
Weniger Tierhaltung, mehr Naturschutz: BUND geht mit Verfassungsbeschwerde gegen Ampel vor
Der Umweltverband BUND hat eine Verfassungsbeschwerde gegen die Naturschutzpolitik der Bundesregierung eingereicht. Die entsprechenden Dokumente seien bereits am Dienstagabend bei den Richtern in Karlsruhe eingegangen, teilte der Verband in Berlin mit. Ziel der Beschwerde ist es, die Ampelregierung dazu zu zwingen, ein umfassendes gesetzliches Konzept zum Schutz der Artenvielfalt vorzulegen und den Verlust von Arten umgehend zu stoppen.
BUND fordert klare EinschrÀnkungen
Der BUND fordert von der Politik klare EinschrĂ€nkungen fĂŒr das AusmaĂ der Tierhaltung und des Pestizideinsatzes. Felix Ekardt, der BUND-Landesvorsitzende in Sachsen, betonte, dass mengenmĂ€Ăige BeschrĂ€nkungen notwendig seien. Auch die im Juni verabschiedete EU-Wiederherstellungsverordnung lasse der Politik viel zu lange Zeit und sei in ihren Anforderungen zu ungenau, argumentieren die KlĂ€ger. Die EU-Vorgaben seien zudem voll von Ausnahmen.
Erste Verfassungsbeschwerde dieser Art weltweit
Laut BUND handelt es sich weltweit um die erste Verfassungsbeschwerde dieser Art. Mehrere EinzelklĂ€ger, darunter der bekannte Schauspieler Hannes Jaenicke und der NaturschĂŒtzer Christof Martin, haben sich der Beschwerde angeschlossen. Die KlĂ€ger wollen in Karlsruhe geltend machen, dass ihre im Grundgesetz geschĂŒtzten Rechte auf Leben und Gesundheit, Eigentum und Freiheit durch die Folgen eines fortschreitenden BiodiversitĂ€tsverlusts verletzt werden.
Hoffnung auf Ănderung der Regierungspolitik
Ob die Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe die Regierung tatsĂ€chlich zu einem effektiveren Naturschutz bewegen kann, ist schwer abzusehen. Der BUND hofft jedoch, dass sich die EinschĂ€tzung der Gerichte Ă€ndern wird, wie es bereits bei der Klima-Verfassungsbeschwerde der Fall war. Diese hatte 2021 Erfolg, als das Bundesverfassungsgericht das damalige Klimaschutzgesetz fĂŒr teilweise verfassungswidrig erklĂ€rte.
Massive Freiheitseingriffe befĂŒrchtet
Der BUND warnt vor massiven Freiheitseingriffen, sollte der Naturschutz weiterhin vernachlÀssigt werden. Der Verband erklÀrt, dass das Tempo des Artensterbens und der Naturzerstörung noch dramatischer sei als die Geschwindigkeit der Klimakrise. Myriam Rapior, stellvertretende BUND-Bundesvorsitzende, betont, dass es beim Erhalt der BiodiversitÀt um nichts Geringeres als um unsere Lebensgrundlagen gehe.
Internationale BemĂŒhungen um Artenvielfalt
Seit Montag wird auch auf internationaler Ebene wieder um die Rettung der Artenvielfalt gerungen: Auf der Weltnaturkonferenz im kolumbianischen Cali kommen Verhandler aus aller Welt zusammen, um konkrete Schritte zur Umsetzung eines globalen Naturschutzabkommens auszuarbeiten. Vor zwei Jahren hatten sich rund 200 Staaten im kanadischen Montreal auf 23 Ziele verstÀndigt, die bis 2030 erreicht werden sollen.
Zum Auftakt der Konferenz rĂ€umte die deutsche Umweltministerin Steffi Lemke (GrĂŒne) ein, dass die Situation in den vergangenen zwei Jahren nicht besser geworden sei. Die IndustrielĂ€nder sollen bis 2025 jĂ€hrlich rund 20 Milliarden Dollar fĂŒr den Schutz der Artenvielfalt bereitstellen.
- Themen:
- #GrĂŒne










