Kettner Edelmetalle
10.03.2026
12:59 Uhr

Volkswagen im freien Fall: Gewinn halbiert, 50.000 Stellen vor dem Aus

Es ist ein Trauerspiel, das sich in Wolfsburg abspielt – und es ist eines, das symptomatisch steht fĂŒr den Niedergang der deutschen Industrienation. Volkswagen, einst stolzes AushĂ€ngeschild deutscher Ingenieurskunst, meldet fĂŒr das vergangene Jahr einen Gewinneinbruch von schwindelerregenden 44 Prozent. Von 12,4 Milliarden Euro schrumpfte das Konzernergebnis nach Steuern auf magere 6,9 Milliarden Euro. Das schlechteste Ergebnis seit dem Dieselskandal 2016. Man möchte fast sarkastisch fragen: Wann kommt der nĂ€chste Skandal, der diesen Rekord bricht?

Trumps Zölle und Porsches Irrfahrt als SargnÀgel

Konzern-Finanzchef Arno Antlitz macht vor allem zwei Faktoren fĂŒr das Desaster verantwortlich: die US-Zölle unter PrĂ€sident Donald Trump und die massiven Probleme bei der Konzerntochter Porsche. Trumps 25-Prozent-Zölle auf Automobilimporte treffen die deutsche Exportwirtschaft mit voller Wucht – eine Entwicklung, vor der konservative Wirtschaftsexperten seit Jahren warnen. Doch statt die heimische Industrie zu stĂ€rken und wettbewerbsfĂ€higer zu machen, hat die deutsche Politik jahrelang lieber ĂŒber Gendersternchen und LastenfahrrĂ€der debattiert.

Der Umsatz des Konzerns sank um 0,8 Prozent auf knapp 322 Milliarden Euro. Weltweit lieferte VW nur noch 8,98 Millionen Fahrzeuge aus – ein RĂŒckgang von 0,5 Prozent. WĂ€hrend man in Europa sogar zulegen konnte, brachen die VerkĂ€ufe in China und Nordamerika ein. Zwei MĂ€rkte, die fĂŒr einen Weltkonzern wie Volkswagen schlicht ĂŒberlebenswichtig sind.

Porsche: Vom Goldesel zum Sorgenkind

Besonders dramatisch liest sich die Bilanz der einstigen Ertragsperle Porsche. Das operative Ergebnis des Sportwagenbauers stĂŒrzte von satten 5,3 Milliarden Euro auf geradezu lĂ€cherliche 90 Millionen Euro ab. Man muss sich diese Zahl auf der Zunge zergehen lassen: 90 Millionen Euro – fĂŒr einen Konzern dieser GrĂ¶ĂŸenordnung ist das praktisch nichts. Es ist, als wĂŒrde ein Sternekoch plötzlich nur noch Dosensuppe servieren.

Die Ursache? Eine kolossale FehleinschĂ€tzung beim Tempo des Umstiegs auf Elektroautos. Porsche hatte sich – getrieben vom politischen Zeitgeist und der grĂŒnen Transformationseuphorie – zu aggressiv auf die ElektromobilitĂ€t gestĂŒrzt, nur um festzustellen, dass die zahlungskrĂ€ftige Kundschaft am Verbrennungsmotor hĂ€ngt wie der Bayer an seiner Weißwurst. Nun rudert man zurĂŒck und verlegt sich wieder stĂ€rker auf konventionelle Antriebe. Ein teurer Strategieschwenk, der Milliarden verschlingt und die Konzernmutter mit in den Abgrund reißt.

Die Quittung fĂŒr ideologiegetriebene Industriepolitik

Was wir hier beobachten, ist nichts weniger als die Quittung fĂŒr eine Industriepolitik, die sich jahrelang mehr an ideologischen Wunschvorstellungen als an ökonomischen RealitĂ€ten orientiert hat. Das von der Politik forcierte Verbrenner-Aus, die ĂŒberstĂŒrzte Elektrifizierung, die astronomischen Energiekosten am Standort Deutschland – all das rĂ€cht sich nun bitter. Und wer zahlt die Zeche? Nicht die Politiker in ihren Dienstwagen, sondern die Arbeiter an den BĂ€ndern.

50.000 Stellen: Ein Kahlschlag ohnegleichen

Denn Konzernchef Oliver Blume kĂŒndigte in einem Brief an die AktionĂ€re an, was viele befĂŒrchtet hatten: Bis 2030 sollen rund 50.000 Stellen im gesamten Volkswagen-Konzern in Deutschland abgebaut werden. Ende 2023 beschĂ€ftigte VW hierzulande noch knapp 300.000 Menschen. Das bedeutet, dass jeder sechste Arbeitsplatz wegfallen soll. Ganze Familien, ganze Regionen werden davon betroffen sein. Niedersachsen, ohnehin nicht gerade mit wirtschaftlicher Dynamik gesegnet, droht ein sozialer Kahlschlag.

Die 50.000 Stellen setzen sich laut Konzernsprecher aus bereits angekĂŒndigten Streichungen zusammen – darunter bei Porsche, der Software-Tochter Cariad und vor allem aus dem Ende 2024 vereinbarten Abbau bei der Kernmarke VW von 35.000 Stellen. Finanzchef Antlitz formulierte es mit der nĂŒchternen KĂ€lte eines Buchhalters: Man werde „weiter konsequent die Kosten senken". FĂŒr die Betroffenen klingt das wie ein Todesurteil.

Auch der Chef verdient weniger – aber immer noch fĂŒrstlich

Immerhin: Auch Konzernchef Blume spĂŒrt den Gegenwind auf seinem Gehaltszettel. Seine GesamtvergĂŒtung sank von 10,35 Millionen Euro auf 7,42 Millionen Euro. Alle Vorstandsmitglieder hĂ€tten im Zusammenhang mit dem Sparprogramm auf Gehalt verzichtet, heißt es. Bei Blume mache das fast eine halbe Million Euro aus. Man ist gerĂŒhrt. WĂ€hrend Tausende Arbeiter um ihre Existenz bangen, verzichtet der Vorstandsvorsitzende großmĂŒtig auf ein halbes Prozent seines Einkommens. Pikantes Detail am Rande: Topverdiener bei Volkswagen ist weiterhin Blumes VorgĂ€nger Herbert Diess, der bereits im August 2022 abgelöst wurde. Weil sein Vertrag bis Oktober 2025 lief, kassierte er fĂŒr das abgelaufene Jahr noch mehr als neun Millionen Euro – fĂŒr einen Job, den er seit drei Jahren nicht mehr ausĂŒbt.

Ein Weckruf, der verhallen wird?

Die Volkswagen-Krise ist mehr als nur das Problem eines einzelnen Konzerns. Sie ist ein Symptom fĂŒr den schleichenden Verfall des Industriestandorts Deutschland. Zu hohe Energiekosten, erdrĂŒckende BĂŒrokratie, eine verfehlte Transformationspolitik und nun auch noch geopolitische Verwerfungen durch Handelskriege – die deutsche Automobilindustrie wird von allen Seiten in die Zange genommen. Und die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz? Sie plant ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das kĂŒnftige Generationen mit Schulden belastet, statt endlich die strukturellen Probleme anzupacken.

FĂŒr 2026 rechnet Volkswagen mit einer Rendite von lediglich 4,0 bis 5,5 Prozent. Das ist fĂŒr einen Weltkonzern dieser GrĂ¶ĂŸenordnung bestenfalls mittelmĂ€ĂŸig. Die Frage, die sich jeder stellen muss, lautet: Wie lange kann sich Deutschland noch leisten, seine industrielle Basis derart fahrlĂ€ssig zu ruinieren? Die Antwort dĂŒrfte vielen nicht gefallen.

In Zeiten wie diesen, in denen selbst vermeintlich sichere Industriegiganten ins Wanken geraten und Aktienkurse dramatisch einbrechen, zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als Instrument der Vermögenssicherung. Gold und Silber haben ĂŒber Jahrhunderte hinweg ihren Wert bewahrt – unabhĂ€ngig von Konzernbilanzen, politischen Fehlentscheidungen oder geopolitischen Verwerfungen. Wer sein Portfolio klug diversifizieren möchte, sollte physische Edelmetalle als stabilisierendes Element in Betracht ziehen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und EinschĂ€tzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und dienen ausschließlich zu Informationszwecken. Jeder Anleger ist selbst dafĂŒr verantwortlich, eigene Recherchen durchzufĂŒhren und gegebenenfalls professionelle Beratung einzuholen, bevor er Anlageentscheidungen trifft. Eine Haftung fĂŒr etwaige finanzielle Verluste, die auf Grundlage der hier bereitgestellten Informationen entstehen, wird ausdrĂŒcklich ausgeschlossen.

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