Kettner Edelmetalle
17.03.2026
07:03 Uhr

Australiens Notenbank dreht an der Zinsschraube – Iran-Krieg heizt Inflation an

WĂ€hrend sich Europa in geldpolitischer Lethargie ĂŒbt und die EuropĂ€ische Zentralbank weiterhin zögerlich agiert, zeigt die australische Notenbank, was entschlossenes Handeln bedeutet. Die Reserve Bank of Australia (RBA) hat am Dienstag den Leitzins zum zweiten Mal in Folge angehoben – auf nunmehr 4,1 Prozent, den höchsten Stand seit April 2025. Ein Signal, das weit ĂŒber den fĂŒnften Kontinent hinaus Wellen schlagen dĂŒrfte.

HartnÀckige Inflation lÀsst der Notenbank keine Wahl

Die Erhöhung um 25 Basispunkte kam fĂŒr die MĂ€rkte nicht ĂŒberraschend. Analysten hatten genau diesen Schritt erwartet. Der Grund ist so simpel wie beunruhigend: Die Inflation in Australien liegt weiterhin deutlich ĂŒber der Obergrenze von 3 Prozent, die sich die RBA als Zielmarke gesetzt hat. Im Dezemberquartal betrug die Teuerungsrate 3,6 Prozent, auf Monatsbasis kletterte sie im Januar sogar auf 3,8 Prozent – und ĂŒbertraf damit die ohnehin pessimistischen Prognosen.

„Obwohl die Inflation seit ihrem Höhepunkt im Jahr 2022 erheblich gesunken ist, hat sie in der zweiten JahreshĂ€lfte 2025 wieder deutlich angezogen", erklĂ€rte die RBA in ihrer offiziellen Stellungnahme. Eine Formulierung, die an Deutlichkeit nichts zu wĂŒnschen ĂŒbrig lĂ€sst.

Der Iran-Krieg als Brandbeschleuniger

Was die Lage zusĂ€tzlich verschĂ€rft, ist die geopolitische Eskalation im Nahen Osten. Der Konflikt zwischen Israel und dem Iran, der im Juni 2025 mit israelischen Angriffen auf iranische Atomanlagen und iranischen VergeltungsschlĂ€gen eine neue Dimension erreichte, wirkt sich unmittelbar auf die globalen EnergiemĂ€rkte aus. Steigende Ölpreise treiben die Inflation weltweit – und Australien bildet da keine Ausnahme.

Die RBA stellte unmissverstĂ€ndlich klar, dass die Entwicklungen im Nahen Osten zwar „höchst unsicher" blieben, jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit sowohl die globale als auch die heimische Inflation weiter anheizen wĂŒrden. Die Risiken hĂ€tten sich eindeutig nach oben verschoben. Paul Bloxham, Chefökonom fĂŒr Australien und Neuseeland bei HSBC, brachte es auf den Punkt: Die RBA habe schlicht keinen „Spielraum" mehr gehabt, abzuwarten und die globalen Entwicklungen zu beobachten.

Knappe Mehrheit offenbart interne Zerrissenheit

Bemerkenswert ist allerdings, wie knapp die Entscheidung ausfiel. Mit fĂŒnf zu vier Stimmen wurde die Zinserhöhung nur hauchdĂŒnn beschlossen. Fast die HĂ€lfte des Gremiums hĂ€tte offenbar lieber abgewartet – ein Zeichen dafĂŒr, dass selbst innerhalb der Notenbank die EinschĂ€tzung der wirtschaftlichen Lage keineswegs einheitlich ist. Diese Spaltung könnte bei kĂŒnftigen Sitzungen noch fĂŒr erhebliche Spannung sorgen.

Australiens Wirtschaft trotzt dem Zinsdruck – noch

Was der RBA den Mut gibt, die Zinsen weiter anzuheben, ist die erstaunliche Robustheit der australischen Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im vierten Quartal um 2,6 Prozent und ĂŒbertraf damit die Erwartungen deutlich. Der Arbeitsmarkt bleibt angespannt, die Arbeitslosenquote niedrig. Australien verfĂŒge ĂŒber einen der engsten ArbeitsmĂ€rkte weltweit, wie Bloxham hervorhob – ein Luxusproblem, das jedoch die InflationsbekĂ€mpfung erschwert.

RBA-Vizegouverneur Andrew Hauser hatte bereits in der Vorwoche unmissverstĂ€ndlich klargestellt: „Wir haben ein Problem mit der Inflation. Sie ist zu hoch." Die Notenbank erwarte, dass die Teuerungsrate erst Ende 2026 oder 2027 wieder in den Zielkorridor von 2 bis 3 Prozent zurĂŒckkehre – und den Mittelpunkt dieses Bandes möglicherweise erst 2028 erreiche. Angesichts des Ölpreisschocks durch den Iran-Konflikt könnten selbst diese Prognosen noch nach oben korrigiert werden mĂŒssen.

Ein LehrstĂŒck fĂŒr europĂ€ische Geldpolitiker?

Die Entschlossenheit der australischen Notenbank steht in auffĂ€lligem Kontrast zur europĂ€ischen Geldpolitik. WĂ€hrend in Deutschland die neue Große Koalition unter Friedrich Merz ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen auf den Weg bringt – finanziert auf Pump und damit ein potenzieller Inflationstreiber erster GĂŒte –, zeigt Australien, dass man der Geldentwertung nur mit konsequentem Handeln begegnen kann. Die Zeche fĂŒr schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme zahlt am Ende immer der BĂŒrger: durch steigende Preise, schwindende Kaufkraft und die schleichende Entwertung seiner Ersparnisse.

FĂŒr Anleger, die ihr Vermögen vor den Verwerfungen einer zunehmend instabilen Weltwirtschaft schĂŒtzen möchten, bleibt die Beimischung physischer Edelmetalle wie Gold und Silber eine bewĂ€hrte Strategie. In Zeiten, in denen Notenbanken weltweit gegen hartnĂ€ckige Inflation kĂ€mpfen und geopolitische Konflikte die Energiepreise in die Höhe treiben, erweisen sich Edelmetalle einmal mehr als verlĂ€sslicher Anker der Vermögenssicherung.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfĂ€ltiger Recherche getroffen werden. Wir ĂŒbernehmen keine Haftung fĂŒr finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.

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