Kettner Edelmetalle
30.07.2024
18:01 Uhr

Die Inflation steigt wieder: Verbraucher mĂŒssen jetzt drei Dinge wissen

Die Inflation in Deutschland steigt wieder. Dies trifft Sparer, Kreditnehmer und Verbraucher gleichermaßen hart. Wer jetzt richtig handeln möchte, sollte drei wesentliche Punkte beachten.

Trendwende im Juli: Die Inflation steigt wieder

Im Juli 2024 lagen die Verbraucherpreise in Deutschland 2,3 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Damit endet vorerst der Trend der allmĂ€hlich fallenden Inflationsraten. Noch im Juni lag die Inflationsrate bei 2,2 Prozent, im Mai bei 2,4 Prozent.

1. Nahrungsmittel bleiben teuer, Dienstleistungen legen deutlich zu

Verbraucher spĂŒren die Preissteigerungen vor allem beim Einkaufen und Essengehen. Nahrungsmittel haben sich in den vergangenen Jahren im Schnitt um mehr als 30 Prozent verteuert, wie eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes fĂŒr den Zeitraum von Januar 2020 bis Mai 2024 ergab. Im Juli blieb die Teuerung bei Dienstleistungen mit 3,9 Prozent den dritten Monat in Folge konstant und liegt damit weiter deutlich ĂŒber dem Gesamtschnitt. Ursache sind laut Experten hohe Lohnrunden. Die Menschen in Deutschland spĂŒren die Folgen bei personalintensiven Dienstleistungen, etwa beim Essengehen.

2. Kaufkraft der Haushalte seit 2022 gesunken - Weiter sparsam bleiben

Auf lĂ€ngere Sicht ist die Kaufkraft der Verbraucher gesunken. Das mittlere Haushaltseinkommen wuchs nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von 2022 auf 2023 um 5,1 Prozent, wĂ€hrend die Teuerungsrate bei 5,9 Prozent lag. Haushalte sollten trotz der momentan sinkenden Inflation also noch nicht völlig in alte Ausgabenmuster zurĂŒckfallen. Noch können sie sich weniger leisten als vor rund anderthalb Jahren.

3. Anlagechancen nutzen, mit der Hypothek eher warten

Sollte die Inflation im Jahresverlauf in Deutschland und im Euroraum insgesamt sinken, gĂ€be das der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) Spielraum fĂŒr weitere Leitzinssenkungen. Im Juni hatte die EZB erstmals seit der Inflationswelle die Leitzinsen wieder um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Im Juli ließ die Notenbank die Zinsen unverĂ€ndert und hielt sich die TĂŒr offen fĂŒr eine weitere Zinssenkung bei ihrer Sitzung Mitte September.

GrundsĂ€tzlich sieht die EZB bei einer Inflationsrate von 2,0 Prozent die PreisstabilitĂ€t gewahrt. Im Juli hat sich die Rate nun wieder minimal davon nach oben entfernt. Trotzdem glauben die meisten Experten, dass die EZB die Zinsen in diesem Jahr ein weiteres Mal senken dĂŒrfte. Die schwache Wirtschaft wĂŒrde von niedrigen Zinsen profitieren. FĂŒr Verbraucher bedeutet das: Wer Geld festverzinslich anlegen möchte, sollte sich die soliden Renditen noch vor der nĂ€chsten Zinssenkung sichern. Festgeld und Co. werden danach wohl weniger abwerfen. Auch die Rendite von Staatsanleihen, deren Verzinsung dem Festgeld Ă€hnelt, dĂŒrfte dann sinken. Wer Geld leihen will, etwa fĂŒr Kredite oder Hypotheken, kann damit warten. Senkt die EZB die Zinsen, muss er weniger an die Bank zahlen.

Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist es fĂŒr Verbraucher entscheidend, informiert zu bleiben und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die steigende Inflation, die Auswirkungen auf die Kaufkraft und die potenziellen Zinssenkungen der EZB sind Faktoren, die jeder im Blick haben sollte.

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