
147 PolizeieintrÀge, 7.250 Euro monatlich, null Konsequenzen: Der Fall Huso B. entlarvt Deutschlands Abschiebe-Versagen

Man muss sich diese Zahl auf der Zunge zergehen lassen: 147 PolizeieintrĂ€ge in 23 Jahren. Das sind mehr als sechs pro Jahr, mehr als einer alle zwei Monate. Und dennoch lebt der bosnische Staatsangehörige Huso B. nach wie vor in Köln â alimentiert vom deutschen Steuerzahler, geschĂŒtzt durch ein System, das offenbar jeden Sinn fĂŒr VerhĂ€ltnismĂ€Ăigkeit verloren hat. Dieser Fall ist kein Einzelfall. Er ist ein Symptom.
Eine Chronologie des behördlichen Totalversagens
Die Geschichte beginnt im Jahr 2003, als Huso B. nach Deutschland einreiste und einen Asylantrag stellte. Dieser wurde abgelehnt â wenig ĂŒberraschend, denn Bosnien-Herzegowina gilt als sicheres Herkunftsland. Noch im selben Jahr wollte die Stadt Köln den Mann abschieben. Doch was geschah? Er tauchte unter. Einfach so. Vier Jahre lang war er von der BildflĂ€che verschwunden, bevor er 2007 wieder bei den Behörden auftauchte. 2009 scheiterte er vor dem Verwaltungsgericht mit einer Klage gegen seine Abschiebung. Das Urteil war eindeutig: Der Mann ist ausreisepflichtig.
Und dann? Dann passierte das, was in Deutschland offenbar zum Standardprogramm gehört: nichts. Statt den rechtskrĂ€ftigen Bescheid durchzusetzen, erhielt Huso B. immer wieder eine sogenannte Duldung â jenes bĂŒrokratische Instrument, das eigentlich als vorĂŒbergehende Lösung gedacht war, in der Praxis aber zum Dauerparkschein fĂŒr ausreisepflichtige Personen mutiert ist.
7.250 Euro monatlich â fĂŒr eine abgelehnte Asylfamilie
Als wĂ€re die schiere Dreistigkeit des Aufenthalts nicht genug, offenbaren die Zahlen des Sozialamts eine weitere Dimension dieses Skandals. Die zehnköpfige Familie von Huso B. erhielt nach Angaben der Behörden allein im September 2023 monatlich 7.250,77 Euro nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Wohlgemerkt: fĂŒr einen Mann, dessen Asylantrag vor ĂŒber zwei Jahrzehnten abgelehnt wurde. Inzwischen beziehen mehrere Familienmitglieder zusĂ€tzlich Leistungen vom Sozialamt, vier Kinder erhalten BĂŒrgergeld.
Man fragt sich unwillkĂŒrlich: Wie viele deutsche Familien, die jeden Morgen zur Arbeit gehen, Steuern zahlen und sich an Recht und Gesetz halten, kommen auf ein vergleichbares monatliches Einkommen? Die Antwort dĂŒrfte ernĂŒchternd ausfallen. WĂ€hrend der hart arbeitende Mittelstand unter steigenden Lebenshaltungskosten Ă€chzt, flieĂen Tausende Euro an einen mehrfach straffĂ€llig gewordenen, abgelehnten Asylbewerber. Das ist keine Sozialpolitik mehr â das ist eine Verhöhnung all jener, die dieses System mit ihren Steuern finanzieren.
Die kriminelle Bilanz: 80 DiebstÀhle, Raub, Körperverletzung
Ein Blick in die polizeiliche Ăbersicht liest sich wie das Drehbuch eines Kriminalfilms. Von den 147 EintrĂ€gen in den Datenbanken betreffen allein 80 FĂ€lle DiebstĂ€hle. In 41 FĂ€llen besteht der Verdacht des gewerbsmĂ€Ăigen Bandendiebstahls. Hinzu kommen Betrug, besonders schwerer Diebstahl, Raub, gefĂ€hrliche Körperverletzung sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Verurteilt wurde er laut Bundeszentralregister bislang wegen elf Straftaten.
Elf Verurteilungen. Und immer noch keine Abschiebung. Man muss sich fragen, ab welcher Schwelle der deutsche Rechtsstaat eigentlich bereit ist, seine eigenen Gesetze durchzusetzen. Bei 200 PolizeieintrÀgen? Bei 300? Oder gibt es diese Schwelle schlicht nicht mehr?
Der âSchutz der Familieneinheit" als Abschiebe-Blockade
Die BegrĂŒndung der Kölner Behörden fĂŒr die Nicht-Abschiebung mutet geradezu zynisch an. In internen Vermerken soll es heiĂen, dass wegen des âSchutzes der Familieneinheit" eine RĂŒckfĂŒhrung nicht weiter verfolgt worden sei. Huso B. und seine Frau haben acht minderjĂ€hrige Kinder, die ĂŒberwiegend in Deutschland geboren wurden. Man hat also zugelassen, dass ein ausreisepflichtiger, vielfach straffĂ€lliger Mann ĂŒber zwei Jahrzehnte hinweg eine immer gröĂere Familie grĂŒndet â und genau diese Familie dann als Argument gegen die Abschiebung heranzieht. Ein perfekter Kreislauf der AbsurditĂ€t.
Wer hindert eigentlich die Behörden daran, die gesamte Familie gemeinsam nach Bosnien-Herzegowina zurĂŒckzufĂŒhren? Die Familieneinheit wĂ€re gewahrt â nur eben nicht auf Kosten des deutschen Steuerzahlers. Doch solche naheliegenden Lösungen scheinen im deutschen Verwaltungsapparat offenbar undenkbar zu sein.
Ein systemisches Problem, kein Einzelfall
Nachdem der Fall öffentlich wurde, ordnete der Kölner OberbĂŒrgermeister eine verwaltungsinterne PrĂŒfung an. Nach Angaben der Stadt laufen derzeit mehr als 1.000 Verfahren zur freiwilligen Ausreise oder Abschiebung. Im Jahr 2025 seien demnach 245 Personen abgeschoben worden, darunter 130 StraftĂ€ter. Das klingt nach AktivitĂ€t â ist aber angesichts der Dimension des Problems kaum mehr als ein Tropfen auf den heiĂen Stein.
Der Fall Huso B. ist ein Paradebeispiel fĂŒr das strukturelle Versagen der deutschen Migrationspolitik. Seit Jahren wird ĂŒber konsequentere Abschiebungen debattiert, werden AnkĂŒndigungen gemacht und PrĂŒfungen eingeleitet. Doch die RealitĂ€t sieht anders aus: Die Mehrheit der Abschiebungen scheitert, Duldungen werden zum Dauerzustand, und die Kosten trĂ€gt die Allgemeinheit. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte im Wahlkampf eine hĂ€rtere Gangart versprochen. Die BĂŒrger warten. Geduldig, aber zunehmend ungeduldig.
Es ist nicht nur die Meinung unserer Redaktion, sondern die eines GroĂteils der deutschen Bevölkerung: Wer als abgelehnter Asylbewerber 147 Mal polizeilich auffĂ€llig wird und dennoch jahrzehntelang im Land bleibt, der offenbart nicht sein eigenes Versagen â sondern das eines Staates, der seine eigenen Gesetze nicht mehr durchzusetzen vermag. Deutschland braucht Politiker, die wieder fĂŒr Deutschland regieren. Nicht gegen die eigene Bevölkerung.










