Kettner Edelmetalle
02.07.2026
16:40 Uhr

Der Stablecoin-Gigant setzt auf Gold: Tether verwandelt 23 Milliarden Dollar in Kreditkapital

Der Stablecoin-Gigant setzt auf Gold: Tether verwandelt 23 Milliarden Dollar in Kreditkapital

Während in Berlin noch immer über Klimaneutralität im Grundgesetz philosophiert wird und Milliarden in fragwürdige Infrastrukturfantasien fließen, geht ein globaler Finanzakteur einen bemerkenswert nüchternen Weg: Tether, der Herausgeber des weltbekannten Stablecoins USDT, setzt künftig auf das älteste und verlässlichste Wertaufbewahrungsmittel der Menschheitsgeschichte. Gold. Wie das Portal MEXC berichtet, wolle das Unternehmen rund 23 Milliarden US-Dollar seiner physischen Goldbestände als Sicherheiten für ein völlig neues Kreditgeschäft einsetzen.

Ein Geschäftsmodell, das Banken alt aussehen lässt

Was hier geschieht, ist mehr als eine simple Bilanzoptimierung. Tether stößt in ein Terrain vor, das jahrzehntelang als exklusives Revier von Großbanken, Rohstoffhändlern und institutionellen Schwergewichten galt: die goldbesicherte Kreditvergabe. Ein Segment, in dem physisches Edelmetall nicht als staubiges Relikt, sondern als das behandelt wird, was es tatsächlich ist – eine hochliquide, krisenfeste und über Jahrtausende erprobte Sicherheit.

Die Logik dahinter ist bestechend einfach. Gold liegt nicht einfach nutzlos in Tresoren herum, sondern wird zum aktiven Fundament eines Ertragsmodells. Für Tether bedeutet das zusätzliche Einnahmequellen jenseits des klassischen Stablecoin-Geschäfts, für Kreditnehmer eine besonders werthaltige Besicherung. Man könnte fast sagen: Hier kehrt jemand zu den Wurzeln soliden Wirtschaftens zurück, während anderswo die Notenpressen glühen.

Die stille Abkehr vom reinen Papiergeld-Denken

Diese Initiative ist Teil einer weit umfassenderen Strategie. Tether investiere zunehmend in Bereiche wie Bitcoin-Mining, Energie- und Infrastrukturprojekte sowie digitale Finanztechnologien, so die Berichterstattung. Vom reinen Stablecoin-Herausgeber zum breit aufgestellten Akteur im globalen Finanzsystem – so lasse sich der Anspruch des Unternehmens zusammenfassen.

Wenn selbst die Vorreiter der digitalen Finanzwelt ihr Vertrauen ins physische Gold setzen, sollte das dem einen oder anderen Sparer zu denken geben, der sein Erspartes brav auf dem Tagesgeldkonto verwahren lässt.

Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet ein Unternehmen aus dem Krypto-Universum, das man landläufig mit Bits und Bytes assoziiert, auf das greifbare, unbestechliche Edelmetall vertraut. Gold kennt keine Bilanztricks, keine politischen Versprechen und keine über Nacht beschlossenen Sondervermögen. Es ist einfach da – beständig, knapp und unabhängig von der Laune irgendeiner Zentralbank.

Was Anleger daraus lernen können

Die Bewegung großer Finanzakteure in Richtung physisches Gold ist kein Zufall. In einer Zeit, in der Staaten Schuldenberge auftürmen und die Inflation trotz gegenteiliger Beteuerungen ein ständiger Begleiter bleibt, gewinnt das Edelmetall zunehmend an Bedeutung. Physisches Gold und Silber eignen sich hervorragend als Baustein zur Vermögenssicherung und zur Beimischung in ein gesund gestreutes Portfolio – gerade dann, wenn das Vertrauen in Papierwerte und politische Versprechungen erodiert.

Haftungsausschluss: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für etwaige Verluste wird keine Haftung übernommen.

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