
Berliner Jusos wollen die Ehe abschaffen â ein ideologischer Frontalangriff auf das Fundament unserer Gesellschaft

Es ist eine jener Forderungen, bei denen man zweimal hinschauen muss, um zu glauben, dass sie tatsĂ€chlich aus den Reihen einer Regierungspartei stammt: Die Berliner Jusos, der Nachwuchs der SPD, wollen die Ehe abschaffen. Nicht reformieren, nicht modernisieren â schlicht abschaffen. An ihre Stelle sollen sogenannte âVerantwortungsgemeinschaften" treten, beliebig zusammenstellbar, mit mehreren Personen, mit optionalen Probezeiten und âeinfacher Auflösung per ErklĂ€rung". Was wie eine Realsatire klingt, ist ein ernstgemeinter Antrag fĂŒr den SPD-Landesparteitag in Berlin.
Ein Angriff auf Millionen Familien
Die Reaktion aus den Reihen der Jungen Union und der Werteunion fiel deutlich aus. Harald Burkart, Landesvorsitzender der Jungen Union Berlin, bezeichnete die Berliner Jusos gegenĂŒber dem Online-Magazin NIUS als âTotengrĂ€ber des gesellschaftlichen Zusammenhalts". Die Ehe sei fĂŒr Millionen Menschen Halt, Verantwortung, StabilitĂ€t â und gerade fĂŒr Frauen und Kinder die wichtigste rechtliche Schutzinstanz, die unsere Gesellschaft kenne. Wer sie abschaffe, schade ausgerechnet jenen, die er angeblich schĂŒtzen wolle.
Auch Sylvia Pantel, stellvertretende Bundesvorsitzende der Werteunion, fand klare Worte. Der VorstoĂ sei ein âSchlag ins Gesicht all jener, die an Familie und dauerhafte Bindung glauben". Mit Verweis auf die Shell-Studie betonte sie, dass viele junge Menschen die Ehe heute wieder stĂ€rker als Ausdruck von Verbindlichkeit, Treue und Verantwortung schĂ€tzten. Die Forderung nach Mehrpersonen-Modellen sei âkein Fortschritt, sondern ein Angriff auf das, was unsere Gesellschaft im Innersten zusammenhĂ€lt".
Die Sprache des Antrags â ein ideologisches Manifest
Wer den Originalantrag liest, reibt sich verwundert die Augen. Die Ehe wird darin wörtlich als âDurchsetzungsinstrument frauenfeindlicher, queerfeindlicher, klassistischer und rassistischer Politik" des âchauvinistischen, kapitalistischen Nationalstaats" bezeichnet. Die Institution vertiefe patriarchale Machtstrukturen und behindere âFreiheit und Selbstbestimmung" durch ihren Anspruch auf dauerhaftes Halten.
Man muss diesen Wortlaut zweimal lesen, um die Wucht der ideologischen Verirrung zu erfassen. Die Ehe â jene Institution, die seit Jahrhunderten das Fundament unserer Zivilisation bildet, die in Artikel 6 des Grundgesetzes ausdrĂŒcklich unter besonderem Schutz steht â wird von einer Jugendorganisation der Sozialdemokratie zu einem rassistischen, sexistischen UnterdrĂŒckungsinstrument umgedeutet. Dass diese Sprache aus dem akademischen Milieu der Gender Studies stammt und mit der LebensrealitĂ€t normaler BĂŒrger nichts zu tun hat, dĂŒrfte selbst innerhalb der SPD niemand mehr ernsthaft bestreiten.
âVerantwortungsgemeinschaften" â Beliebigkeit als Programm
Die geplante Ersatzkonstruktion ist an Beliebigkeit kaum zu ĂŒberbieten: anlass-, verwandtschafts-, gender- und anzahlunabhĂ€ngig. Sechser-Modelle inklusive. Die Anmeldung erfolge beim Standesamt, mit âoptionalen Probezeiten" und Auflösung per ErklĂ€rung. Bestehende Ehen dĂŒrften zwar fortbestehen, sĂ€mtliche steuerlichen und rechtlichen Privilegien sollten jedoch gestrichen werden. Standesbeamte wĂŒrden kĂŒnftig in der Jugend- und Gewaltschutzhilfe eingesetzt â wofĂŒr man sie ja offenbar nicht mehr brĂ€uchte, wenn die Ehe abgeschafft sei.
Burkart bringt die Diskrepanz zwischen Juso-Welt und LebensrealitĂ€t auf den Punkt: WĂ€hrend sich normale Berliner fragten, wie sie die nĂ€chste Mieterhöhung stemmen, ob die Tochter abends noch sicher durch den Görlitzer Park komme und ob der eigene Job in zwei Jahren noch existiere, sĂ€Ăen die Jusos âin irgendwelchen Szeneseminaren zwischen Hafermilch und Gendersternchen und fantasieren ĂŒber die Abschaffung der Ehe". Sein Urteil: âWohlstandsverwahrlosung im Endstadium."
Wenn der Mainstream die Familie zerlegt
Was sich in diesem Antrag offenbart, ist mehr als jugendlicher Ăbermut. Es ist die konsequente Fortsetzung eines kulturellen Umbaus, der seit Jahren von links betrieben wird. Erst hieĂ es, man wolle nur âdazugehören", wie Burkart selbst als schwuler Mann mit Blick auf die Ehe fĂŒr alle anmerkt. Doch nun gehe es offenbar darum, âalles einzureiĂen, was Menschen Halt gibt". Aus der âEhe fĂŒr alle" werde so die âEhe fĂŒr keinen".
Die Ehe ist â juristisch wie kulturell â die zentrale Form verbindlicher Verantwortung in unserer Gesellschaft. Sie schĂŒtzt Kinder, sie schĂŒtzt Partner, sie schafft VerlĂ€sslichkeit. Wer sie durch austauschbare Konstrukte ersetzen möchte, dem geht es nicht um mehr Freiheit, sondern um die systematische Auflösung gewachsener Strukturen. Diese Strategie folgt einem Muster, das wir bei vielen linken Bewegungen beobachten können: Erst werden Begriffe umgedeutet, dann Institutionen delegitimiert, schlieĂlich abgeschafft. Familie, Nation, Tradition â alles GegenstĂ€nde eines ideologischen GroĂreinemachens, das vor allem eines hinterlĂ€sst: Orientierungslosigkeit.
Vertagt, aber nicht vom Tisch
Zwar wurde der Antrag von der Antragskommission vertagt und soll erst 2027 erneut diskutiert werden. Doch die Tatsache, dass solche Forderungen ĂŒberhaupt mehrheitsfĂ€hig in einer SPD-Gliederung formuliert werden, ist alarmierend genug. Die Sozialdemokratie, einst Partei der arbeitenden FamilienvĂ€ter und -mĂŒtter, lĂ€sst zu, dass ihre Jugendorganisation öffentlich gegen das Fundament jener WĂ€hlerschaft hetzt, die ihr in den Industriegebieten zwischen Ruhrpott und Saarland einst die Mehrheit verschaffte.
Es ist diese Entkopplung von der LebensrealitĂ€t der Mehrheit, die viele BĂŒrger ratlos zurĂŒcklĂ€sst. WĂ€hrend die Inflation die Familien drĂŒckt, die Mieten in Berlin explodieren und die innere Sicherheit auf einem Tiefpunkt angelangt ist, debattiert der politische Nachwuchs ĂŒber Sechser-Verantwortungsgemeinschaften und gendergerechte Standesamtsformulare. Wer in solchen Zeiten die Ehe abschaffen will, hat den Kontakt zur Wirklichkeit nicht nur verloren â er hat ihn nie gesucht.
Fazit: StabilitÀt ist kein Auslaufmodell
Die Ehe ist und bleibt das RĂŒckgrat einer funktionierenden Gesellschaft. Sie ist kein Relikt, sondern eine bewĂ€hrte Institution, die Generationen ĂŒberdauert hat â und die gerade in unsicheren Zeiten wieder an Bedeutung gewinnt. In einer Welt, in der politische VerlĂ€sslichkeit, wirtschaftliche Sicherheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt erodieren, suchen Menschen nach Halt. Wer ihnen diesen Halt nehmen will, handelt nicht progressiv, sondern destruktiv.
Genau wie die Ehe ein Garant fĂŒr StabilitĂ€t im Privaten ist, sind physische Edelmetalle wie Gold und Silber ein Garant fĂŒr StabilitĂ€t im Vermögensbereich. In Zeiten, in denen Ideologen an den Fundamenten unserer Gesellschaft sĂ€gen und politische Entscheidungen die Inflation antreiben, gewinnen krisenfeste Sachwerte zunehmend an Bedeutung. Wer sein Vermögen langfristig sichern möchte, sollte auf bewĂ€hrte Werte setzen â im Privaten wie im Finanziellen.
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