Kettner Edelmetalle
18.06.2025
17:32 Uhr

Westliche Doppelmoral im Nahost-Konflikt: USA und Frankreich fordern NeutralitÀt vom Libanon

Die Heuchelei westlicher Außenpolitik erreicht neue Höhen: WĂ€hrend Israel seit Monaten ungestraft den Libanon bombardiert und das Waffenstillstandsabkommen mit FĂŒĂŸen tritt, verlangen ausgerechnet die USA und Frankreich vom geschundenen Land strikte NeutralitĂ€t im eskalierenden Konflikt zwischen Israel und dem Iran. Diese groteske Forderung offenbart einmal mehr die moralische BankrotterklĂ€rung einer Politik, die mit zweierlei Maß misst.

Der Libanon als Spielball geopolitischer Interessen

Als Israel am vergangenen Freitag, den 13. Juni, einen massiven Angriff auf den Iran startete und damit die BĂŒchse der Pandora eines regionalen FlĂ€chenbrands öffnete, war die Sorge groß, dass weitere Nationen in den Strudel der Gewalt gerissen werden könnten. Besonders brisant ist die Lage im Libanon, der trotz eines bestehenden Waffenstillstands weiterhin fast tĂ€glich israelischen Angriffen ausgesetzt ist.

Die Dreistigkeit, mit der Israel Ende letzten Jahres in den Libanon einmarschierte und sich nun weitgehend ĂŒber die vereinbarte Waffenruhe hinwegsetzt, wird vom Westen nicht nur toleriert, sondern faktisch unterstĂŒtzt. Statt den Aggressor zur Rechenschaft zu ziehen, richtet man mahnende Worte an das Opfer.

Macrons scheinheilige Warnungen

Besonders perfide mutet die Rolle des französischen PrĂ€sidenten Macron an. Noch im MĂ€rz hatte er wĂ€hrend einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem libanesischen PrĂ€sidenten Joseph Aoun die israelischen Luftangriffe auf Beirut verurteilt. Nun warnt derselbe Macron den Libanon davor, sich in den Konflikt einzumischen – als ob das Land eine Wahl hĂ€tte, wĂ€hrend israelische Bomben auf seine StĂ€dte niedergehen.

"Sie könnten keine Garantien geben, um Israel von einem massiven Angriff abzuhalten, falls der Libanon in den Krieg hineingezogen wĂŒrde"

Diese Aussage entlarvt die ganze AbsurditÀt der westlichen Position: Man kann Israel nicht von Angriffen abhalten, verlangt aber vom Libanon, sich diese gefallen zu lassen.

Washingtons unverhĂŒllte Drohungen

WĂ€hrend Macron noch den Anschein diplomatischer ZurĂŒckhaltung wahrt, lassen die USA jede Maske fallen. Mit der unverhohlenen Drohung, der Libanon werde "einen hohen Preis zahlen", falls er sich nicht neutral verhalte, offenbart Washington seine wahre Fratze als imperialer Hegemon, der kleineren Nationen seinen Willen aufzwingt.

Der fĂŒr diese Woche angekĂŒndigte Besuch des US-Gesandten Tom Barrack dĂŒrfte weniger einem Dialog als vielmehr der Überbringung eines Ultimatums dienen. Die Botschaft ist klar: Wer sich nicht dem Diktat Washingtons beugt, wird bestraft.

Die Hisbollah als Faktor der ZurĂŒckhaltung

Ironischerweise erweist sich ausgerechnet die vom Westen dĂ€monisierte Hisbollah als StabilitĂ€tsfaktor in dieser explosiven Gemengelage. Trotz tausender israelischer Angriffe seit Beginn der Waffenruhe im November hat die schiitische Organisation keine einzige Rakete auf Israel abgefeuert. Diese bemerkenswerte ZurĂŒckhaltung steht in krassem Gegensatz zur Aggression Israels und straft die westliche Propaganda LĂŒgen.

Die EinschĂ€tzung der Hisbollah, dass der Iran den israelischen Angriffen allein standhalten könne, mag sich als fataler Irrtum erweisen. Doch ihre ZurĂŒckhaltung verschafft dem Westen Zeit, die er nutzen sollte, um auf eine Deeskalation hinzuwirken – statt Öl ins Feuer zu gießen.

Die wahren Brandstifter sitzen in Washington und Tel Aviv

Die aktuelle Krise offenbart einmal mehr die verheerenden Folgen einer Politik, die auf Doppelstandards und militĂ€rischer Dominanz basiert. WĂ€hrend man von schwĂ€cheren Staaten NeutralitĂ€t und ZurĂŒckhaltung fordert, gewĂ€hrt man dem israelischen Aggressor carte blanche fĂŒr seine Kriegshandlungen.

Diese Politik ist nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch strategisch kurzsichtig. Jeder Tag, an dem Israel ungestraft den Libanon bombardieren kann, untergrĂ€bt die GlaubwĂŒrdigkeit des Westens und treibt die Region weiter in Richtung eines unkontrollierbaren FlĂ€chenbrands.

Es ist höchste Zeit, dass Deutschland und Europa sich von dieser destruktiven US-Politik emanzipieren und eine eigenstĂ€ndige, auf Ausgleich und Gerechtigkeit basierende Nahost-Politik entwickeln. Die Alternative ist ein Krieg, der nicht nur die Region, sondern auch unsere eigene Sicherheit und Wirtschaft in den Abgrund reißen könnte.

Die Forderung nach libanesischer NeutralitĂ€t angesichts israelischer Aggression ist nicht nur zynisch – sie ist ein Offenbarungseid westlicher Außenpolitik, die ihre eigenen proklamierten Werte mit FĂŒĂŸen tritt. Es bleibt zu hoffen, dass immer mehr Menschen diese Heuchelei durchschauen und Druck auf ihre Regierungen ausĂŒben, endlich eine Politik zu betreiben, die diesen Namen verdient.

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