
Sturm-Treffer reicht nicht: Minnesota Wild stehen am Abgrund der NHL-Playoffs

Es war einer dieser Momente, die in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL Geschichten schreiben â und doch nicht ausreichen, um eine Serie zu drehen. Nico Sturm, gebĂŒrtiger Augsburger und einer der wenigen deutschen Akteure in der besten Eishockey-Liga der Welt, traf fĂŒr die Minnesota Wild ausgerechnet gegen sein Ex-Team, die Colorado Avalanche. Doch der spĂ€te Ausgleichstreffer im dritten Drittel war am Ende nicht mehr als ein kurzer Hoffnungsschimmer in einer ansonsten enttĂ€uschenden Heimpartie.
Niederlage mit bitterem Beigeschmack
Die Wild unterlagen vor heimischem Publikum mit 2:5 und stehen in der Best-of-seven-Serie nun mit 1:3 mit dem RĂŒcken zur Wand. Drei Siege in Serie â und das ausgerechnet gegen das beste Team der regulĂ€ren Saison â wĂ€ren nötig, um den Einzug ins Halbfinale doch noch zu schaffen. Eine Mammutaufgabe, die in der Geschichte der NHL nur selten geglĂŒckt ist. Realistisch betrachtet steht Minnesota damit unmittelbar vor dem Playoff-Aus.
Ein Tor mit Symbolkraft
FĂŒr Sturm selbst hatte der Treffer eine ganz besondere Bedeutung. Es war sein erstes Playoff-Tor seit fast fĂŒnf Jahren â eine halbe Ewigkeit im schnelllebigen Profisport. Der 31-JĂ€hrige schnĂŒrte in der Saison 2021/22 selbst die Schlittschuhe fĂŒr die Avalanche und kennt das Spielsystem des Gegners daher aus dem Effeff. In der vergangenen Spielzeit krönte er seine Karriere mit dem Gewinn des Stanley Cups an der Seite der Florida Panthers â jener TrophĂ€e, von der jeder Eishockeyspieler trĂ€umt.
Doch der zwischenzeitliche 2:2-Ausgleich war kaum gefeiert, da schlug Colorado bereits zurĂŒck und ging erneut in FĂŒhrung. Zwei spĂ€te Treffer ins verwaiste Tor â nachdem Minnesota in der Schlussphase den TorhĂŒter zugunsten eines zusĂ€tzlichen Feldspielers vom Eis genommen hatte â stellten den 5:2-Endstand her.
Deutsche Eishockey-Talente auf groĂer BĂŒhne
Bemerkenswert bleibt, dass deutsche Spieler in der NHL inzwischen weit mehr sind als bloĂe Statisten. Sturm reiht sich ein in eine Generation, die international zu ĂŒberzeugen weiĂ und das deutsche Eishockey auf der WeltbĂŒhne sichtbarer macht. Sein Werdegang vom Augsburger Nachwuchsspieler zum Stanley-Cup-Sieger ist eine jener Erfolgsgeschichten, die zeigen, was harte Arbeit und unbedingter Wille hervorbringen können â Tugenden, die man sich auch hierzulande wieder hĂ€ufiger wĂŒnschen wĂŒrde.
Ob Sturm und die Wild noch einmal die Wende schaffen, erscheint zwar unwahrscheinlich, doch die Playoffs haben schon manche Ăberraschung geschrieben. Aufgegeben wird in der NHL ohnehin erst, wenn die letzte Sirene erklungen ist.
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