
Christenverfolgung im Heiligen Land: Wenn der Westen wegschaut
WĂ€hrend die Weltöffentlichkeit gebannt auf Gaza starrt, entfaltet sich im Westjordanland eine Tragödie, die in ihrer historischen Dimension kaum zu ĂŒberschĂ€tzen ist. Die Ă€ltesten christlichen Gemeinden der Welt stehen vor ihrer Auslöschung â nicht durch islamistische Extremisten, sondern durch radikale jĂŒdische Siedler, die unter den Augen israelischer Soldaten brandschatzen und plĂŒndern.
Der Angriff auf das biblische Ephraim
Taibeh, das antike Ephraim, wo einst Jesus nach der Auferweckung des Lazarus Zuflucht suchte, brennt. Dieses letzte vollstĂ€ndig christliche Dorf PalĂ€stinas, dessen Wurzeln bis in die AnfĂ€nge des Christentums zurĂŒckreichen, wird systematisch zerstört. Die BrandanschlĂ€ge auf die byzantinische Kirche Al-Khader aus dem 5. Jahrhundert markieren einen neuen Tiefpunkt in der Eskalation der Gewalt.
Was sich hier abspielt, ist nichts weniger als die Vernichtung eines zweitausendjĂ€hrigen christlichen Erbes. Die drei Pfarrer der lateinischen, griechisch-orthodoxen und melkitischen Kirche schlagen Alarm â doch ihre verzweifelten Hilferufe verhallen ungehört in den Korridoren westlicher Macht.
Systematische Vertreibung unter militÀrischem Schutz
Die Methodik der Angriffe offenbart eine erschreckende Systematik. Olivenhaine, seit Jahrhunderten die Lebensgrundlage der christlichen Familien, werden niedergebrannt. Bauern werden daran gehindert, ihr eigenes Land zu betreten. HĂ€user und Fahrzeuge gehen in Flammen auf. All dies geschieht nicht im Verborgenen, sondern unter den Augen israelischer Soldaten, die tatenlos zusehen â oder schlimmer noch: den Siedlern RĂŒckendeckung geben.
"Der östliche Teil der Stadt ist zu einem offenen Ziel fĂŒr illegale jĂŒdische SiedlungsauĂenposten geworden, die unter dem Schutz der israelischen Armee still und leise expandieren."
Die Heuchelei des Westens
Wo bleiben die empörten Stellungnahmen aus Berlin, BrĂŒssel und Washington? Wo sind die Sanktionsdrohungen, die sonst so schnell bei der Hand sind? Die Antwort ist so beschĂ€mend wie vorhersehbar: Sie bleiben aus. WĂ€hrend man bei jedem vermeintlichen Fehlverhalten anderer Staaten sofort die Moralkeule schwingt, herrscht beim Thema Christenverfolgung im Heiligen Land ohrenbetĂ€ubendes Schweigen.
Diese Doppelmoral ist nicht nur moralisch verwerflich, sie ist auch strategisch kurzsichtig. Die christlichen Gemeinden im Nahen Osten sind BrĂŒckenbauer, Vermittler zwischen den Kulturen. Ihre Vernichtung hinterlĂ€sst ein Vakuum, das niemand fĂŒllen kann.
Ein historisches Versagen
Seit 1977, als die israelische Regierung erstmals Land bei Taibeh fĂŒr die illegale Siedlung Rimonim beschlagnahmte, hat sich die Lage kontinuierlich verschlechtert. Was als schleichende Enteignung begann, ist heute zu offener Gewalt eskaliert. Die jĂŒngsten Angriffe, bei denen vier junge PalĂ€stinenser brutal getötet wurden, die sich der Siedlergewalt widersetzten, markieren eine neue QualitĂ€t der BrutalitĂ€t.
Besonders perfide: In Ein Samia zerstörten Siedler die Wasserleitung aus römischer Zeit, die Hunderttausende PalÀstinenser mit Trinkwasser versorgt. Hier wird nicht nur Land geraubt, sondern die Lebensgrundlage ganzer Gemeinden systematisch vernichtet.
Die Mitschuld der deutschen Politik
Die deutsche Bundesregierung trĂ€gt durch ihr Schweigen eine erhebliche Mitschuld an dieser Tragödie. WĂ€hrend man sich hierzulande in endlosen Debatten ĂŒber Gendersternchen und KlimaneutralitĂ€t verliert, werden im Heiligen Land die Wiege des Christentums und seine lebendigen Zeugen ausgelöscht. Diese PrioritĂ€tensetzung offenbart die ganze Verkommenheit einer Politik, die ihre eigenen kulturellen Wurzeln verrĂ€t.
Es ist höchste Zeit, dass Deutschland und Europa ihre Stimme erheben. Die christlichen Gemeinden im Heiligen Land brauchen keine wohlfeilen Sonntagsreden, sondern konkreten politischen Druck auf Israel, die Siedlergewalt zu stoppen. Jeder Tag des Schweigens macht uns zu Komplizen dieser historischen Katastrophe.
Die Forderung der Stunde: Entsendung internationaler Beobachtermissionen, sofortiger Stopp aller Waffenlieferungen an Israel, bis die Siedlergewalt beendet ist, und klare Sanktionen gegen die Verantwortlichen. Alles andere wÀre Verrat an unseren christlichen Werten und an den Menschen, die seit zwei Jahrtausenden das Erbe Jesu im Heiligen Land bewahren.
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