Kettner Edelmetalle
31.08.2026
15:02 Uhr
KI-generiert

Dessous-Riese macht dicht: 14 Filialen weg – Essen trifft es dreifach

Dessous-Riese macht dicht: 14 Filialen weg – Essen trifft es dreifach
Symbolbild: KI-generiert

Die niederländische Wäschekette Hunkemöller räumt in Deutschland auf – und zwar radikal. Seit dem Frühjahr 2026 haben mindestens 14 Standorte geschlossen oder stehen kurz davor. Besonders hart trifft es das Ruhrgebiet: In Essen könnten gleich drei Filialen verschwinden.

Auf der eigenen Homepage wirbt das Unternehmen mit über 330 Filialen in Deutschland. Doch die Zahl schrumpft. Und in den betroffenen Läden läuft längst der Ausverkauf – nur heißt er bei Hunkemöller offenbar anders.

Die Streich-Liste: Von Bad Tölz bis Görlitz

Die Schließungswelle zieht sich quer durch die Republik. Nach Berichten zahlreicher Lokalmedien sind bislang betroffen:

  • Bayern: Schwandorf (30. April), Dillingen (13. Mai), Kulmbach (3. Juni), Bad Tölz (18. Juli)
  • Nordrhein-Westfalen: Lübbecke, Goch (26. Mai), Neuss, Höxter (16. Juni), Rheine (5. September), Meschede (16. September)
  • Sachsen: Görlitz (16. Juni)
  • Baden-Württemberg: Mannheim, Einkaufszentrum Q6Q7

In Essen ist die Lage besonders bitter: Die City-Filiale an der Kettwiger Straße schließt einem Bericht der WAZ zufolge zum 15. September, der Standort in Rüttenscheid einen Monat später. Für Rüttenscheid habe man den Laden eigentlich halten wollen – bei den Mietkonditionen sei jedoch keine Einigung zustande gekommen. Auch der Mietvertrag für die Limbecker Straße sei bereits gekündigt.

„Pop-Up Store“ – der schönste Name für einen Räumungsverkauf

In Rheine prangt laut Fotos auf einer lokalen Facebook-Seite ein Schild im Schaufenster: „Pop-Up Store“, dazu der Hinweis „kein Umtausch, keine Anprobe“. Klingt nach Trend, ist aber schlicht Abverkauf.

Das Unternehmen selbst spricht von einer Neuausrichtung des Filialnetzes. In einer Stellungnahme, die der Sauerlandkurier zitiert, heißt es:

„Filialschließungen sind dabei ebenfalls Bestandteil dieses fortlaufenden Optimierungsprozesses. Deutschland bleibt einer der wichtigsten Märkte für Hunkemöller.“

Ein Statement auf Anfrage lag nach Angaben der berichtenden Redaktion zunächst nicht vor. Ob weitere Standorte folgen, ist offen.

Ein Einzelfall? Von wegen

Hunkemöller ist kein Ausreißer, sondern Teil eines Musters. Der Textil-Discounter Kik hat Medienberichten zufolge angekündigt, bis Jahresende rund 300 Filialen zu schließen. Die Warenhauskette Galeria kämpft erneut mit finanziellen Problemen und habe Vermieter um Stundung von Mieten gebeten.

Die Zahlen des Handelsverbands Deutschland sind alarmierend: 4.900 Geschäfte gehen laut HDE-Prognose allein 2026 netto verloren – nach 4.500 im Vorjahr. Damit sinkt die Zahl der Läden auf rund 296.600. Vor zehn Jahren waren es noch 366.800. HDE-Präsident Alexander von Preen warnte, immer mehr Stadtzentren erreichten sonst „Kipppunkte“.

Die Politik als Mitverursacher?

Der Verband nennt die Ursachen erstaunlich deutlich: schwache Konsumlaune, hohe Energie- und Beschäftigungskosten. Gefordert werden eine niedrigere Stromsteuer für alle und ein Deckel bei den Lohnnebenkosten von 40 Prozent.

Aus Sicht unserer Redaktion ist das ein Armutszeugnis für die Standortpolitik. Wenn Miete, Strom und Abgaben schneller steigen als die Kaufkraft, sterben Innenstädte nicht am Onlinehandel allein – sondern an Rahmenbedingungen, die politisch gemacht sind. Leerstände sind das sichtbarste Symptom einer schleichenden Vermögensvernichtung, die viele Bürger auch beim Blick auf ihr Erspartes spüren.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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