Kettner Edelmetalle
22.06.2026
17:53 Uhr

Corona-Aufarbeitung à la Buyx: Wenn die Architekten der Spaltung sich plötzlich Versöhnung wünschen

Corona-Aufarbeitung à la Buyx: Wenn die Architekten der Spaltung sich plötzlich Versöhnung wünschen

Es gibt einen Moment in der politischen Aufarbeitung, der besonders unangenehm ist: Wenn jene, die selbst kräftig an der Spaltung mitgewirkt haben, plötzlich zu Hütern des Burgfriedens werden. Genau diesen Moment durften wir kürzlich erleben, als die ehemalige Vorsitzende des Ethikrates, Alena Buyx, im Focus-Podcast „Machtmenschen“ zu Gast war und ihre ganz eigene Lesart der Corona-Jahre präsentierte.

„Tribunalartig“ – die bemerkenswerte Wortwahl einer Mitverantwortlichen

Buyx störe sich daran, so erklärte sie, dass man heute „fast ausschließlich immer wieder über dieselben Dinge“ spreche: über die Maßnahmen und darüber, was diese mit den Menschen angerichtet hätten. Viel zu häufig werde geradezu „tribunalartig“ gefragt: „Wer ist schuld?“ Man möge stattdessen lieber über die „unglaubliche gesellschaftliche Leistung“ sprechen, die in jener Zeit erbracht worden sei.

Man muss diese Worte zweimal lesen, um ihre ganze Tragweite zu erfassen. Da fordert ausgerechnet eine Person, die jahrelang als oberste moralische Instanz gegen Ungeimpfte und Maßnahmenkritiker agitierte, dass man die Frage nach Verantwortung doch bitte etwas leiser stellen möge. Wer Grundrechte mit eingeebnet hat, hat naturgemäß ein gewisses Interesse daran, dass die Schuldfrage nicht allzu präzise gestellt wird.

Was bedeutet „heilsam abschließen“ wirklich?

Buyx wünscht sich, dass man „heilsam“ mit der Pandemie abschließe. „Wut“ sei „völlig fehl am Platz“. Eine erstaunliche Aufforderung an jene Bürger, die monatelang ausgegrenzt, diffamiert und vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen wurden. Vergessen wir nicht: Es waren nicht die Kritiker, die mit dem Finger auf andere zeigten. Es waren die Verfechter der Maßnahmen, die einen ganzen Bevölkerungsteil zu Sündenböcken einer angeblichen „Pandemie der Ungeimpften“ erklärten.

Wer jahrelang vom hohen Ross der Moral herab predigte, der sollte sich nicht wundern, wenn er nun selbst vom Pferd steigen muss.

Der Streit um die Zahlen – und um die Wahrheit

Besonders aufschlussreich wird es, wenn Buyx mit Statistiken hantiert. 65 bis 70 Prozent der Bevölkerung hätten sich „durchweg bemüht“, den Maßnahmen gerecht zu werden. Dem Befund, dass rund 30 Prozent der Menschen von Politik und Gesellschaft schlicht ignoriert und nicht gehört worden seien, widerspreche sie „vehement“. Die Berichterstattung sei doch im Sommer und Herbst 2021 deutlich zugunsten der Skeptiker gekippt.

Wer die Medienlandschaft jener Monate noch in Erinnerung hat, wird sich verwundert die Augen reiben. Von einem Kippen zugunsten der Kritiker konnte keine Rede sein. Im Gegenteil: Wer Fragen stellte, wurde regelmäßig in die Ecke der Schwurbler und Spinner gestellt. Dass nun ausgerechnet die mediale Schlagseite umgedreht werden soll, gehört zu den dreisteren Manövern dieser Debatte.

Eine „Vision“ für die nächste Zumutung?

Den vielleicht bezeichnendsten Satz hob sich Buyx für das Ende auf. Sie glaube, dass „die Deutschen sehr in der Lage sind, mal eine Weile eine härtere Zeit durchzustehen“. Man brauche nun eine „Inspiration“ oder eine „Vision“, um sich auf Reformen einzustellen, die für den Einzelnen „belastend“ sein könnten.

Übersetzt heißt das: Die nächste Zumutung ist bereits eingepreist, der Bürger soll sich schon mal seelisch darauf vorbereiten, erneut zu „durchzustehen“. Es ist diese Mischung aus erzieherischem Ton und ungebrochenem Sendungsbewusstsein, die viele Menschen in diesem Land mittlerweile zur Weißglut treibt.

Aufarbeitung heißt nicht Schlussstrich

Eine ehrliche Aufarbeitung verlangt nicht nach beschwichtigenden Worten über kollektive Großtaten, sondern nach schonungsloser Klarheit darüber, welche Entscheidungen Grundrechte verletzten, welche Versprechen gebrochen wurden und wer dafür die Verantwortung trägt. Genau das wollen die Bürger – und es ist nicht allein die Meinung unserer Redaktion, sondern die eines erheblichen Teils der deutschen Bevölkerung, der das Gefühl hat, in jenen Jahren von der Politik im Stich gelassen worden zu sein.

Die Frage „Wer ist schuld?“ ist eben kein Tribunal. Sie ist das legitime Bedürfnis eines mündigen Volkes, das wissen will, wer für die Einschränkung seiner Freiheiten geradestehen muss. Wer diese Frage als unanständig brandmarkt, der hat die Lektion aus den Corona-Jahren nicht verstanden – oder will sie nicht verstehen.

Am Ende bleibt eine unbequeme Erkenntnis: Vertrauen, einmal verspielt, lässt sich nicht durch wohlklingende Appelle an die „Prosozialität“ zurückgewinnen. Es lässt sich nur durch Ehrlichkeit zurückgewinnen. Und Ehrlichkeit beginnt damit, dass auch die Mächtigen von gestern den Mut aufbringen, die Schuldfrage nicht zu fürchten, sondern zu beantworten.

In unsicheren Zeiten zählt Beständigkeit

Die Corona-Jahre haben eindrücklich gezeigt, wie schnell scheinbare Gewissheiten ins Wanken geraten – politisch wie wirtschaftlich. Wer in solchen Phasen Wert auf Stabilität legt, denkt zu Recht über krisenfeste Vermögenswerte nach. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie in turbulenten Zeiten ihren Wert bewahren und sich als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio eignen.

Hinweis: Dieser Artikel gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt weder eine Anlage-, Steuer- noch eine Rechtsberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren und trägt für seine Entscheidungen die alleinige Verantwortung. Bei rechtlichen oder steuerlichen Fragen wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Fachberater.

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