Kettner Edelmetalle
23.02.2026
06:48 Uhr

22 Milliarden Euro in den Sand gesetzt: Stellantis beerdigt die Elektro-Illusion

Es ist ein Moment, der in die Wirtschaftsgeschichte eingehen dĂŒrfte – und der zugleich als vernichtendes Urteil ĂŒber eine der grĂ¶ĂŸten industriepolitischen Fehlsteuerungen der jĂŒngeren europĂ€ischen Geschichte gelesen werden muss. Der Automobilgigant Stellantis, zu dessen Imperium klangvolle Marken wie Jeep, Fiat, Opel, Peugeot, CitroĂ«n und Maserati gehören, hat seine bisherige Elektro-Strategie faktisch zu Grabe getragen. Die Kosten dieser ideologisch getriebenen Irrfahrt? Sage und schreibe 22 Milliarden Euro, die abgeschrieben werden mĂŒssen. Man reibt sich die Augen.

Der Green Deal fÀhrt gegen die Wand

Was Stellantis-CEO Antonio Filosa in diplomatischem Konzernsprech als Anpassung an eine „verĂ€nderte Marktlage" umschreibt, ist in Wahrheit nichts anderes als das EingestĂ€ndnis eines kolossalen Scheiterns. Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen wĂ€chst bei weitem nicht so rasant, wie es die grĂŒnen Propheten in BrĂŒssel und anderswo vorhergesagt hatten. Die Kosten fĂŒr die Umstellung hingegen explodierten. Filosa rĂ€umte ein, man habe „die Geschwindigkeit der Elektrifizierung in den Regionen zunĂ€chst ĂŒberschĂ€tzt". Eine bemerkenswert milde Formulierung fĂŒr ein Desaster dieser GrĂ¶ĂŸenordnung.

Doch Stellantis ist keineswegs ein Einzelfall. Der Konzern ist lediglich der letzte – und vielleicht lauteste – Knall in einer ganzen Serie von Kehrtwenden, die den europĂ€ischen Green Deal als das entlarven, was er von Anfang an war: ein politisch verordnetes Experiment auf Kosten von ArbeitsplĂ€tzen, Wohlstand und industrieller Substanz.

Eine Chronik des Versagens

Erinnern wir uns: Als Ursula von der Leyen den Green Deal 2019 als Antwort auf die „dringenden Forderungen" insbesondere junger BĂŒrger nach Klimaschutzmaßnahmen ausrief, applaudierten die Konzernchefs artig. Die European Automobile Manufacturers' Association (ACEA) prĂ€sentierte einen ambitionierten 10-Punkte-Plan zur Erreichung der KlimaneutralitĂ€t bis 2050. Man sprach von „historischen Chancen" und „Wachstumsstrategien". Es war ein Rausch der SelbsttĂ€uschung, befeuert durch ĂŒppige Fördermittel und regulatorische Anreize.

Was dabei strĂ€flich unterschĂ€tzt wurde: Die europĂ€ischen Hersteller waren – und sind – auf dem Gebiet immer sparsamerer Verbrennungsmotoren weltweit fĂŒhrend. Diese hart erarbeitete technologische Dominanz aufzugeben, um auf eine Technologie zu setzen, fĂŒr die man weder ĂŒber die nötigen Rohstoffe noch ĂŒber besonderes Know-how verfĂŒgte, war von Beginn an ein Vabanquespiel. Dass ausgerechnet China, das die Rohstoffketten fĂŒr Batterien kontrolliert, zum grĂ¶ĂŸten Profiteur dieser europĂ€ischen Selbstentleibung werden wĂŒrde, hĂ€tte jedem nĂŒchternen Beobachter klar sein mĂŒssen.

Der Kunde als vergessene GrĂ¶ĂŸe

Besonders entlarvend ist der Blick auf die Nachfrageseite. In Deutschland und Frankreich konnte der Absatz von Elektrofahrzeugen nur durch massive Subventionen kĂŒnstlich hochgehalten werden. Kaum fielen die KaufprĂ€mien weg, brach der Markt ein. Das angebliche Musterland Norwegen taugt als Gegenbeispiel nur bedingt: Dort wurden die Marktmechanismen durch einen beispiellosen Cocktail aus SteuervergĂŒnstigungen – keine 25 Prozent Mehrwertsteuer auf E-Autos –, GratisparkplĂ€tzen, FĂ€hrrabatten und billigem Strom aus Wasserkraft regelrecht ausgehebelt. Ein Modell, das sich schlicht nicht auf den Rest Europas ĂŒbertragen lĂ€sst.

Dominoeffekt in der Branche

Der Kurswechsel von Stellantis reiht sich nahtlos in eine Serie von RĂŒckzugsgefechten ein. Porsche hat angekĂŒndigt, ein neues SUV in der GrĂ¶ĂŸe des bisherigen Macan mit Verbrennungsmotoren und Plug-in-Antrieben zu entwickeln – ursprĂŒnglich sollte das meistverkaufte Modell der Marke nur noch elektrisch angeboten werden. Elektrische Sportwagen dĂŒrften vorerst ebenfalls Zukunftsmusik bleiben. Bei Mercedes-Benz wurde das vollmundige Programm „Electric-Only" stillschweigend durch „Flex-Only" ersetzt. Man entwickelt wieder neue, effiziente Benzin- und Dieselmotoren und setzt auf eine Doppelstrategie. Und Volkswagen hat angekĂŒndigt, bis 2030 rund 35.000 Stellen an zehn deutschen Standorten abzubauen – ein sozialer Kahlschlag, der direkt auf die verfehlte Transformationspolitik zurĂŒckzufĂŒhren ist.

Was hier geschieht, ist nichts Geringeres als die stille Beerdigung einer Ideologie, die sich als Wirtschaftspolitik verkleidet hatte. Die „Umgestaltung von Wirtschaft, Energieversorgung, Verkehr und Industrie", wie es bei der EU-Kommission so blumig hieß, sollte Europa nachhaltiger und wettbewerbsfĂ€higer machen. Eingetreten ist das genaue Gegenteil: eine fortschreitende Deindustrialisierung, die den Kontinent gegenĂŒber China und den USA ins Hintertreffen geraten lĂ€sst.

Vernunft kehrt zurĂŒck – aber zu welchem Preis?

Man mag es als spĂ€ten Sieg von RealitĂ€tssinn und Vernunft feiern, dass die großen europĂ€ischen Automobilkonzerne nun einen technologieoffenen Ansatz wĂ€hlen. Doch die Frage bleibt: Wer trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr die verbrannten Milliarden, die vernichteten ArbeitsplĂ€tze, die zerstörte WettbewerbsfĂ€higkeit? Die Manager, die sich von grĂŒnen Subventionsversprechen blenden ließen? Die Politiker in BrĂŒssel, die eine ganze Industrie in ein ideologisches Korsett zwĂ€ngten? Oder jene Experten und NGOs, die jeden Kritiker als „ewig Gestrigen" diffamierten?

Die Antwort ist so bitter wie einfach: Es sind die europĂ€ischen BĂŒrger und Steuerzahler, die am Ende die Zeche zahlen. 22 Milliarden Euro allein bei Stellantis – das ist kein Betriebsunfall, das ist das Ergebnis einer Politik, die Ideologie ĂŒber ökonomische Vernunft stellte. Und es ist eine Mahnung an alle, die glauben, man könne MĂ€rkte und Technologien per Dekret lenken.

Wer die FĂŒhrungsrolle bei effizienten Verbrennungsmotoren aufgibt, um auf eine Technologie zu setzen, fĂŒr die weder Rohstoffe noch besonderes Know-how vorhanden sind, betreibt industriellen Selbstmord auf Raten.

In Zeiten solch massiver wirtschaftlicher Verwerfungen und politisch verursachter Unsicherheiten zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, das eigene Vermögen auf ein solides Fundament zu stellen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrtausende als verlĂ€sslicher Wertspeicher bewĂ€hrt – unabhĂ€ngig von politischen Moden, ideologischen Experimenten und den Irrungen und Wirrungen einer fehlgeleiteten Industriepolitik. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wertvollen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach RĂŒcksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. FĂŒr Anlageentscheidungen und deren Folgen ĂŒbernehmen wir keine Haftung.

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