Kettner Edelmetalle
25.02.2026
22:10 Uhr

Wall Street im Aufwind: Gold glänzt weiter, während Trump die KI-Branche in die Pflicht nimmt

Die amerikanischen Leitindizes haben am Mittwoch erneut zugelegt – und mit ihnen ein alter Bekannter, der sich von keinem Hype und keiner Euphorie die Butter vom Brot nehmen lässt: Gold. Während die Technologiebörse Nasdaq mit einem satten Plus von 1,4 Prozent die Schlagzeilen dominierte, kletterte auch der Goldpreis still und beständig auf bemerkenswerte 5.160 US-Dollar je Feinunze. Das entspricht einem Preis von rund 140,50 Euro pro Gramm – ein Niveau, das vor wenigen Jahren noch als utopisch gegolten hätte.

Die Zahlen des Tages: Dow, S&P 500 und Nasdaq im grünen Bereich

Zum Handelsschluss in New York notierte der Dow Jones bei 49.482 Punkten, ein Plus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vortag. Der breiter gefasste S&P 500 legte um 0,8 Prozent auf rund 6.946 Punkte zu. Doch der eigentliche Star des Abends war einmal mehr die Technologiebörse: Der Nasdaq 100 schoss um 1,4 Prozent auf etwa 25.329 Punkte nach oben. Die Anleger warteten gebannt auf die Quartalszahlen von Nvidia, dem unangefochtenen Platzhirsch bei Grafikprozessoren für sogenannte „Künstliche Intelligenz". Man erhoffte sich Aufschluss darüber, wie nachhaltig der KI-Boom die wirtschaftliche Entwicklung tatsächlich befeuert – oder ob es sich letztlich doch nur um eine weitere Blase handelt, die irgendwann platzen könnte.

Trump nimmt Rechenzentren-Betreiber ins Visier

Für Gesprächsstoff sorgte unterdessen eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die es in sich hat. Betreiber großer Rechenzentren sollen künftig ihre Stromerzeugung selbst finanzieren müssen. Was auf den ersten Blick wie eine technische Regulierungsfrage klingt, hat einen hochbrisanten Hintergrund: In zahlreichen US-Gemeinden ist der Widerstand gegen den Bau neuer KI-Rechenzentren massiv gewachsen. Der Grund? Die enormen Ausbaukosten und die Sonderverträge, die den Tech-Giganten gewährt wurden, haben die Stromkosten für die normale Bevölkerung vor Ort drastisch in die Höhe getrieben.

Man muss Trump zugutehalten, dass er hier ein Problem adressiert, das viele westliche Regierungen geflissentlich ignorieren: Die Kosten des technologischen Fortschritts werden allzu oft auf den kleinen Mann abgewälzt, während die Konzerne Milliardenprofite einstreichen. Ob seine Ankündigung allerdings tatsächlich den Bürgern hilft oder am Ende nur ein weiteres Wahlkampfmanöver bleibt, dürfte von der konkreten Ausgestaltung der Regelung abhängen. Versprechen sind in der Politik bekanntlich billig – die Umsetzung ist das, was zählt.

Ein Seitenhieb, der auch nach Berlin passen würde

Interessant ist dabei der Kontrast zur deutschen Energiepolitik. Während Trump zumindest versucht, die Stromkosten für amerikanische Bürger zu deckeln, hat die deutsche Politik über Jahre hinweg eine Energiewende vorangetrieben, die den Industriestandort Deutschland systematisch geschwächt und die Strompreise für Verbraucher auf Rekordniveau getrieben hat. Das neue 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der Großen Koalition unter Friedrich Merz wird die Schuldenlast kommender Generationen weiter aufblähen – und die Inflation dürfte davon kaum profitieren. Aber das nur am Rande.

Gold trotzt der Aktien-Euphorie – und das aus gutem Grund

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung des Goldpreises. Trotz der allgemeinen Börseneuphorie legte das Edelmetall um 0,3 Prozent zu und notierte bei 5.160 US-Dollar je Feinunze. In einer Welt, in der geopolitische Spannungen – vom Ukraine-Krieg über den Nahost-Konflikt bis hin zu den Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und der EU – das Tagesgeschehen bestimmen, bleibt Gold der ultimative sichere Hafen. Kein Algorithmus, keine KI und kein noch so ausgeklügeltes Finanzprodukt kann ersetzen, was physisches Gold seit Jahrtausenden bietet: Wertbeständigkeit in unsicheren Zeiten.

Der Euro zeigte sich am Mittwochabend ebenfalls stärker und notierte bei 1,1807 US-Dollar. Auch der Ölpreis legte leicht zu: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete 70,95 US-Dollar, ein Plus von 0,3 Prozent.

Die Lehre für den klugen Anleger

Wer angesichts der KI-Euphorie und der steigenden Aktienkurse glaubt, physische Edelmetalle hätten ausgedient, der irrt gewaltig. Gerade in Zeiten, in denen Staaten weltweit ihre Schulden in schwindelerregende Höhen treiben, Zentralbanken über den richtigen Zinspfad streiten und geopolitische Krisen sich überlagern, erweist sich Gold als das, was es immer war: ein Anker der Stabilität. Die aktuelle Preisentwicklung spricht Bände. Während Aktien kommen und gehen, während Tech-Blasen aufgebläht und wieder zum Platzen gebracht werden, steigt der Goldpreis beharrlich weiter. Physische Edelmetalle gehören als unverzichtbare Beimischung in jedes breit gestreute Anlageportfolio – nicht als Spekulation, sondern als Vermögenssicherung im besten Sinne des Wortes.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir empfehlen, vor jeder Anlageentscheidung einen qualifizierten Finanzberater zu konsultieren. Für etwaige Verluste, die aus der Umsetzung der in diesem Artikel genannten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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