Kettner Edelmetalle
27.08.2025
13:14 Uhr

Trumps umstrittener Gaza-Plan: Vom Kriegsgebiet zur „Riviera des Nahen Ostens"?

WĂ€hrend im Gazastreifen weiterhin die Waffen sprechen und die humanitĂ€re Katastrophe ihren Lauf nimmt, schmiedet man in Washington bereits PlĂ€ne fĂŒr die Zeit danach. US-PrĂ€sident Donald Trump empfĂ€ngt heute hochrangige Vertreter zu einem Gipfeltreffen im Weißen Haus, bei dem es um nichts Geringeres als die komplette Neuordnung des Gazastreifens gehen soll. Was der amerikanische PrĂ€sident dabei im Sinn hat, lĂ€sst internationale Beobachter erschaudern.

GrĂ¶ĂŸenwahn oder Vision? Trumps Traum von der Mittelmeer-Riviera

Die AnkĂŒndigung des US-Sondergesandten Steve Witkoff in einem Interview mit Fox News klang zunĂ€chst harmlos: Man arbeite an einem „umfassenden Plan fĂŒr die Zeit danach". Doch was sich hinter dieser diplomatischen Floskel verbirgt, hat es in sich. Trump trĂ€umt davon, aus dem zerbombten Gazastreifen eine „Riviera des Nahen Ostens" zu machen – unter amerikanischer Kontrolle, versteht sich.

Der Plan sehe vor, die palĂ€stinensische Bevölkerung umzusiedeln und das Gebiet komplett neu zu gestalten. Man fragt sich unwillkĂŒrlich: Wohin sollen die ĂŒber zwei Millionen Menschen gehen? Und wer gibt den Amerikanern das Recht, ĂŒber das Schicksal eines ganzen Volkes zu entscheiden? Die internationale Empörung ĂŒber diese PlĂ€ne war entsprechend groß – nur Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zeigte sich begeistert von der Idee seines amerikanischen VerbĂŒndeten.

Arabische Staaten werden ĂŒbergangen

Besonders brisant: Noch im MĂ€rz hatte das Weiße Haus einen durchdachten Plan der arabischen Staaten fĂŒr den Wiederaufbau des Gazastreifens rundweg abgelehnt. Die 22 MitgliedslĂ€nder der Arabischen Liga hatten bei einem Gipfeltreffen in Kairo einen Vorschlag prĂ€sentiert, der die RĂŒckkehr der PalĂ€stinensischen Autonomiebehörde und die Bildung eines Verwaltungskomitees aus kompetenten Bewohnern des Gazastreifens vorsah. Ein Ansatz, der die radikalislamische Hamas von der Macht ausgeschlossen hĂ€tte.

„Der Vorschlag gehe nicht auf die RealitĂ€t ein, dass der Gazastreifen derzeit unbewohnbar ist", ließ der Sprecher fĂŒr nationale Sicherheit der USA, Brian Hughes, verlauten.

Eine bemerkenswerte Aussage, wenn man bedenkt, dass genau diese Unbewohnbarkeit durch die israelischen Bombardements entstanden ist. Statt auf regionale Expertise zu setzen, beharrt Trump auf seiner eigenen Vision – koste es, was es wolle.

Netanjahus kryptische Botschaft

WĂ€hrend in Washington die ZukunftsplĂ€ne geschmiedet werden, tagt in Israel das Sicherheitskabinett ĂŒber einen möglichen Waffenstillstand. Netanjahus Äußerungen nach der gestrigen Sitzung lassen jedoch wenig Hoffnung auf ein baldiges Ende der Kampfhandlungen aufkommen. „Es hat im Gazastreifen begonnen, und es wird im Gazastreifen enden", verkĂŒndete er martialisch. Man werde „diese Monster" nicht zurĂŒcklassen und dafĂŒr sorgen, dass der Gazastreifen „nie wieder eine Bedrohung fĂŒr Israel darstellt".

Diese Rhetorik zeigt deutlich: WÀhrend Trump von Luxusresorts am Mittelmeer trÀumt, denkt Netanjahu in militÀrischen Kategorien. Die Leidtragenden sind einmal mehr die Zivilisten, die zwischen den Fronten zerrieben werden.

Ein Plan ohne RealitÀtsbezug?

Was genau bei dem heutigen Treffen zwischen US-Außenminister Marco Rubio und seinem israelischen Amtskollegen Gideon Saar besprochen werden soll, bleibt abzuwarten. Witkoff sprach nebulös von einem Plan, der die „humanitĂ€ren Motive von PrĂ€sident Trump" widerspiegele. Angesichts der Tatsache, dass Trumps bisherige Nahostpolitik vor allem durch einseitige Parteinahme fĂŒr Israel geprĂ€gt war, darf man skeptisch sein.

Die RealitĂ€t im Gazastreifen sieht dĂŒster aus: Zerstörte Infrastruktur, traumatisierte Menschen, eine zerschlagene Wirtschaft. Statt grandiose Visionen von Tourismusparadiesen zu entwerfen, wĂ€re es angebracht, zunĂ€chst die humanitĂ€re Katastrophe zu beenden und den Menschen eine Perspektive fĂŒr ein Leben in WĂŒrde zu geben. Doch davon scheint man in Washington weit entfernt zu sein.

Es bleibt die bittere Erkenntnis: WĂ€hrend die MĂ€chtigen dieser Welt ĂŒber die Köpfe der Betroffenen hinweg ihre geopolitischen Spielchen treiben, leiden die Menschen im Gazastreifen weiter. Trumps „Riviera des Nahen Ostens" könnte sich als gefĂ€hrliche Luftspiegelung erweisen – gebaut auf den TrĂŒmmern zerstörter Existenzen und dem Leid eines ganzen Volkes.

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