĂŒber der politischen Elite der USA hĂ€ngt – nimmt eine neue, brisante Wendung. Republikanische Kongressabgeordnete prĂŒfen nach der Befragung von Bill und Hillary Clinton offenbar rechtliche Schritte gegen die ehemalige Außenministerin. Der Vorwurf wiegt schwer: Meineid vor dem US-Kongress.

Bill Clinton als erster Ex-PrÀsident unter Zwang vor dem Kongress

Was sich in Washington abspielt, hat historische Dimensionen. Bill Clinton musste als erster ehemaliger PrĂ€sident der Vereinigten Staaten unter Zwang vor dem Kongress aussagen – ein beispielloser Vorgang, der die Tragweite der Epstein-Ermittlungen unterstreicht. Der 42. PrĂ€sident bekrĂ€ftigte dabei einmal mehr, von den Verbrechen seines einstigen Bekannten Jeffrey Epstein nichts gewusst zu haben. Man kennt das Muster: Clinton und seine Beteuerungen der Unwissenheit – eine Kombination, die spĂ€testens seit der Lewinsky-AffĂ€re einen bitteren Beigeschmack hat.

Doch wĂ€hrend Bill Clinton seine Unschuld beteuerte, geriet seine Ehefrau Hillary offenbar in deutlich unruhigeres Fahrwasser. James Comer, der Vorsitzende des zustĂ€ndigen Ausschusses, erklĂ€rte gegenĂŒber mehreren US-Medien, dass einige Antworten der frĂŒheren PrĂ€sidentschaftskandidatin widersprĂŒchlich gewesen seien. Eine mögliche Meineid-Anklage werde daher ernsthaft erwogen.

Demokraten schreien „politische Motivation" – wie immer

Die Reaktion der Demokraten folgte dem ĂŒblichen Drehbuch: Das Vorgehen der Republikaner sei politisch motiviert, so der reflexartige Vorwurf. Der demokratische Abgeordnete James Walkinshaw sprach von einem „Donald-Trump-großen Loch" in der Untersuchung und forderte, auch den amtierenden PrĂ€sidenten vorzuladen. Comer lehnte dies erwartungsgemĂ€ĂŸ ab.

Man muss sich diese Chuzpe auf der Zunge zergehen lassen: Dieselbe Partei, die ĂŒber Jahre hinweg jeden erdenklichen juristischen Hebel in Bewegung setzte, um Donald Trump mit Anklagen zu ĂŒberziehen – von der Russland-AffĂ€re bis hin zu den Schweigegeld-Prozessen –, beklagt nun „politische Motivation", wenn es um die AufklĂ€rung eines der grĂ¶ĂŸten Missbrauchsskandale der jĂŒngeren Geschichte geht. Die Ironie könnte kaum grĂ¶ĂŸer sein.

Das Netzwerk Epstein: Verbindungen in höchste Kreise

Der Hintergrund dieser Anhörungen reicht tief in die Machtzirkel der amerikanischen Politik. Jeffrey Epstein, der 2019 unter höchst umstrittenen UmstĂ€nden in seiner GefĂ€ngniszelle ums Leben kam, unterhielt ein weitverzweigtes Netzwerk aus Kontakten zu den MĂ€chtigen und Einflussreichen dieser Welt. Bill Clinton nutzte nach dem Ende seiner Amtszeit nachweislich mehrfach Epsteins berĂŒchtigtes Privatflugzeug – den sogenannten „Lolita Express". Auch Donald Trump hatte gesellschaftlichen Kontakt zu dem MilliardĂ€r, bevor er sich von ihm distanzierte. Beide beteuern, von den Verbrechen nichts mitbekommen zu haben.

Bemerkenswert ist, dass Trump selbst öffentlich MitgefĂŒhl fĂŒr Clinton Ă€ußerte – ein ungewöhnlicher Moment der Milde zwischen zwei politischen Erzrivalen, der Fragen aufwirft. Gleichzeitig werfen die Demokraten dem von Trump gefĂŒhrten Justizministerium vor, Unterlagen zurĂŒckzuhalten, die eine Frau betreffen, die Trump sexuellen Missbrauch vorwirft.

Die Clintons wollten zunÀchst nicht aussagen

Aufschlussreich ist auch die Vorgeschichte der Befragung. ZunÀchst hatten die Clintons eine Aussage vor dem Ausschuss schlicht abgelehnt. Ihre AnwÀlte argumentierten, das Ehepaar habe bereits zuvor umfassend Auskunft gegeben. Erst als republikanische Vertreter im ReprÀsentantenhaus mit einem Verfahren wegen Missachtung des Kongresses drohten, lenkten die Clintons ein. Ein Verhalten, das nicht gerade den Eindruck erweckt, man habe nichts zu verbergen.

Die entscheidende Frage bleibt: Wird es tatsĂ€chlich zu einer Meineid-Anklage gegen Hillary Clinton kommen? Oder versandet auch dieser Vorstoß im politischen TagesgeschĂ€ft Washingtons, wo die MĂŒhlen der Gerechtigkeit bekanntlich langsam mahlen – besonders wenn es um die MĂ€chtigen geht? Die amerikanische Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, die volle Wahrheit ĂŒber das Epstein-Netzwerk zu erfahren. UnabhĂ€ngig davon, welche politische Seite dabei ins Schwitzen gerĂ€t.

Eines steht fest: Der Fall Epstein ist weit mehr als eine Fußnote der Geschichte. Er ist ein Spiegel der moralischen Verkommenheit einer politischen Klasse, die sich ĂŒber Jahrzehnte fĂŒr unantastbar hielt. Dass nun endlich Licht in dieses Dunkel gebracht wird, ist ĂŒberfĂ€llig – auch wenn der Weg zur vollstĂ€ndigen AufklĂ€rung noch lang und steinig sein dĂŒrfte.

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